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Vorsperre
Januar
Dienstag, 13. Januar 2009 (Sächsische Zeitung)
Weitere Testläufe
Derzeit läuft noch der Probebetrieb für die technischen Anlagen am Hochwasserentlastungsstollen und der Vorsperre.
Die Bauwerke selbst wurden letztes Jahr noch getestet, jetzt sind die
Steuerungs- und Regeltechnik sowie die Kabelverbindungen an der Reihe.
Die Rohwasserversorgung für die Zeit, wenn die Talsperre geleert ist,
geht auch in den Probebetrieb. Auch die Wasserwerke in Klingenberg und
Dresden-Coschütz werden in diesen Prozess mit einbezogen. (SZ/fh)
Quelle: Landestalsperrenverwaltung |
März
Mittwoch, 4. März 2009 (Sächsische Zeitung)
Wasser aus Lichtenberg rauscht jetzt nach Klingenberg
Klingenberg
Gestern hat es zwei Premieren an der Vorsperre Klingenberg gegeben.
Erstens pumpt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) jetzt laufend Wasser
in einer Rohrleitung aus den Talsperren Rauschenbach und Lichtenberg
ins Tal der Wilden Weißeritz. Zweitens läuft hinter dem ehemaligen
Forsthaus ein kleines Wasserkraftwerk, das von dem Wasser angetrieben
wird. Damit gewinnt die LTV einen Teil der Elektroenergie zurück, die
sie für den Pumpenbetrieb einsetzt. Bisher wurden die technischen
Anlagen überprüft. Jetzt müssen sie unter reellen Bedingungen zeigen,
dass ihr Zusammenspiel funktioniert. „Das Überleitungssystem geht jetzt
in den scharfen Probebetrieb“, informiert Michael Humbsch, der bei der
LTV für die Gesamtsanierung der Talsperre Klingenberg verantwortlich
ist. „Das wird zwei bis vier Wochen dauern, ehe alles stabil läuft.“
Davon hängt viel ab. Die Überleitung muss dieses und nächstes Jahr die
Trinkwasserversorgung für das Gebiet um Freital und Dippoldiswalde
sichern. Ende des Jahres wird das Wasser aus der großen Talsperre für
die Sanierung der Staumauer abgelassen. Dann bekommt das Wasserwerk
Klingenberg sein Rohwasser aus Lichtenberg. Mit diesem Trinkwasser
versorgt die Wasserversorgung Weißeritzgruppe einen Großteil ihrer
Abnehmer.
„Wir pumpen jetzt erst einmal kleine Wassermengen durch die
Überleitung“, sagt Humbsch. Nächste Woche wird die Menge auf 140 Liter
pro Sekunde gesteigert. Das ist der normale Bedarf für das Wasserwerk
Klingenberg. In der übernächsten Woche erhöhen die Pumpen noch einmal
ihre Leistung bis zum Maximum. Dann rauschen 350Liter pro Sekunde
durchs Rohr.
Im April oder Mai will die LTV dauerhaft die Verbindung zum Wasserwerk
herstellen. Das geschieht früher als ursprünglich geplant auf Wunsch
der Weißeritzgruppe. Deren Geschäftsführer Frank Kukuczka will während
der Bauarbeiten kein Risiko eingehen, sondern eine zuverlässige
Wasserversorgung.
Das Wasserwerk in Dresden-Coschütz hängt ebenfalls an der Klingenberger
Sperre. Es wird während der Leerung der Sperre mit Rohwasser aus der
Vorsperre versorgt. „Auch diese Verbindung werden wir in den nächsten
Wochen probeweise anbinden“, sagt Humbsch.
Die Überleitung aus den Talsperren Lichtenberg und Rauschenbach bleibt
nach der Talsperrensanierung. Sie sichert bei einer Trockenheit für den
Raum Dippoldiswalde, Freital und Dresden den Zugang zu den
Wasserreserven im Erzgebirge.
Donnerstag, 26. März 2009 (Sächsische Zeitung)
Probebetrieb geht auf höchste Stufe
Klingenberg
Nächste Woche erreicht der Probebetrieb für die Wasserleitung von der
Talsperre Rauschenbach über Lichtenberg zur Vorsperre in Klingenberg
seine höchste Stufe, informierte Michael Humbsch,
Projektverantwortlicher für die Sanierung der Talsperre Klingenberg.
Dann strömen pro Sekunde 345 Liter Wasser durch die Röhre. Mehr geht
nicht.
Dabei wird vor allem die Turbine am Forsthaus Beerwalde geprüft. Diese
dient der Energierückgewinnung. Damit gewinnt die
Landestalsperrenverwaltung einen Teil des Stroms zurück, den sie in
Lichtenberg zum Hochpumpen des Wassers benötigt. Mit geringeren
Wassermengen läuft der Test bereits seit zwei Wochen. „Bisher sind
dabei keine Probleme bekannt geworden“, sagte Humbsch. (SZ/fh)
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Juni
Mittwoch, 24. Juni 2009 (Sächsische Zeitung)
Wenn der Damm aber nun ein Loch hat
Klingenberg
Der Staudamm an der Vorsperre Klingenberg hat eine undichte Stelle.
Was ist an dem Damm der Vorsperre passiert?
Die undichte Stelle ist während des Probestaus in den letzten Wochen
entdeckt worden. Das bestätigt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) in
Pirna. Auf Wegen, die bisher niemand genau kennt, ist das Wasser in
einem dicken Schwall durch den Damm geflossen. Deswegen ließen die
Staumeister sofort das Wasser aus der Vorsperre ab.
Was geschieht jetzt an der Schadstelle?
„Wir sind jetzt dabei, die undichte Stelle zu beseitigen“, informierte
Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Fließfähiger
Spezialbeton ist in das Loch gepresst worden. Er soll in die letzten
Verästelungen vordringen, durch die das Wasser gekommen ist. Bis Ende
Juli soll die Reparatur abgeschlossen sein. Dann wird ein neuer
Probestau kommen, um zu sehen, ob der Damm dann dicht hält.
Wer hat den neuen Damm an der Vorsperre gebaut?
Bauherr ist die LTV. Eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Hall-Bau,
Mölders und Ecosoil hat den Auftrag ausgeführt. Hall-Bau hat sich
dieses Jahr umbenannt zu GP Verkehrswegebau, Mölders arbeitet jetzt als
GP Ingenieurbau.
Wie kam es zu dem Schaden an dem Damm?
Eckehard Bielitz, der zuständige Betriebsleiter bei der LTV, vermutet:
„Hier sind wahrscheinlich mehrere ungünstige Umstände
zusammengekommen.“ Der Damm ist aus einem Lehm-Ton-Gemisch aufgebaut,
das eigentlich völlig wasserdicht sein sollte. Jetzt laufen Bohrungen,
um den Untergrund zu untersuchen. Außerdem versuchen Fachleute, den Weg
zu verfolgen, den die neu eingesetzte Betonplombe genommen hat.
Vielleicht lässt sich daraus ermitteln, woher das Wasser gekommen ist.
Wer trägt die Kosten für die Reparatur?
Wenn der Damm aber nun ein Loch hat, muss jemand das Stopfen bezahlen.
Die Talsperrenverwaltung geht davon aus, dass auf sie keine Mehrkosten
wegen der Havarie zukommen.
„Die Reparatur ist aus unserer Sicht noch eine Mängelbeseitigung, die
der Baubetrieb ausführen muss. Es ist ja noch vor Übergabe des Damms
passiert“, sagt die LTV-Sprecherin. Darüber gab es aber bereits lange
Diskussionen zwischen der LTV und der GPVerkehrswegebau GmbH. Sollte
der Schaden auf einen Fehler seitens des Baubetriebs zurückzuführen
sein, wäre der in der Pflicht.
Hätte die Havarie aber andere Ursachen, könnten Belastungen auf die LTV
als Bauherrn zukommen. Beide Seiten halten sich zu diesem Thema
bedeckt. Peter Kuhring, Niederlassungsleiter Sachsen bei GP
Verkehrswegebau, bestätigt, dass sein Unternehmen an der
Schadensbeseitigung arbeitet. Außerdem laufe die Suche nach der
Ursache. „Aber da weiß noch keiner etwas. Ich will da nicht
spekulieren“, sagt Kuhring.
Welche Folgen hat der Schaden?
Noch haben die Bauleute an der Vorsperre Zeit, um den Schaden in
Ordnung zu bringen. Nach der Reparatur muss der Damm in einem neuen
Probestau zeigen, dass er jetzt hält. Wenn die Vorsperre bis September
in Ordnung ist, geht alles glimpflich ab.
Klappt es dann aber immer noch nicht, ist der Zeitplan für die
Sanierung der Talsperre gefährdet. Ab Mitte Oktober soll die große
Staumauer erneuert werden. Dazu muss die Hauptsperre geleert werden,
aus der aber die Wasserwerke Klingenberg und Dresden-Coschütz Rohwasser
erhalten. Die Vorsperre soll dann Coschütz mit Wasser versorgen. Damit
das funktioniert, muss die Vorsperre sogar über das normale Maß hinaus
angestaut werden. Dazu muss sie allerdings intakt sein.

Hier wird der Beton eingefüllt, der das Loch stopfen soll. Man erkennt
deutlich, dass die undichte Stelle keine Kleinigkeit ist.
Die Talsperre ist wegen des Schadens am Damm geleert. Normalerweise
stünde das Wasser jetzt bis zur Graskante. Foto: Egbert Kamprath
August
Samstag, 1. August 2009 (Sächsische Zeitung)
Riesige Betonpfähle dichten den Damm ab
Von Franz Herz
Das Projekt zur Sanierung der Talsperre Klingenberg läuft unter
Hochdruck. Drei Arbeitsschritte ragen heraus. Die Arbeiter reparieren
den undichten Damm der Vorsperre und bauen den Überlauf an der
Hauptsperrmauer. Die Planer bereiten die Auftragsvergabe für die
Sanierung der Mauer vor.
Reparatur unter Zeitdruck
Mit einer Wand aus riesigen Betonpfählen wird das Loch im Damm an der
Vorsperre abgedichtet. Die Mitarbeiter der Bilfinger und Berger
Spezialtiefbau GmbH aus Arnstadt sind rund um die Uhr im Einsatz. „Sie
bohren jeweils ein Loch, so tief, bis sie den Fels erreichen. Das wird
dann mit Beton gefüllt. So entsteht ein Pfahl neben dem anderen. Das
wird eine wasserdichte Bohrpfahlwand“, informiert Michael Humbsch, bei
der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) für die Sanierung in
Klingenberg verantwortlich.
Warum der Damm undicht ist, konnte bisher niemand eindeutig klären.
Damit hängt auch die Kostenfrage in der Schwebe. „Es wird wohl darauf
hinauslaufen, dass die Beteiligten sich in die zusätzlichen Kosten
teilen“, sagt Humbsch. Es geht dabei um eine Größenordnung von
200000Euro.
Die Zeit drängt. Bis 10.August muss der Damm abgedichtet sein. Dann ist
noch Zeit für einen neuen Probestau. Nach dem aktuellen Zeitplan soll
die Vorsperre ab Mitte Oktober, wenn die Talsperre geleert ist, als
Wasservorrat dienen. Dann soll die große Mauer saniert werden.
Ein Millionenauftrag
All die Arbeiten der letzten Jahre rund um die Talsperre zielen auf
eines: die 100 Jahre alte Hauptsperrmauer wieder aufzufrischen. Dazu
muss die Talsperre leer sein. Der Wasserspiegel sinkt bereits seit
einigen Tagen. Das zieht sich jetzt über Wochen hin.
Momentan läuft die heiße Phase vor der Auftragsvergabe. Bis in drei
Wochen entscheidet sich, welche Firma den Zuschlag bekommt. Dann tagt
die Vergabekommission, informiert die LTV. Sie legt fest, welches
Unternehmen den Bauauftrag bekommt. Es geht dabei um einen
zweistelligen Millionenbetrag. Drei Angebote liegen vor. „Alle drei von
namhaften Baufirmen“, sagt Humbsch.
Ein Gespräch mit den Anwohnern ist auch geplant. Hier geht es darum,
die Belastungen durch die Bauarbeiten für sie erträglich zu gestalten,
informierte Ray Jewski, Wirt des Lindenhofs, der direkt an der
Talsperrenmauer liegt.
Kleid aus Natursteinen
An der Mauer baut die Firma Züblin derzeit die Kaskaden neu. Über diese
Stufen strömt das Wasser bei einem Hochwasser, wenn es die Talsperre
nicht mehr fassen kann. Dieser Überlauf hat eine Verkleidung aus
Natursteinen erhalten – wegen des Denkmalschutzes für die Hauptmauer.
Unter dem Überlauf haben die Bauleute bereits die Rohre neu eingebaut,
in denen später Wasser zu den Wasserwerken Klingenberg und
Dresden-Coschütz fließt. Die Leitung zum Kraftwerk für Coschütz ist
diese Woche fertig geworden. Gestern haben Fachleute die neuen Rohre
getestet.

Rund 13 Meter tief wird die Wand aus einzelnen Betonpfählen, welche die
Bilfinger und Berger Spezial-Tiefbau GmbH Arnstadt zurzeit in dem Damm
an der Vorsperre Klingenberg einbaut, um ihn zu abzudichten. Foto:
Peter Kuner
Freitag, 21. August 2009 (Sächsische Zeitung)
Vorsperre in Klingenberg ist wieder gefüllt
Klingenberg
Seit gestern Vormittag ist die Vorsperre zur Talsperre Klingenberg
wieder ganz gefüllt. „Die Betonpfahlwand ist fertig und auch die
Anschlüsse zum Überlaufbauwerk“, sagte Michael Humbsch,
Projektverantwortlicher bei der Landestalsperrenverwaltung. Der
Staudamm der Vorsperre hatte beim ersten Probestau eine undichte Stelle
gezeigt. Daher wurde zur Abdichtung die Wand eingezogen.
Nun läuft ein neuer Probestau mit Messungen und Tests. Bis Mitte
Oktober muss feststehen, dass die Vorsperre funktioniert. Dann beginnt
die Sanierung der Hauptsperrmauer und die Vorsperre wird als
Wasserreserve benötigt. (SZ/fh)
20.10.2009
gegen den Uhrzeigersinn um die Vorsperre
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