2007

Sanierung der Talsperre in Klingenberg

Januar

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November

 

 

 

 

Januar

SZ vom 20.02.2007

SZ vom 14.01.2006

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April
SZ vom 19.04.2007 SZ vom 19.04.2007
Mai
SZ vom 08.05.2007

Eisenflechter Emini Nazmi (vorn) und Teneqja Nazmi arbeiten im Umleitungsstollen der Talsperre Klingenberg an der Bewehrung, damit anschließend die Betonspritzmaschine zum Einsatz kommen kann.

Foto: Egbert Kamprath

Stollen bekommt Stahlskelett
Von Franz Herz

Klingenberg. An der Talsperre laufen ein halbes Dutzend interessante Baustellen, teilweise unter der Erde.

Außergewöhnliche Baustellen ist er gewöhnt. Der Projektverantwortliche für die Sanierung der Talsperre Klingenberg bei der Landestalsperrenverwaltung, Michael Humbsch, hatte letztes Jahr einen Tunneldurchbruch. Nächstes Jahr wird die Talsperre abgelassen. Da sagt er ganz bescheiden: „So etwas Besonderes haben wir dieses Jahr nicht zu bieten.“ Doch auch 2007 laufen interessante Baustellen rings um die „Klinge“, wie die Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung sie im Kollegenkreis nennen. Einige davon sind allerdings tief unter der Erde im Stollen oder in der Sperrmauer versteckt. Rund zehn Millionen Euro investiert die Landestalsperrenverwaltung dieses Jahr in die Sanierung der Trinkwassertalsperre. Insgesamt sind dafür 60Millionen Euro vorgesehen.

Stollen bekommt eine Schale

Fast fertig ist die neue Vorsperre. Hier wird seit Ostern der Damm weiter aufgeschüttet. Die Schotter-Lkws sind auf der linken Seite der Weißeritz zugange. Rechts wird schon die Zufahrt vorbereitet, denn über den Damm wird ein Weg führen. „Mitte Juli wollen wir damit fertig werden“, sagt Humbsch.

Tief in den Stollen muss man gehen, um die nächsten Baustellen zu sehen. Vor knapp einem Jahr kam die Tunnelbohrmaschine an der Vorsperre aus dem 3,3Kilometer langen Stollen. Jetzt bekommt diese Röhre eine Innenschale aus Beton. Mit Spezialtechnik arbeiten sich die Bauleute der Strabag in 24-Meter-Schritten von oben nach unten voran. Rund 2400 Meter haben sie inzwischen geschafft. Ihnen folgen in größeren Schritten Kollegen, die am Grund des Stollens Rohre verlegen und eine ebene Sohle betonieren. Im Juli sollen beide fast gleichzeitig unterhalb der Sperrmauer ankommen. „Um das zu schaffen arbeiten die Firmen mit verstärktem Einsatz. Es geht rund um die Uhr. Nur von Sonnabendnachmittag bis Sonntagabend ist Pause“, berichtet der Projektleiter. „Im Juli brauchen wir Baufreiheit für das Einlaufbauwerk.“

Ein- und Auslauf für den Stollen sind die nächsten Baustellen. Ende dieser Woche werden die Aufträge dafür vergeben. Für die Stahlbauten geschah dies schon früher. „Deren Bau beginnt diese Woche“, informiert Humbsch. Die Teile werden beim Hersteller gebaut und später an der Talsperre montiert.

Mauer wird überwacht

Vor Ort beginnt der Bau des Einlaufs im Juli. Sechs Wochen später, im September, kommt der Auslauf dran. „Fertig werden sollen beide nächstes Jahr im Juli. Damit wäre dann der gesamte Stollen fertig“, blickt Humbsch in die Zukunft. Zusammen mit der Vorsperre und der Überleitung aus der Talsperre Rauschenbach, steht 2008 die Ersatzwasserversorgung. Wenn es soweit ist, kann die große Talsperre abgelassen werden für die Sanierung der Sperrmauer. Die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz werden dann aus der Vorsperre und aus Rauschenbach versorgt.

Einige Arbeiten an der Mauer sind bei aufgestautem Wasser möglich. Die laufen schon. Derzeit wird der Kontrollgang ausgebaut. Spezialisten haben ihn in die Staumauer gesprengt. Nun bekommt er einen Betonboden, an der Seite Treppen und Portale. Ist dies fertig, lässt die Talsperrenverwaltung hier Sicherheitstechnik für die Überwachung der Staumauer einbauen.

SZ vom 08.05.2007

   
Juli  

Tunnelröhre

Tunnelröhre

Eingänge in die Staumauer

oben

Röhre in der Röhre

links

Eingänge in die Staumauer

unten

die Gleise der Werksbahn sind wieder abgebaut

 

 

November  

Licht in der Staumauer

Klingenberg. Der Kontrollgang, den Spezialisten letztes Jahr in die Staumauer der Talsperre gesprengt haben, ist weitgehend fertig. „Derzeit wird die Beleuchtung installiert“, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Sperre in Klingenberg verantwortlich ist. Von dem Kontrollgang aus wird in Zukunft der Zustand der Staumauer mit moderner Technik überwacht werden. (SZ/fh)

 

SZ vom 17.11.007
Zwei Tore für den Tunnel
Von Franz Herz

Klingenberg. Der Entlastungstunnel entlang der Talsperre bekommt jetzt seine Tore, die später den Wasserstrom in der Röhre steuern.

Der Tunnel an der Talsperre Klingenberg ist seit Sommer fertig und bekommt jetzt seine Tore. Michael Humbsch, der bei der Talsperrenverwaltung Sachsen für das Projekt verantwortlich ist, spricht auch von einem Einlauf- und einen Auslaufbauwerk.

Das Bauwerk am Auslauf muss härteren Anforderungen standhalten als der Einlauf. Das zeigt sich auch an den Kosten. Für den Auslauf rechnet die Talsperrenverwaltung mit gut 3,6 Millionen Euro Baukosten. Der Einlauf wird für rund zwei Millionen Euro errichtet. Hier begann die Baufirma jetzt im November.

Im Herbst nächsten Jahres sollen beide Bauwerke fertig sein. Dann beginnt der Probebetrieb des Tunnels. Beide Tore sind anspruchsvolle Konstruktionen, mit denen der Wasserstrom durch den Tunnel gesteuert wird.

Rohre für Trinkwasser

Am Auslauf sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Hier kommen aus dem Tunnel zwei Rohre an. Eines hat 50 Zentimeter Durchmesser und führt zum Wasserwerk Klingenberg. Wenn im Jahr 2009 die Hauptsperre völlig leer ist, strömt durch diese Leitung das Rohwasser aus der Talsperre Rauschenbach.

Das andere Rohr ist mit 80 Zentimeter Querschnitt kräftiger und versorgt das Wasserwerk Coschütz in Dresden mit dem Nass aus der Vorsperre. Diese beiden Leitungen verlaufen am Grund des Tunnels und werden beim Bau der Ein- und Auslaufbauwerke verbunden. Die Leitung, die das Wasser über den Berg aus der Rauschenbach-Talsperre pumpt liegt bereits und mündet bisher in die Vorsperre. Sie bekommt im Januar noch einen Generator, der aus der Strömungsenergie wieder Elektrizität für die Pumpen gewinnt.

Hochwasserschutz

Wesentlich anspruchsvoller wird die Realisierung des Hochwasserschutzes. Dann hat der Tunnel zwei Funktionen. Erstens soll er das schmutzige Wasser um das Trinkwasserreservoir herumleiten. Das kann schon bei kleineren Fluten der Fall sein. In diesen Fällen können bewegliche Wehre am Tunneleinlauf regeln, dass bis zu 18 Kubikmeter pro Sekunde durchfließen.

Bei einer großen Flut wird die ganze Röhre voller Wasser strömen. Das sind dann bis zu 35 Kubikmeter pro Sekunde. „Das kommt dann durch wie ein D-Zug“, sagt Humbsch.

Aus technischen Gründen lässt sich diese Wassermenge nicht mit dem Einlauf steuern, sondern nur über den Auslauf. Er muss jetzt so gebaut werden, dass er die Wassersäule im Griff hat. Die ist drei Kilometern lang und hat vier Meter Durchmesser. „Das ist komplizierter als der eigentliche Tunnelbau“, sagt Humbsch. „Ich habe hier das Zehnfache an Bewehrungsplänen vorliegen wie für den Tunnel selbst.“ Zwei Meter starke Wände sind am Auslauf teilweise notwendig, um im Fall des Falles diesem Wasserstrom standzuhalten.

Unterirdisches Becken

Große Teile des komplizierten Bauwerks wird hinterher niemand mehr sehen, weil sie unterirdisch angelegt sind wie das Tosbecken. Das nimmt dem Wasser Bewegungsenergie. Hier tost das Wasser über eine Treppe, prallt gegen eine Mauer und rauscht zurück. Wenn es sich beruhigt hat, fließt es weiter in das Bett der Wilden Weißeritz.

SZ vom 23.11.007

SZ vom 23.11.2007

Klein wirkt das eigentliche Tunnelende im Vergleich zur großen Baustelle für den unteren Auslauf. Aber das Bauwerk, das bis kommenden Sommer hier entsteht, muss im Hochwasser-Ernstfall die Wucht einer drei Kilometer langen Wassersäule abfangen, die aus dem Tunnel strömt. Foto: Egbert Kamprath