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Sanierung der Talsperre in Klingenberg
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Januar
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SZ vom 14.01.2006
(Artikel als pdf-Datei)
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SZ vom 19.04.2007 |
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Eisenflechter Emini Nazmi (vorn) und Teneqja Nazmi arbeiten im
Umleitungsstollen der Talsperre Klingenberg an der Bewehrung, damit
anschließend die Betonspritzmaschine zum Einsatz kommen kann.
Foto:
Egbert Kamprath
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Stollen bekommt Stahlskelett
Von Franz Herz
Klingenberg. An der Talsperre laufen ein halbes Dutzend interessante Baustellen, teilweise unter der Erde.
Außergewöhnliche
Baustellen ist er gewöhnt. Der Projektverantwortliche für die Sanierung
der Talsperre Klingenberg bei der Landestalsperrenverwaltung, Michael
Humbsch, hatte letztes Jahr einen Tunneldurchbruch. Nächstes Jahr wird
die Talsperre abgelassen. Da sagt er ganz bescheiden: „So etwas
Besonderes haben wir dieses Jahr nicht zu bieten.“ Doch auch 2007
laufen interessante Baustellen rings um die „Klinge“, wie die
Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung sie im Kollegenkreis nennen.
Einige davon sind allerdings tief unter der Erde im Stollen oder in der
Sperrmauer versteckt. Rund zehn Millionen Euro investiert die
Landestalsperrenverwaltung dieses Jahr in die Sanierung der
Trinkwassertalsperre. Insgesamt sind dafür 60Millionen Euro vorgesehen.
Stollen bekommt eine Schale
Fast fertig ist die neue Vorsperre. Hier wird seit Ostern der Damm
weiter aufgeschüttet. Die Schotter-Lkws sind auf der linken Seite der
Weißeritz zugange. Rechts wird schon die Zufahrt vorbereitet, denn über
den Damm wird ein Weg führen. „Mitte Juli wollen wir damit fertig
werden“, sagt Humbsch.
Tief in den Stollen muss man gehen, um die nächsten Baustellen zu
sehen. Vor knapp einem Jahr kam die Tunnelbohrmaschine an der Vorsperre
aus dem 3,3Kilometer langen Stollen. Jetzt bekommt diese Röhre eine
Innenschale aus Beton. Mit Spezialtechnik arbeiten sich die Bauleute
der Strabag in 24-Meter-Schritten von oben nach unten voran. Rund 2400
Meter haben sie inzwischen geschafft. Ihnen folgen in größeren
Schritten Kollegen, die am Grund des Stollens Rohre verlegen und eine
ebene Sohle betonieren. Im Juli sollen beide fast gleichzeitig
unterhalb der Sperrmauer ankommen. „Um das zu schaffen arbeiten die
Firmen mit verstärktem Einsatz. Es geht rund um die Uhr. Nur von
Sonnabendnachmittag bis Sonntagabend ist Pause“, berichtet der
Projektleiter. „Im Juli brauchen wir Baufreiheit für das
Einlaufbauwerk.“
Ein- und Auslauf für den Stollen sind die nächsten Baustellen. Ende
dieser Woche werden die Aufträge dafür vergeben. Für die Stahlbauten
geschah dies schon früher. „Deren Bau beginnt diese Woche“, informiert
Humbsch. Die Teile werden beim Hersteller gebaut und später an der
Talsperre montiert.
Mauer wird überwacht
Vor Ort beginnt der Bau des Einlaufs im Juli. Sechs Wochen später, im
September, kommt der Auslauf dran. „Fertig werden sollen beide nächstes
Jahr im Juli. Damit wäre dann der gesamte Stollen fertig“, blickt
Humbsch in die Zukunft. Zusammen mit der Vorsperre und der Überleitung
aus der Talsperre Rauschenbach, steht 2008 die Ersatzwasserversorgung.
Wenn es soweit ist, kann die große Talsperre abgelassen werden für die
Sanierung der Sperrmauer. Die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz
werden dann aus der Vorsperre und aus Rauschenbach versorgt.
Einige Arbeiten an der Mauer sind bei aufgestautem Wasser möglich. Die
laufen schon. Derzeit wird der Kontrollgang ausgebaut. Spezialisten
haben ihn in die Staumauer gesprengt. Nun bekommt er einen Betonboden,
an der Seite Treppen und Portale. Ist dies fertig, lässt die
Talsperrenverwaltung hier Sicherheitstechnik für die Überwachung der
Staumauer einbauen.
SZ vom 08.05.2007
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oben
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Röhre in der Röhre
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Eingänge in die Staumauer
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die Gleise der Werksbahn sind wieder abgebaut
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Licht in der Staumauer
Klingenberg.
Der Kontrollgang, den Spezialisten letztes Jahr in die Staumauer der
Talsperre gesprengt haben, ist weitgehend fertig. „Derzeit wird die
Beleuchtung installiert“, informierte Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Sperre in Klingenberg
verantwortlich ist. Von dem Kontrollgang aus wird in Zukunft der
Zustand der Staumauer mit moderner Technik überwacht werden. (SZ/fh)
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SZ vom 17.11.007 |
Zwei Tore für den Tunnel
Von Franz Herz
Klingenberg.
Der Entlastungstunnel entlang der Talsperre bekommt jetzt seine Tore,
die später den Wasserstrom in der Röhre steuern.
Der Tunnel
an der Talsperre Klingenberg ist seit Sommer fertig und bekommt jetzt
seine Tore. Michael Humbsch, der bei der Talsperrenverwaltung Sachsen
für das Projekt verantwortlich ist, spricht auch von einem Einlauf- und
einen Auslaufbauwerk.
Das Bauwerk am Auslauf muss härteren Anforderungen standhalten als der
Einlauf. Das zeigt sich auch an den Kosten. Für den Auslauf rechnet die
Talsperrenverwaltung mit gut 3,6 Millionen Euro Baukosten. Der Einlauf
wird für rund zwei Millionen Euro errichtet. Hier begann die Baufirma
jetzt im November.
Im Herbst nächsten Jahres sollen beide Bauwerke fertig sein. Dann
beginnt der Probebetrieb des Tunnels. Beide Tore sind anspruchsvolle
Konstruktionen, mit denen der Wasserstrom durch den Tunnel gesteuert
wird.
Rohre für Trinkwasser
Am Auslauf sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Hier kommen aus dem
Tunnel zwei Rohre an. Eines hat 50 Zentimeter Durchmesser und führt zum
Wasserwerk Klingenberg. Wenn im Jahr 2009 die Hauptsperre völlig leer
ist, strömt durch diese Leitung das Rohwasser aus der Talsperre
Rauschenbach.
Das andere Rohr ist mit 80 Zentimeter Querschnitt kräftiger und versorgt
das Wasserwerk Coschütz in Dresden mit dem Nass aus der Vorsperre.
Diese beiden Leitungen verlaufen am Grund des Tunnels und werden beim
Bau der Ein- und Auslaufbauwerke verbunden. Die Leitung, die das Wasser
über den Berg aus der Rauschenbach-Talsperre pumpt liegt bereits und
mündet bisher in die Vorsperre. Sie bekommt im Januar noch einen
Generator, der aus der Strömungsenergie wieder Elektrizität für die
Pumpen gewinnt.
Hochwasserschutz
Wesentlich anspruchsvoller wird die Realisierung des
Hochwasserschutzes. Dann hat der Tunnel zwei Funktionen. Erstens soll
er das schmutzige Wasser um das Trinkwasserreservoir herumleiten. Das
kann schon bei kleineren Fluten der Fall sein. In diesen Fällen können
bewegliche Wehre am Tunneleinlauf regeln, dass bis zu 18 Kubikmeter pro
Sekunde durchfließen.
Bei einer großen Flut wird die ganze Röhre voller Wasser strömen. Das
sind dann bis zu 35 Kubikmeter pro Sekunde. „Das kommt dann durch wie
ein D-Zug“, sagt Humbsch.
Aus technischen Gründen lässt sich diese Wassermenge nicht mit dem
Einlauf steuern, sondern nur über den Auslauf. Er muss jetzt so gebaut
werden, dass er die Wassersäule im Griff hat. Die ist drei Kilometern
lang und hat vier Meter Durchmesser. „Das ist komplizierter als der
eigentliche Tunnelbau“, sagt Humbsch. „Ich habe hier das Zehnfache an
Bewehrungsplänen vorliegen wie für den Tunnel selbst.“ Zwei Meter
starke Wände sind am Auslauf teilweise notwendig, um im Fall des Falles
diesem Wasserstrom standzuhalten.
Unterirdisches Becken
Große Teile des komplizierten Bauwerks wird hinterher niemand mehr
sehen, weil sie unterirdisch angelegt sind wie das Tosbecken. Das nimmt
dem Wasser Bewegungsenergie. Hier tost das Wasser über eine Treppe,
prallt gegen eine Mauer und rauscht zurück. Wenn es sich beruhigt hat,
fließt es weiter in das Bett der Wilden Weißeritz. |
SZ vom 23.11.007

Klein wirkt das eigentliche Tunnelende im Vergleich zur großen
Baustelle für den unteren Auslauf. Aber das Bauwerk, das bis kommenden
Sommer hier entsteht, muss im Hochwasser-Ernstfall die Wucht einer drei
Kilometer langen Wassersäule abfangen, die aus dem Tunnel strömt. Foto:
Egbert Kamprath
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