2009

Vorsperre 

Januar März Juni August
Oktober      

Januar

Dienstag, 13. Januar 2009
(Sächsische Zeitung)

Weitere Testläufe

Derzeit läuft noch der Probebetrieb für die technischen Anlagen am Hochwasserentlastungsstollen und der Vorsperre.

Die Bauwerke selbst wurden letztes Jahr noch getestet, jetzt sind die Steuerungs- und Regeltechnik sowie die Kabelverbindungen an der Reihe.

Die Rohwasserversorgung für die Zeit, wenn die Talsperre geleert ist, geht auch in den Probebetrieb. Auch die Wasserwerke in Klingenberg und Dresden-Coschütz werden in diesen Prozess mit einbezogen. (SZ/fh)

Quelle: Landestalsperrenverwaltung

 

März

Mittwoch, 4. März 2009
(Sächsische Zeitung)

Wasser aus Lichtenberg rauscht jetzt nach Klingenberg

Klingenberg


Gestern hat es zwei Premieren an der Vorsperre Klingenberg gegeben. Erstens pumpt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) jetzt laufend Wasser in einer Rohrleitung aus den Talsperren Rauschenbach und Lichtenberg ins Tal der Wilden Weißeritz. Zweitens läuft hinter dem ehemaligen Forsthaus ein kleines Wasserkraftwerk, das von dem Wasser angetrieben wird. Damit gewinnt die LTV einen Teil der Elektroenergie zurück, die sie für den Pumpenbetrieb einsetzt. Bisher wurden die technischen Anlagen überprüft. Jetzt müssen sie unter reellen Bedingungen zeigen, dass ihr Zusammenspiel funktioniert. „Das Überleitungssystem geht jetzt in den scharfen Probebetrieb“, informiert Michael Humbsch, der bei der LTV für die Gesamtsanierung der Talsperre Klingenberg verantwortlich ist. „Das wird zwei bis vier Wochen dauern, ehe alles stabil läuft.“

Davon hängt viel ab. Die Überleitung muss dieses und nächstes Jahr die Trinkwasserversorgung für das Gebiet um Freital und Dippoldiswalde sichern. Ende des Jahres wird das Wasser aus der großen Talsperre für die Sanierung der Staumauer abgelassen. Dann bekommt das Wasserwerk Klingenberg sein Rohwasser aus Lichtenberg. Mit diesem Trinkwasser versorgt die Wasserversorgung Weißeritzgruppe einen Großteil ihrer Abnehmer.

„Wir pumpen jetzt erst einmal kleine Wassermengen durch die Überleitung“, sagt Humbsch. Nächste Woche wird die Menge auf 140 Liter pro Sekunde gesteigert. Das ist der normale Bedarf für das Wasserwerk Klingenberg. In der übernächsten Woche erhöhen die Pumpen noch einmal ihre Leistung bis zum Maximum. Dann rauschen 350Liter pro Sekunde durchs Rohr.

Im April oder Mai will die LTV dauerhaft die Verbindung zum Wasserwerk herstellen. Das geschieht früher als ursprünglich geplant auf Wunsch der Weißeritzgruppe. Deren Geschäftsführer Frank Kukuczka will während der Bauarbeiten kein Risiko eingehen, sondern eine zuverlässige Wasserversorgung.

Das Wasserwerk in Dresden-Coschütz hängt ebenfalls an der Klingenberger Sperre. Es wird während der Leerung der Sperre mit Rohwasser aus der Vorsperre versorgt. „Auch diese Verbindung werden wir in den nächsten Wochen probeweise anbinden“, sagt Humbsch.

Die Überleitung aus den Talsperren Lichtenberg und Rauschenbach bleibt nach der Talsperrensanierung. Sie sichert bei einer Trockenheit für den Raum Dippoldiswalde, Freital und Dresden den Zugang zu den Wasserreserven im Erzgebirge.

 

Donnerstag, 26. März 2009
(Sächsische Zeitung)

Probebetrieb geht auf höchste Stufe


Klingenberg

Nächste Woche erreicht der Probebetrieb für die Wasserleitung von der Talsperre Rauschenbach über Lichtenberg zur Vorsperre in Klingenberg seine höchste Stufe, informierte Michael Humbsch, Projektverantwortlicher für die Sanierung der Talsperre Klingenberg. Dann strömen pro Sekunde 345 Liter Wasser durch die Röhre. Mehr geht nicht.

Dabei wird vor allem die Turbine am Forsthaus Beerwalde geprüft. Diese dient der Energierückgewinnung. Damit gewinnt die Landestalsperrenverwaltung einen Teil des Stroms zurück, den sie in Lichtenberg zum Hochpumpen des Wassers benötigt. Mit geringeren Wassermengen läuft der Test bereits seit zwei Wochen. „Bisher sind dabei keine Probleme bekannt geworden“, sagte Humbsch. (SZ/fh)

Juni

Mittwoch, 24. Juni 2009
(Sächsische Zeitung)

Wenn der Damm aber nun ein Loch hat


Klingenberg

Der Staudamm an der Vorsperre Klingenberg hat eine undichte Stelle.

Was ist an dem Damm der Vorsperre passiert?

Die undichte Stelle ist während des Probestaus in den letzten Wochen entdeckt worden. Das bestätigt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Pirna. Auf Wegen, die bisher niemand genau kennt, ist das Wasser in einem dicken Schwall durch den Damm geflossen. Deswegen ließen die Staumeister sofort das Wasser aus der Vorsperre ab.

Was geschieht jetzt an der Schadstelle?

„Wir sind jetzt dabei, die undichte Stelle zu beseitigen“, informierte Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Fließfähiger Spezialbeton ist in das Loch gepresst worden. Er soll in die letzten Verästelungen vordringen, durch die das Wasser gekommen ist. Bis Ende Juli soll die Reparatur abgeschlossen sein. Dann wird ein neuer Probestau kommen, um zu sehen, ob der Damm dann dicht hält.

Wer hat den neuen Damm an der Vorsperre gebaut?

Bauherr ist die LTV. Eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Hall-Bau, Mölders und Ecosoil hat den Auftrag ausgeführt. Hall-Bau hat sich dieses Jahr umbenannt zu GP Verkehrswegebau, Mölders arbeitet jetzt als GP Ingenieurbau.

Wie kam es zu dem Schaden an dem Damm?

Eckehard Bielitz, der zuständige Betriebsleiter bei der LTV, vermutet: „Hier sind wahrscheinlich mehrere ungünstige Umstände zusammengekommen.“ Der Damm ist aus einem Lehm-Ton-Gemisch aufgebaut, das eigentlich völlig wasserdicht sein sollte. Jetzt laufen Bohrungen, um den Untergrund zu untersuchen. Außerdem versuchen Fachleute, den Weg zu verfolgen, den die neu eingesetzte Betonplombe genommen hat. Vielleicht lässt sich daraus ermitteln, woher das Wasser gekommen ist.

Wer trägt die Kosten für die Reparatur?

Wenn der Damm aber nun ein Loch hat, muss jemand das Stopfen bezahlen. Die Talsperrenverwaltung geht davon aus, dass auf sie keine Mehrkosten wegen der Havarie zukommen.

„Die Reparatur ist aus unserer Sicht noch eine Mängelbeseitigung, die der Baubetrieb ausführen muss. Es ist ja noch vor Übergabe des Damms passiert“, sagt die LTV-Sprecherin. Darüber gab es aber bereits lange Diskussionen zwischen der LTV und der GPVerkehrswegebau GmbH. Sollte der Schaden auf einen Fehler seitens des Baubetriebs zurückzuführen sein, wäre der in der Pflicht.

Hätte die Havarie aber andere Ursachen, könnten Belastungen auf die LTV als Bauherrn zukommen. Beide Seiten halten sich zu diesem Thema bedeckt. Peter Kuhring, Niederlassungsleiter Sachsen bei GP Verkehrswegebau, bestätigt, dass sein Unternehmen an der Schadensbeseitigung arbeitet. Außerdem laufe die Suche nach der Ursache. „Aber da weiß noch keiner etwas. Ich will da nicht spekulieren“, sagt Kuhring.

Welche Folgen hat der Schaden?

Noch haben die Bauleute an der Vorsperre Zeit, um den Schaden in Ordnung zu bringen. Nach der Reparatur muss der Damm in einem neuen Probestau zeigen, dass er jetzt hält. Wenn die Vorsperre bis September in Ordnung ist, geht alles glimpflich ab.

Klappt es dann aber immer noch nicht, ist der Zeitplan für die Sanierung der Talsperre gefährdet. Ab Mitte Oktober soll die große Staumauer erneuert werden. Dazu muss die Hauptsperre geleert werden, aus der aber die Wasserwerke Klingenberg und Dresden-Coschütz Rohwasser erhalten. Die Vorsperre soll dann Coschütz mit Wasser versorgen. Damit das funktioniert, muss die Vorsperre sogar über das normale Maß hinaus angestaut werden. Dazu muss sie allerdings intakt sein.

SZ vom 24.06.2009

Hier wird der Beton eingefüllt, der das Loch stopfen soll. Man erkennt deutlich, dass die undichte Stelle keine Kleinigkeit ist. Die Talsperre ist wegen des Schadens am Damm geleert. Normalerweise stünde das Wasser jetzt bis zur Graskante. Foto: Egbert Kamprath

 

August

Samstag, 1. August 2009
(Sächsische Zeitung)

Riesige Betonpfähle dichten den Damm ab

Von Franz Herz

Das Projekt zur Sanierung der Talsperre Klingenberg läuft unter Hochdruck. Drei Arbeitsschritte ragen heraus. Die Arbeiter reparieren den undichten Damm der Vorsperre und bauen den Überlauf an der Hauptsperrmauer. Die Planer bereiten die Auftragsvergabe für die Sanierung der Mauer vor.

Reparatur unter Zeitdruck

Mit einer Wand aus riesigen Betonpfählen wird das Loch im Damm an der Vorsperre abgedichtet. Die Mitarbeiter der Bilfinger und Berger Spezialtiefbau GmbH aus Arnstadt sind rund um die Uhr im Einsatz. „Sie bohren jeweils ein Loch, so tief, bis sie den Fels erreichen. Das wird dann mit Beton gefüllt. So entsteht ein Pfahl neben dem anderen. Das wird eine wasserdichte Bohrpfahlwand“, informiert Michael Humbsch, bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) für die Sanierung in Klingenberg verantwortlich.

Warum der Damm undicht ist, konnte bisher niemand eindeutig klären. Damit hängt auch die Kostenfrage in der Schwebe. „Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass die Beteiligten sich in die zusätzlichen Kosten teilen“, sagt Humbsch. Es geht dabei um eine Größenordnung von 200000Euro.

Die Zeit drängt. Bis 10.August muss der Damm abgedichtet sein. Dann ist noch Zeit für einen neuen Probestau. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die Vorsperre ab Mitte Oktober, wenn die Talsperre geleert ist, als Wasservorrat dienen. Dann soll die große Mauer saniert werden.

Ein Millionenauftrag

All die Arbeiten der letzten Jahre rund um die Talsperre zielen auf eines: die 100 Jahre alte Hauptsperrmauer wieder aufzufrischen. Dazu muss die Talsperre leer sein. Der Wasserspiegel sinkt bereits seit einigen Tagen. Das zieht sich jetzt über Wochen hin.

Momentan läuft die heiße Phase vor der Auftragsvergabe. Bis in drei Wochen entscheidet sich, welche Firma den Zuschlag bekommt. Dann tagt die Vergabekommission, informiert die LTV. Sie legt fest, welches Unternehmen den Bauauftrag bekommt. Es geht dabei um einen zweistelligen Millionenbetrag. Drei Angebote liegen vor. „Alle drei von namhaften Baufirmen“, sagt Humbsch.

Ein Gespräch mit den Anwohnern ist auch geplant. Hier geht es darum, die Belastungen durch die Bauarbeiten für sie erträglich zu gestalten, informierte Ray Jewski, Wirt des Lindenhofs, der direkt an der Talsperrenmauer liegt.

Kleid aus Natursteinen

An der Mauer baut die Firma Züblin derzeit die Kaskaden neu. Über diese Stufen strömt das Wasser bei einem Hochwasser, wenn es die Talsperre nicht mehr fassen kann. Dieser Überlauf hat eine Verkleidung aus Natursteinen erhalten – wegen des Denkmalschutzes für die Hauptmauer.

Unter dem Überlauf haben die Bauleute bereits die Rohre neu eingebaut, in denen später Wasser zu den Wasserwerken Klingenberg und Dresden-Coschütz fließt. Die Leitung zum Kraftwerk für Coschütz ist diese Woche fertig geworden. Gestern haben Fachleute die neuen Rohre getestet.

SZ vom 01.08.2009

Rund 13 Meter tief wird die Wand aus einzelnen Betonpfählen, welche die Bilfinger und Berger Spezial-Tiefbau GmbH Arnstadt zurzeit in dem Damm an der Vorsperre Klingenberg einbaut, um ihn zu abzudichten. Foto: Peter Kuner

 

Freitag, 21. August 2009
(Sächsische Zeitung)


Vorsperre in Klingenberg ist wieder gefüllt


Klingenberg

Seit gestern Vormittag ist die Vorsperre zur Talsperre Klingenberg wieder ganz gefüllt. „Die Betonpfahlwand ist fertig und auch die Anschlüsse zum Überlaufbauwerk“, sagte Michael Humbsch, Projektverantwortlicher bei der Landestalsperrenverwaltung. Der Staudamm der Vorsperre hatte beim ersten Probestau eine undichte Stelle gezeigt. Daher wurde zur Abdichtung die Wand eingezogen.

Nun läuft ein neuer Probestau mit Messungen und Tests. Bis Mitte Oktober muss feststehen, dass die Vorsperre funktioniert. Dann beginnt die Sanierung der Hauptsperrmauer und die Vorsperre wird als Wasserreserve benötigt. (SZ/fh)

 

20.10.2009

gegen den Uhrzeigersinn um die Vorsperre

Blick zum Damm

Blick zum Damm

Blick zurück zum Einlauf

Blick zurück zum Einlauf

die Stauanlage

der Entenschnabel

Technikgebäude über Stolleneinlauf

Technikgebäude mit Kamera

Technikgebäude mit Kamera

Blick zum Einlauf mit Ölsperre