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2010
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Talsperre
Januar
Dienstag, 12. Januar 2010 (Sächsische Zeitung)
Arbeiten an der Talsperre gehen weiter
Klingenberg
Die Bauarbeiten an der Sperrmauer der Talsperre Klingenberg gehen auch
bei Eis und Schnee ohne große Einschränkungen weiter. „Derzeit laufen
Abbrucharbeiten. Die sind auch bei Minustemperaturen möglich“,
informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung in
Pirna für die Sanierung der Talsperre Klingenberg verantwortlich ist.
„Erst wenn das Thermometer unter minus 15Grad sinkt, könnte es Probleme
geben“, sagt Humbsch. Dann kann es passieren, dass Öl oder Treibstoff
zähflüssig werden und die Maschinen nicht mehr funktionieren. „Doch
solange der Bagger sich dreht, wird gearbeitet“, sagt Humbsch. (SZ/fh)
Mittwoch, 20. Januar 2010 (Sächsische Zeitung)
Bauarbeiter pickern die oberste Schicht von der Staumauer der Talsperre Klingenberg ab
Von Franz Herz
Die Sanierung der Mauer an der Talsperren geht auch bei Eis und Schnee weiter. Die Bauarbeiter sind zudem unter Tage aktiv.
Die Sanierung der Talsperre Klingenberg ist so geplant, dass möglichst
wenig Zeit wegen Eis und Schnee verloren geht. An vier Punkten laufen
Aktivitäten.
Kälte stört nicht bei Abbrucharbeiten
Am besten wahrnehmbar sind derzeit die Abrissarbeiten an der
Sperrmauer. „Die Mauerkrone ist so gut wie weg“, informiert Michael
Humbsch, Projektverantwortlicher bei der Landestalsperrenverwaltung.
Die Staumauer besteht aus mehreren Schichten. Außen ist eine
Dichtschicht, die fast einen Meter stark ist. Um diese Hülle geht es in
erster Linie bei der Sanierung. Sie wird völlig neu aufgebaut. Dazu
pickert die Baufirma jetzt mit schwerer Technik die alte Schicht ab.
Das ist eine klassische Winterarbeit. Nur wenn die Temperaturen in
Bereiche sinken würden, wo die Bagger nicht mehr funktionieren, müsste
die Firma eine Pause einlegen. Das könnte passieren, wenn es kälter als
minus 15 Grad wird.
Außerdem beginnen die Bauleute damit, den Schlamm, der sich direkt vor
der Staumauer abgesetzt hat, wegzuräumen. Er wird auf eine
Trockenfläche an der Talsperre gebracht. Da sind auch Fachleute von der
Kampfmittelbeseitigung dabei. Sie greifen ein, falls sich irgendwo im
Schlamm noch Granaten oder andere Munition finden.
Unter Tage gibt es weder Eis noch Schnee
Ein Teil der Baustelle ist von außen nicht sichtbar, aber dafür vor dem
Winterwetter gut geschützt. Im neuen Grundablassstollen, der an der
Ostseite der Staumauer entlang führt, laufen seit dieser Woche die
Vorbereitungen für den Ausbau. „Da werden zum Beispiel alte
Rohrleitungen abgebaut“, sagt Humbsch.
Im Büro wird die warme Jahreszeit vorbereitet
Wichtige Arbeiten laufen zurzeit hinter den Kulissen. „Unsere Planer
bereiten schon die nächsten Arbeitsschritte vor. Sie erstellen zum
Beispiel die Konzeption für die Betonarbeiten“, informiert der
Projektverantwortliche. Wenn die kalte Jahreszeit vorbei ist,
betonieren die Bauleute eine neue Hülle für die Staumauer. Das ist
keine alltägliche Arbeit. Umso höher sind auch die Anforderungen an die
Planung und die Vorbereitung.
Besichtigungstouren für Interessenten geplant
Vor dem Winter hatte sich die Talsperrenbaustelle zu einer Attraktion
für Touristen entwickelt. Dafür will der Gästeführer Gunter Fichte aus
Obercunnersdorf weitere Angebote machen. „Es gibt noch ein Gespräch mit
der Talsperrenverwaltung, wie ein Rundweg um die Baustelle möglich
werden kann“, informiert er. Der Weg über die Staumauer bleibt während
der Bauzeit gesperrt. Eine Alternativroute könnte durch den jetzt
leeren Stauraum führen. Damit Interessenten auch im Winter auf ihre
Kosten kommen, bietet Fichte am Sonntag eine geführte Wanderung an.
Wandertreff am Sonntag, dem 24. Januar um 14 Uhr. Treff an der Waldschänke. Kostenbeitrag: zwei Euro.

Mit schwerer Technik reißt die Baufirma die äußere Dichtschicht von der
Staumauer in Klingenberg ab. Das geht auch im Winter. Foto: Egbert
Kamprath
Februar
Mittwoch, 10. Februar 2010 (Sächsische Zeitung)
Explosion an der Staumauerbaustelle
Von Franz Herz
Zwei Bauarbeiter sind verletzt. Sie konnten sich aber selbst aus 30 Meter Tiefe retten.
Zwei Bauarbeiter sind gestern in einem Stollen unter der Staumauer in
Klingenberg bei einer Verpuffung verletzt worden. Sie haben mit einem
Schneidbrenner alte Leitungen abgetrennt, die durch den Stollen führen.
Dabei ist es zu einer Verpuffung gekommen.
Die beiden waren verletzt. Sie konnten sich aber noch selbst in
Sicherheit bringen. Sie stiegen in einem Schacht über eine Leiter 30
Meter hoch bis zum Eingang. In dieser Zeit rückten alle Feuerwehren der
Gemeinde Pretzschendorf mit acht Fahrzeugen und 56Mann Besatzung aus.
Das ist so vorgesehen bei einer Explosion.
„Es wäre auf jeden Fall schwierig geworden, die Verletzten aus dieser
Tiefe zu bergen“, sagte Gerd Rühle. Der Klingenberger Ortswehrleiter
leitete den Einsatz. Die Bauarbeiter waren gerettet, aber die Gefahr
war noch nicht gebannt. Die Gasflaschen im Stollen waren noch offen.
Damit drohte weiter Explosionsgefahr. Also schickte Rühle drei Mann mit
Atemschutz in die Tiefe, um das Gas abzudrehen. Sie schlossen die
Gasflaschen und kontrollierten die Unglücksstelle, ob nicht noch mehr
passiert ist. Damit war die akute Gefahr beseitigt.
Zwei Rettungshubschrauber
Die Kollegen hatten den Verunglückten als Erste geholfen. Sie standen
danach an der Baustelle, aber wollten nichts zum Vorfall sagen. „Das
sind Kollegen. Mit einem habe ich gelernt“, sagte einer und drehte sich
weg.
Der Notarzt versorgte die beiden Verletzten. Zwei Rettungshubschrauber
landeten währenddessen auf der Klingenberger Seite der Talsperrenmauer.
Das Unglück ist auf der Obercunnersdorfer Seite passiert. Dort ist die
Mauer aber schon so weit abgerissen, dass kein Hubschrauber mehr landen
kann. Der Notarztwagen konnte näher ranfahren und brachte die beiden
Arbeiter zu den Hubschraubern. Diese flogen mit ihnen nach Dresden in
die Uniklinik.
Die genaue Unglücksursache ist bisher nicht bekannt. Mitarbeiter der
Baufirma Züblin, die den Hauptauftrag für die Mauersanierung an der
Talsperre hat, gaben keine Auskünfte.
Die Polizei hat sofort mit den Ermittlungen begonnen. Die
Verantwortlichen für die Baustelle wurden noch gestern Nachmittag nach
dem Unfall von der Polizei vernommen. Diese versiegelte den
Unglücksstollen gleich, nachdem die Feuerwehrleute ihn verlassen hatte.
Inzwischen brach auch die Dunkelheit herein. Heute werden Fachleute
auch den Stollen, in dem die Explosion passiert ist, in Augenschein
nehmen.
Unglücksstollen ist 100 Jahre alt
Der Unglücksstollen stammt aus der Bauzeit der Talsperrenmauer. Darin
haben seinerzeit die Bauleute die Wilde Weißeritz um die Baustelle
herum geleitet. Danach wurde er stillgelegt und lag hundert Jahre
unbeachtet. Jetzt wird er wieder zum Leben erweckt. Erstens bekommt er
wieder seine ursprüngliche Funktion als Umleitungsstollen, wenn im
Laufe der Sanierung am jetzigen Grundablass in der Mitte der Staumauer
gebaut wird.
Zweitens wird er ausgebaut zum zukünftigen Grundablass. Damit kann die
Talsperre Klingenberg bei einer Flut mehr Wasser als bisher
kontrolliert ablassen.
Jetzt wird der Stollen für diese beiden neuen Aufgaben hergerichtet.
Sein baulicher Zustand wird noch kontrolliert und eventuell repariert.
Außerdem sind dort noch alte Leitungen drin, die niemand mehr benötigt
und die jetzt stören. Deswegen müssen sie ausgebaut werden. Gerade
dabei ist das Unglück passiert.
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Nach der Verpuffung bei Bauarbeiten an der Talsperre Klingenberg kamen
Fuerwehr und Krankenwagen zum Unfallort. Fotos: SZ/Franz Herz
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Auch zwei Rettungshubschrauber waren im Einsatz, um die Verletzten in ein Krankenhaus zu bringen.
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Einsatzfahrzeuge und der zweite Hubschrauber sind auf der Staumauer zu sehen.
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An der Staumaer der Talsperre wird derzeit gebaut. Die in 30 Metern
Tiefe leigende Unglücksstelle ist über einen Schacht zu erreichen
(Markierung),
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Donnerstag, 11. Februar 2010 (Sächsische Zeitung)
Unfallursache in Klingenberg wird noch gesucht
Der Unfallort im Schieberschacht bleibt bis heute abgesperrt.
Der Gesundheitszustand der zwei Bauarbeiter, die am Dienstag bei einer
Verpuffung an der Talsperre Klingenberg verletzt wurden, hat sich nach
Informationen der SZ gebessert. Sie sind aber weiter zur Beobachtung in
der Uniklinik in Dresden.
Gestern liefen die Untersuchungen zur Unfallursache. Verschiedene
Fachbehörden von der Kriminalpolizei bis zur Gewerbeaufsicht nahmen den
Unfallort unter die Lupe. Der Zugang blieb für andere noch gesperrt. Er
soll erst heute wieder freigegeben werden.
Die Verpuffung ist entgegen ersten Informationen nicht in dem Stollen
passiert, der unter der Staumauer hindurch führt, sondern im
Schieberschacht direkt darüber, informierte Sandra Kundel, Sprecherin
der Landestalsperrenverwaltung. Die Verantwortlichen der LTV gehen
davon aus, dass in dem Schacht kein nennenswerter Sachschaden passiert
ist. Die Bauarbeiter waren gerade bei Abrissarbeiten und haben alte
Leitungen zerschnitten, als der Unfall passierte. Durch diese Leitungen
ist bis letztes Jahr das Rohwasser für die Wasserwerke Klingenberg und
Dresden-Coschütz geflossen. Selbst wenn diese Rohre jetzt beschädigt
sind, macht das nichts, weil sie ohnehin herausgerissen werden. Der
Schacht selbst soll später mit Beton verfüllt werden. Michael Humbsch,
der Projektverantwortliche für die Sanierung der Talsperre, hält es
auch für unwahrscheinlich, dass sich durch den Unfall die Bauarbeiten
verzögern. (SZ/fh)
Samstag, 13. Februar 2010 (Sächsische Zeitung)
Verletzte Arbeiter sind noch im Krankenhaus
Von Franz Herz
Die Verpuffung in dem Schieberschacht an der Talsperre hat außer Rußflecken keine Sachschäden verursacht.
Den beiden Bauarbeitern, die am Dienstag dieser Woche auf der Baustelle
an der Talsperre Klingenberg verletzt wurden, geht es den Umständen
entsprechend gut, informiert die Landestalsperrenverwaltung. Die beiden
hätten keine Schäden durch Rauchgas erlitten, wie es befürchtet worden
war. Sie blieben aber noch zur Beobachtung im Krankenhaus.
Am Donnerstag durften zum ersten Mal Mitarbeiter der
Talsperrenverwaltung in den Einstiegsturm des Schachts steigen, wo das
Unglück passiert war. Dort gibt es außer Rußschwärzungen keine weiteren
Sachschäden. Das war auch nicht zu befürchten. Dort befinden sich keine
wertvollen Anlagen, die eventuell hätten beschädigt werden können.
Rohrleitungen, die durch den Schacht führen, werden ohnehin abgerissen.
Der Schacht selbst soll später mit Beton verfüllt werden.
Die Abbrucharbeiten im Grundablass-Stollen unter dem Schieberschacht
gehen weiter. Der Abriss im Schieberschacht ist noch gestoppt, solange
die Untersuchungen nach der Unfallursache nicht abgeschlossen sind.
Erst wenn alles aufgeklärt ist, darf dort wieder gearbeitet werden.
Ein Sachverständiger untersucht das Unglücksgeschehen. Sein Bericht
geht dann an die Beteiligten am Bau. Davon erwartet sich die
Talsperrenverwaltung auch Hinweise, wie in Zukunft solche
Arbeitsunfälle vermieden werden können.
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auch zum Sonnabend wurde wieder gearbeitet
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März
Dienstag, 2. März 2010 (Sächsische Zeitung)
Wie viel Risiko steckt in der Großbaustelle?
Von Franz Herz
Der Unfall vor Kurzem zeigt, dass die Großbaustelle in Klingenberg
gefährlich ist. Glücklicherweise ist er glimpflich abgegangen. Die
verletzten Bauarbeiter sind aus dem Krankenhaus entlassen, wie die
Landestalsperrenverwaltung (LTV) informiert. Die SZ zeigt an vier
Punkten, was an der Talsperre für die Sicherheit geschieht.
Sicherheitskreis wertet den Unfall genau aus
Über den Unfallhergang liegen erste Auswertungen vor. Diese werden
jetzt noch in einem Sicherheitskreis besprochen, an dem Baufirma,
Berufsgenossenschaft und die Landesdirektion mit ihrer Abteilung
Arbeitsschutz beteiligt sind.
Wahrscheinlich wird der Ablauf der Bauarbeiten in dem Unglücksschacht
verändert, informiert Michael Humbsch, der Projektverantwortliche für
die Talsperrensanierung bei der LTV. Der Schacht sollte ohnehin mit
Beton verfüllt werden. Dazu müssen nicht alle Rohre ausgebaut werden,
wie es ursprünglich geplant war. Diese haben ja bis zu einem Meter
Durchmesser und sind schon teilweise offen. Wenn hier der Beton
reinfließen kann, ohne dass neue Hohlräume entstehen, reicht das, und
die Rohre können drinbleiben.
Grossbaustelle hat eigenen Sicherheitskoordinator
Bis zu 20 verschiedene Firmen mit bis zu 80 Arbeitern sind in
Klingenberg tätig. Für eine Baustelle von dieser Größenordnung ist ein
eigener Sicherheits- und Gesundheitskoordinator vorgeschrieben. Die
Bauleute reden nur vom „Sigeko“. Diesen Auftrag hat die Dresdner
Niederlassung des Ingenieurbüros Kempa. Dessen Fachleute haben einen
Sicherheitsplan aufgestellt – ein dicker Ordner. „Wir passen den Inhalt
regelmäßig an, wenn kritische Arbeiten beginnen“, sagt Michael Wehner,
Dresdner Niederlassungsleiter von Kempa. Bei den Bauberatungen alle 14
Tage und bei Baustellenrundgängen ist der „Sigeko“ immer mit dabei.
Klingenberg findet auch viel öffentliches Interesse. „Da ist es auch
unsere Aufgabe, die Baustelle vor dem Publikum und Besucher vor
Gefahren zu schützen“, sagt Wehner.
Weltkriegsmunition vom Grund der Talsperre geborgen
Schutz der Öffentlichkeit war bei der Bergung von alter
Weltkriegsmunition oberstes Gebot. Nach Kriegsende 1945 hatten Soldaten
Munition und Waffen einfach von der Staumauer ins Wasser geworfen, wo
sie bis vor wenigen Woche lagen. Den gefährdeten Bereich an der Mauer
ließ die LTV systematisch vom Kampfmittelräumdienst absuchen und
beräumen. „Davon sollte niemand vorher erfahren, weil es für solche
Dinge ja auch illegale Sammler gibt, die wir nicht anlocken wollten“,
sagt Humbsch.
die Feuerwehr ist immer auf dem laufenden
Wenn doch etwas passiert, sind die Kameraden der Klingenberger
Feuerwehr die ersten, die helfen können. Damit sie wissen, wie sie an
die Baustelle gelangen, gibt es regelmäßig Treffen zwischen den
Verantwortlichen der Wehr und der Bauleitung. „Wir waren schon im
Tunnel, als der gebaut wurde. Es gab jetzt Mitte Februar wieder eine
Begehung mit dem Bauleiter und Mitte März, wenn es etwas trockener ist,
ist erneut eine geplant“, informierte Jörg Bier, Gemeindewehrleiter in
Pretzschendorf.

Die Staumauer der Talsperre Klingenberg ist eine riesige Baustelle.
Dort arbeiten große Bagger und selbst die sehen aus wie Spielzeug.
Zurzeit meißeln die Bauleute die alte Betonschicht von der Staumauer
ab. Rechts ist zu sehen, wie weit sie inzwischen gekommen sind. Foto:
Egbert Kamprath
Dienstag, 2. März 2010 (Sächsische Zeitung)
Operation am offenen Herzen
Franz Herz
Von herz.franz@dd-v.de
über die Arbeiten
an der Talsperre
Klingenberg
Die Mauer an der Talsperre Klingenberg hat eine andere Dimension als
das, was im Osterzgebirge zurzeit sonst gebaut wird. Es sind fast 40
Meter von der Krone der Staumauer bis nach unten. Auf der riesigen
Fläche der Staumauer pickern die Bauleute jetzt die alte Betonschicht
ab und ziehen anschließend eine neue Schutzschicht in mehreren Lagen
hoch. Hier lauern Gefahren wie auf jeder Baustelle. Da die Baustelle
größer ist als andere, sind auch die Risiken dort größer.
Dazu kommt, dass diese Baustelle mit einer Operation am offenen Herzen
vergleichbar ist. Während die Bauarbeiter an der Staumauer arbeiten,
läuft nebenan das Wasser für die Wasserwerke Klingenberg und
Dresden-Coschütz vorbei. Und niemand von uns merkt etwas davon, dass
derzeit das Wasser im Raum Dipps, Freital und großen Teilen Dresdens
über ein kompliziertes System aus der Vorsperre in Klingenberg und aus
der Talsperre Rauschenbach kommt. Das zeigt, dass die Bauleute ihr
Geschäft durchaus im Griff haben.
Dienstag, 9. März 2010 (Sächsische Zeitung)
Aus alter Talsperrenmauer wird neuer Baustoff
Von Annett Heyse
Alexander Slickers greift mit beiden Händen in den riesigen Berg
hinein. Splitt rieselt durch seine Finger. „Das ist feinstes Material,
eigentlich so gut, wie aus einem Steinbruch“, schwärmt er. Doch das
Mineralgemisch ist nicht nagelneu aus dem Erdreich gesprengt.
Es ist alt, in diesem Falle vor gut einhundert Jahren verbaut. Was bei
der Slickers GmbH in Grumbach tonnenweise in unterschiedlichsten
Körnungsgrößen lagert und zum Verkauf steht, ist der Betonbruch von der
Klingenberger Talsperrenmauer. Die Grumbacher machen daraus einen
neuen, hochwertigen Baustoff. Als Frostschutzschicht beim Straßen- und
Wegebau finden die Mauerreste anschließend ihre Wiederverwendung.
Die Idee, alte Baumaterialien, die abgebrochen wurden zu recyceln, ist
nicht neu. Alexander Slickers, zwar selbst erst 26Jahre jung, kennt
sich damit bestens aus. Sein Vater betrieb die Grumbacher Firma noch
unter dem Kürzel ARE bis Anfang 2009, verwertete Ziegel- und
Betonbruch. Vor allem in den Neunzigerjahren stand der Betrieb gut da.
Dann stoppten Verordnungen, die Recyclingmaterialien beim Straßen- und
Wegebau untersagten, den Absatz. Inzwischen sind die Verbote aufgehoben
und Slickers Junior hat den Betrieb in seine Hände genommen.
„Im Augenblick können wir sehr zufrieden sein“, freut er sich. Denn vor
allem das aus dem Klingenberger Mauerresten bestehende Material findet
reißenden Absatz. Die Talsperrenmauer selbst wurde zwischen 1908 und
1914 aus Bruchsteinen hochgezogen. Um sie auf der Wasserseite
abzudichten, verwendeten die Bauherren einen Beton, den sie mit
Natursteinen mischten. „Wahrscheinlich diente das der Stabilisierung“,
vermutet Slickers. Für ihn sei diese Methode heute Gold wert. „Durch
die Natursteine können wir ein hochwertiges Baumaterial brechen und
anbieten.“
Denn im Zuge der Sanierung wird die Betonschicht von der
Bruchsteinmauer gelöst und eine neue aufgezogen. Die Klötze – immerhin
rechnen die Sanierer mit etwa 3500Kubikmeter Beton bei einer
Mauerstärke von 0,60 bis 1,20Meter – kommen alle nach Grumbach. Bei
Slickers werden sie gebrochen und zu unterschiedlichen Körnungsgrößen
gesiebt.
Fremdstoffe werden aussortiert
Fremdstoffe, wie sie im Bauschutt durchaus vorkommen, gibt es hier
kaum. Und wenn doch mal ein Stück Holz, Baustahl oder Kunststoff
dazwischen steckt, tut das der Qualität des Recyclingmaterials – egal
ob aus Talsperrenbeton oder Ziegelschutt – kaum einen Abbruch. „Vor dem
Sieb ist eine kleine Sortierstation aufgebaut, wo die vorgebrochenen
Steine nochmals durchgesehen und Fremdstoffe per Hand aussortiert
werden“, erklärt der Firmen-Chef. Außerdem wird jede 500.Tonne, die den
Betriebshof verlassen soll, von einem unabhängigen Ingenieurbüro
geprüft.
Die Landestalsperrenverwaltung schätzt, dass der im Januar begonnene
Abbruch der Betonschicht bis in den Juni 2010 hinein andauert.
Alexander Slickers rechnet damit, dass er und seine drei Mitarbeiter
bis Ende des Jahres vom Klingenberger Beton gut leben können.
Das recycelte Material veräußert Slickers beispielsweise in die
unmittelbare Nachbarschaft – die derzeit im Bau befindliche
Ortsumgehung der B173 zwischen Kesselsdorf und Grumbach wird auch auf
seinem Schotter errichtet. Dazu haben viele andere Baufirmen
mitbekommen, dass der Klingenberg-Grumbacher Baustoff kein schlechter
und dazu noch günstig ist: Pro Tonne kostet er zwischen 50Cent und
einem Euro weniger als Material aus einem Steinbruch.
Montag, 22. März 2010 (Sächsische
Zeitung)
Ein Bau für weitere hundert Jahre
Franz Herz
Von Herz.Franz@dd-v.de
über die Sanierung
der Talsperre
Klingenberg
Die Talsperre Klingenberg wird nicht einfach nur saniert auf dem Stand,
den sie bisher hatte, sondern sie wird auch ausgebaut. So hat die
Talsperre bereits einen Stollen zur Hochwasserentlastung bekommen. Nicht
nur die Sperrmauer wird abgedichtet, sondern auch unterirdisch ein
Dichtungsschleier eingebaut. Mit Präzisionssprengungen haben die
Bauleute einen Kontrollgang in die Sperrmauer getrieben, den sie bisher
nicht hatte.
Dabei gibt es zwei Maßstäbe, den heutigen Stand der Technik und die
Erfordernisse des Hochwasserschutzes, die nach der Augustflut 2002
überarbeitet worden sind. Diese Maßstäbe verteuern die Sanierung, aber
sie sind kein Luxus. Die Talsperre soll schließlich ein Bau für weitere
hundert Jahre werden. Fachleute nehmen an, dass sie noch heftigere
Überflutungen erleben wird als in der Zeit bis 2002. Wenn das Bauwerk
denen dann standhält, ohne so schwer beschädigt zu werden wie bei der
Augustflut 2002, ist das ein Sicherheitsgewinn und spart
Reparaturkosten.
Abriss in Klingenberg geht voran
Von Franz Herz
Die Arbeiten an der Talsperre Klingenberg gehen auch bei schlechtem
Wetter mit Hochdruck weiter. Die Erneuerung der Dichtwand ist jetzt an
der Reihe. Sie ist der wichtigste Teil der Staumauer. Ihre Erneuerung
geschieht in drei Schritten. Abriss soll noch vier bis sechs Wochen dauern
Derzeit fallen die Abrissarbeiten an der Sperrmauer am ehesten ins Auge.
Ein großer grüner Bagger mit 20 Meter langem Arm meißelt die alte
Dichtschicht von der Talsperrenmauer ab. Immer wieder schütten die
Bauleute ein Podest aus Schutt auf, von dem aus die Maschine die oberen
Teile der Mauer erreicht, beobachtet Gunter Fichte. Der
Obercunnersdorfer ist als Gästeführer regelmäßig an der Talsperre
unterwegs.
Die Dichtwand ist der entscheidende Bauteil der ganzen Sperre. Sie sitzt
wie eine Haut auf der Wasserseite der Staumauer und ist knapp einen
Meter stark. Sie hält das Wasser auf. Der ganze Rest der Staumauer dient
nur dazu, der Dichtwand Stabilität zu geben. Weil diese Wand so wichtig
ist für die Funktion der Sperre, lässt die Landestalsperrenverwaltung
sie komplett erneuern, informiert Michael Humbsch, bei der
Talsperrenverwaltung für die Sanierung in Klingenberg zuständig. Der
Abriss der rund 3500 Kubikmeter Beton wird noch vier bis sechs Wochen
dauern, schätzt Humbsch. Jetzt sind die Bauleute fast in der Mitte.
Vom Fundament geht eine Dichtung in den Untergrund
Bevor dann die neue Dichtwand nach oben wachsen kann, benötigt sie ein
Fundament. „Sobald der Frost raus ist, werden die Arbeiten daran auf der
Ostseite der Talsperre beginnen“, kündigt Humbsch an. Das wird ein
Betonband, das sich unten an der ganzen Länge der Staumauer entlang
zieht. Zum Fundament gehört noch eine Dichtung, die auch in den Untergrund
reicht. Dazu bohren die Bauarbeiter Löcher durch den Beton in den Fels
und pressen eine Dichtungsmasse in den Boden. Damit kann auch kein
Wasser unter der Sperrmauer durchfließen. „Wir hatten das bisher in
Klingenberg nicht. Aber eine solche Abdichtung ist heute einfach Stand
der Technik“, sagt Humbsch.
Die neue Dichtwand hat vier verschiedene Lagen
Die Bauleute bereiten gleichzeitig den Bau der neuen Dichtwand vor. Sie
wird aus vier Schichten aufgebaut. Zuerst wird eine Ausgleichsschicht
auf die Staumauer betoniert, welche die Unebenheiten der Staumauer nach
dem Abriss überdeckt. Dies wird ein höchst anspruchsvolles Bauwerk. Die
Ausgleichsschicht muss sehr eben werden. Ein Vermesser ist dafür schon
an der Arbeit. Mit einem Lasergerät nimmt er die Staumauer auf.
Auf diese Ausgleichsschicht kommt eine Gleitschicht aus Bitumen. Davor
kommen zwei weitere Schichten, die sich beispielsweise bei Wärme und
Kälte dehnen und zusammenziehen. Wenn sie direkt mit der Hauptmauer
verbunden würden, könnte das Risse geben.
Diese zwei Schichten sind erstens eine Dränagewand, die aus Hohlziegeln
hochgemauert wird, und außen dran kommt schließlich die entscheidende
Dichtschicht aus wasserdichtem Beton. Sollte sie doch irgendwo undicht
werden, läuft das Wasser in den Hohlziegeln nach unten und kann nicht
die Sperrmauer ausspülen.
Man kann sich die ganze Konstruktion vorstellen wie eine separate Wand,
die sich gegen die Sperrmauer lehnt. Meterlange Metallanker halten sie
fest.
Gästeführer Gunter Fichte erklärt die Bauarbeiten an der Talsperre bei
seinen geführten Touren. Die nächste startet am Sonntag, dem 21. März,
um 14Uhr an der Waldschänke.

Mit schwerem Gerät arbeiten die Bauleute an der Sperrmauer der Talsperre
Klingenberg, um die alte Dichtwand zu entfernen. Rund 3500Kubikmeter
Beton müssen sie von der Sperrmauer heruntermeißeln. Die Dichtwand ist
der wichtigste Bestandteil der Mauer. Daher wird sie nicht repariert,
sondern komplett abgerissen und in vier Schichten neu aufgebaut. Sobald
das Wetter besser ist, beginnen die Arbeiten am Fundament. Foto: Egbert
Kamprath
Bagger bricht an der Talsperre
Klingenberg in ein altes Gewölbe ein
Klingenberg. Am Montag ist auf der Baustelle zur Sanierung der
Talsperrenmauer in Klingenberg eine Havarie passiert. Das alte Gewölbe
des Grundablasses, wo die Wilde Weißeritz durch die Mauer fließt, ist
eingestürzt, als ein Bagger darüber gefahren ist. „Verletzte gab es
dabei nicht“, informierte Michael Humbsch, der Projektverantwortliche
für die Sanierung bei der Landestalsperrenverwaltung.
Hauptproblem war, dass bei der Havarie auch viel Erde ins Wasser
gefallen ist und sich das Wasser aufgestaut hat. Die Wilde Weißeritz
wurde damit stark getrübt. Die Staumeister haben dann den Fluss durch
den Entlastungsstollen um die Baustelle herum geleitet, damit kein
weiteres Wasser mehr durch die Baustelle fließt.
Die Bauarbeiter haben den Bagger gestützt und von der Unglücksstelle
weggezogen. An dem eingestürzten Gewölbe setzen sie nun Stahlbügel ein,
die mit Brettern verkleidet werden. Damit kann kein weiteres Erdreich
ins Wasser rutschen. Viel Erde wurde mitgeschwemmt und hat sich im
Tosbecken hinter der Staumauer abgesetzt. Das muss dort noch
herausgeräumt werden. (SZ/fh)
Freitag, 23. April 2010 (Sächsische
Zeitung)
Die Talsperre ist eine Attraktion mit
Risiken
Von Franz Herz
Eine Baustelle wie an der Talsperre Klingenberg, wo jeden Tag etwas
Neues passiert, ist eine Attraktion für Besucher. Die SZ erklärt, wie
man das Geschehen besonders gut sehen kann und wo Gefahren lauern.
Aussichtspunkte bieten Blick auf die Baustelle
Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) als Bauherr will die
Öffentlichkeit über das Baugeschehen an der Talsperre informieren.
Deswegen hat sie Aussichtspunkte eingerichtet. Michael Humbsch ist der
Projektverantwortliche für die Sanierung der Sperre. Er berichtet: „Wir
haben Stellen geschaffen, von wo Besucher gefahrlos einen Blick auf die
Baustelle werfen können.“
Ein solcher Aussichtspunkt liegt unterhalb der Baubaracke, ein zweiter
oberhalb der Gaststätte Lindenhof hinter dem Gebäude der Staumeisterei.
„Die beste Übersicht über die gesamte Staumauer hat man vom
Richard-Friedrich-Platz, wo jetzt auch eine Bank aufgestellt wurde“,
sagt Humbsch. Gästeführer bieten auch Touren an der Baustelle mit
Erklärungen an.
Gästeführer bieten eigene Touren an
Für solche Wanderungen hat die Landestalsperrenverwaltung vor wenigen
Tagen Gästeführer eingewiesen. Einer die Initiatoren ist der
Obercunnersdorfer Gunter Fichte vom Gästeführerverein Silbernes
Erzgebirge. Er berichtet: „Wir waren dort acht Teilnehmer. Sechs haben
jetzt als Gästeführer Talsperrentouren in ihrem Angebot.“ Die LTV hat
ihnen Übersichtspläne zur Verfügung gestellt, Faltblätter mit
Informationen zum Bauablauf und Sicherheitshinweise gegeben. Die
Nachfrage ist groß. „Firmen und Vereine haben sich für die nächsten
Wochen angemeldet“, berichtet Fichte. Den Kontakt zu den Führern stellen
die Gaststätten „Waldschänke“ und „Lindenhof“ her.
Die Baustelle selbst ist wegen der Sicherheit tabu
Selbst mit Führer bleibt die Baustelle für die Öffentlichkeit tabu. Ein
Bauvorhaben von den Ausmaßen wie in Klingenberg ist immer gefährlich.
Deswegen lassen die Baufirma Züblin und die LTV in Sicherheitsfragen
keine Luft ran. Ein Bauzaun riegelt die Hauptbaustelle an der Sperrmauer
ab. Das gehört zu den Aufgaben des Ingenieurbüros Kempa, das für die
Sicherheit in Klingenberg verantwortlich ist. Dessen
Niederlassungsleiter, Michael Wehner, sagt: „Bei einer Baustelle, die so
viel öffentliches Interesse findet, ist es unsere Aufgabe, sie vor dem
Publikum und Besucher vor Gefahren zu schützen.“
Durchquerungen des Stauraums sind verboten
Reizvoll wäre es, im trockenen Stauraum, sozusagen auf dem Grund des
Stausees, zu wandern. Aber dies ist ebenfalls verboten. Denn das ist
nicht mehr der feste Untergrund, der vor hundert Jahren geflutet wurde.
Sondern es ist die Oberfläche des Schlamms, der sich seitdem abgesetzt
hat. Kein Mensch weiß, wie fest und tief diese Schlammschicht ist.
Vergangenes Jahr ist ein Angler so tief in ein Schlammloch gesackt, dass
andere ihn herausziehen mussten.
Michael Humbsch erklärt den Standpunkt der LTV: „Wir können den Stauraum
nicht so absichern, dass Leute dort gefahrlos reingehen können.
Deswegen warnen wir mit Schildern und verbieten das Betreten.“ Gunter
Fichte verhandelt noch mit der LTV, ob sich nicht ein sicherer Weg
finden lässt, wo Gäste wenigstens mit Führer den Stauraum durchwandern
könnten. Das hätte einen Vorteil: Teilnehmer an einer geführten
Wanderung sind über den Bundesverband der Gästeführer versichert.

Jeden Tag gibt es etwas Neues an der Baustelle der Talsperre
Klingenberg. Jetzt überragt ein großer Kran die ganze Staumauer. Auf der
Vorderseite hängen grüne Netze. Diese sind vom Naturschutz
vorgeschrieben. Sie sollen Schwalben jetzt im Frühjahr davor schützen,
sich an der Baustelle einzunisten. Für Neugierige Besucher gibt es
mehrere Möglichkeiten, die Baustelle zu beobachten. Foto: Egbert
Kamprath
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ein schöner Apriltag an der Talsperre
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isländisches Flair an der Talsperre Klingenberg
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Panoramablick zur ehemaligen Holzmühle
12.05.2010
wochenkurier, Ausgabe Freital
Talsperre: Munition gefunden
Im Stauraum der Talsperre Klingenberg ist im Bereich der früheren
Holzmühle alte Munition gefunden worden. Sie wurde fachgerecht
entschärft und kann nun bei Führungen angeschaut werden. Klingenberg.
Im Stauraum der Talsperre Klingenberg ist im Bereich der früheren
Holzmühle alte Munition gefunden worden. „Die Mitarbeiter der
Staumeisterei haben den Fund daraufhin angezeigt, der inzwischen durch
den Kampfmittelbeseitigungsdienst fachgerecht beseitigt wurde“,
informiert Sandra Kundel, die Pressesprecherin der Behörde. Aus
diesem Grund möchte sie noch einmal dringend darauf hinweisen, dass der
derzeit leere Stauraum der Talsperre nicht betreten werden darf. Es
besteht Lebensgefahr, heißt es. Es ist zum einen gefährlich, weil sich
noch weitere Munition im Boden befinden könnte. Zum anderen sind einige
Bereiche im Stauraum, die seit vielen Jahrzehnten immer unter Wasser
gestanden haben, extrem morastig. Da das oft nicht immer auf den ersten
Blick zu erkennen ist, sind diese Bereiche besonders gefährlich. Die
Verwaltung hat an den Wanderwegen rund um die Talsperre Klingenberg
entsprechende Warnschilder aufgestellt. Bis zum Ende der Bauarbeiten an
der Staumauer im Jahr 2012 bleiben sie gültig. Auch ein Betreten der
abgesperrten Baustellenbereiche auf und an der Staumauer ist aus
Sicherheitsgründen untersagt. „Informationen zu geführten Touren um
den Stauraum und an der Baustelle erhalten interessierte Besucher in den
Gaststätten im Bereich der Talsperre“, so Sandra Kundel.
Iris Schmidt

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist zuständig, wenn - wie in
Klingenberg - Munition gefunden wird. Foto: ar
SZ vom 05./06.06.20
Freitag, 11. Juni 2010 (Sächsische Zeitung)
Ausfall des Wasserwerks Coschütz
Eine Wassertrübung führt zum Abstellen. Drei andere Wasserwerke
sichern die Trinkwasserversorgung.
Gestern wurde der Betrieb des Wasserwerkes Coschütz auf der Kohlenstraße
vorübergehend eingestellt. „Eine Trübung unseres Rohwassers garantierte
nicht mehr, dass wir das Trinkwasser qualitätsgerecht aufbereiten
konnten“, sagt Michael Weiß, Abteilungsleiter im Wasserwerk Coschütz.
Das Wasserwerk Coschütz wird über die Vorsperre der Talsperre
Klingenberg gespeist, in die die Wilde Weißeritz fließt. Die Talsperre
selbst wird gegenwärtig saniert. Die Wilde Weißeritz entspringt in der
Nähe des Erzgebirgskamms und führt zurzeit viel Schlamm mit sich. Er
kommt von den angrenzenden Feldern und wurde durch die starken,
unwetterartigen Regenfälle im Erzgebirge ausgeschwemmt.
„Wir hoffen, dass wir heute wieder die gute Qualität unseres Trinkwasser
sichern und wieder in Betrieb gehen können“, sagt Michael Weiß. Solange
das Coschützer Werk nicht arbeitet, übernehmen Tolkewitz und Hosterwitz
die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Unterstützt werden sie
durch das Wasserwerk Gottleuba, zudem noch eine Verbindung nach Dresden
aus der Zeit der DDR besteht. „Die Trinkwasserversorgung ist immer
gesichert“, sagt Michael Weiß. Das Coschützer Wasserwerk deckt
normalerweise den Bedarf der südlichen Dresdner Stadtteile und ist für
hohe Trinkwasserqualität bekannt. Außerdem befindet sich auf dem Gelände
die zentrale Steuerwarte für die Wasserversorgungsanlagen der Stadt
sowie das Trinkwasserlabor zur Qualitätsüberwachung. (SZ/md)
Samstag, 12. Juni 2010 (Sächsische
Zeitung)
Nach Ausfall arbeitet Coschützer
Wasserwerk wieder
Coschütz
Das Wasserwerk Coschütz beliefert seit Freitag wieder die Haushalte im
gesamten Dresdner Süden mit Trinkwasser. Das Wasserwerk war am
Donnerstag vom Netz genommen worden, weil aus der Vorsperre der
Talsperre Klingenberg, von dort erhält Coschütz sein Rohwasser, trübes
Wasser kam. Dies ging nicht mehr zu reinigen. Durch die Wilde Weißeritz
war Schlamm von Feldern in die Vorsperre geschwemmt worden.
Daraufhin wurde der Notfallplan der Landestalsperrenverwaltung
aktiviert. Rund die Hälfte des trüben Wassers wurde aus der Vorsperre
kontrolliert abgelassen. Im Gegenzug öffneten die Staumeister die
Schieber an der Lehnmühlensperre und füllten die Klingenberger Vorsperre
mit sauberem Wasser auf. Die Vorsperre dient als provisorisches
Wasserreservoir während der Sanierung der Mauer der Talsperre
Klingenberg. (SZ)
Samstag, 12. Juni 2010 (Sächsische
Zeitung)
Frischwasser für Dresden aus der
Lehnmühle
Das Wasserwerk Coschütz bekommt jetzt wieder Wasser aus der
Vorsperre. Sie ist mit sauberem Wasser aufgefüllt worden.
Die Vorsperre der Talsperre Klingenberg liefert seit gestern wieder
Wasser für das Wasserwerk in Dresden-Coschütz, informierte Sandra
Kundel, die Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Am Donnerstag hat
die Drewag das Wasserwerk vom Netz genommen, weil aus der Vorsperre in
Klingenberg trübes Wasser kam, das nicht mehr zu reinigen ging (SZ
informierte gestern). Die Unwetter diese Woche hatten Erde von den
Feldern in die Vorsperre geschwemmt.
Die Landestalsperrenverwaltung hat ihren Notfallplan für diesen Fall
aktiviert und rund die Hälfte des trüben Wassers aus der Vorsperre
abgelassen. Im Hochwasserentlastungstunnel ist es an der Talsperre
vorbei und in der Wilden Weißeritz abgeflossen. Im Gegenzug haben die
Staumeister die Schieber an der Lehnmühlen-Sperre geöffnet und die
Vorsperre mit sauberem Wasser wieder aufgefüllt. Nun liefert sie wieder
Trinkwasser. Die Vorsperre dient als provisorisches Wasserreservoir,
während die Mauer der Hauptsperre saniert wird.
Nicht betroffen von der Havarie war die Rohwasserlieferung für das
Wasserwerk Klingenberg, das den Raum Freital und Dippoldiswalde mit
Trinkwasser versorgt. Dafür gibt es eine separate Überleitung, die
Wasser aus den Talsperren Lichtenberg und Rauschenbach nach Klingenberg
leitet. Diese Röhre führt zwar ebenfalls durch die Vorsperre und im
Tunnel an der Hauptsperre vorbei. Es ist aber eine getrennte Leitung,
die nicht im Kontakt mit dem Vorsperrenwasser steht. (SZ/fh)
Samstag, 19. Juni 2010 (Sächsische
Zeitung)
Panzerfaust an Talsperre gefunden
Klingenberg
An der Staumauer der Talsperre Klingenberg haben Bauarbeiter am
Donnerstagnachmittag erneut Hinterlassenschaften aus dem Zweiten
Weltkrieg gefunden. Wie die Polizeidirektion mitteilte, entdeckten sie
diesmal den Kopf einer Panzerfaust. Das wurde zum Glück rechtzeitig
gemerkt. Der Sprengsatz konnte aber nicht sofort beseitigt werden. Weil
der zuständige Kampfmittelbeseitigungsdienst am Donnerstag eine
Fliegerbombe in Dresden bergen musste, wurde der Fundort nur gesichert
und die Waffe gestern geborgen. (SZ)
Dienstag, 29. Juni 2010 (Sächsische
Zeitung)
Talsperren-Baustelle hat eine
Kläranlage
Klingenberg
Bei der Sanierung der Talsperre Klingenberg ist jetzt zur Reinigung der
Abwässer von der Baustelle eine eigene Kleinkläranlage aufgebaut worden,
informierte Michael Humbsch, Projektverantwortlicher der
Landestalsperrenverwaltung.
Bisher gab es ein Absetzbecken, wo die Schmutzanteile des Abwassers zu
Boden sanken, ehe das übrige Wasser in die Wilde Weißeritz geleitet
wurde. Dessen Reinigungswirkung hat aber nicht ausgereicht. Nun wurde
eine sogenannte Flockungsanlage aufgestellt, die das Wasser besser
reinigt. Die Flocken können leicht herausgefiltert werden, und das
saubere Wasser bleibt übrig. (SZ/fh)
Mittwoch, 21. Juli 2010 (Sächsische
Zeitung)
Zweite Öffnung für die Talsperre
Klingenberg
Von Franz Herz
Die Talsperre Klingenberg bekommt einen neuen Grundablass. Das ist eine
zweite Öffnung, durch die bei Hochwasser der Abfluss besser reguliert
werden kann. Die Arbeit läuft in drei Schritten.
Alter Anstrich bringt den Zeitplan durcheinander
Der neue Grundablass führt durch den 160 Meter langen alten
Umleitungsstollen an der Ostseite der Staumauer. Durch ihn haben unsere
Vorfahren beim Bau der Mauer die Weißeritz über die Baustelle geleitet.
Als sie fertig waren, haben sie ihn mit einer meterdicken Betonplombe
abgedichtet. Seitdem ruhte er auf dem Grund des Stausees. Ihn neu in
Gang zu bringen, hat es in sich, berichtet Michael Humbsch, der bei der
Talsperrenverwaltung für die Sanierung in Klingenberg verantwortlich
ist.
Zuletzt machte der wasserdichte Schwarzanstrich an der Innenseite des
Stollens Ärger. Talsperrenverwaltung und Baufirma Züblin wollten den
einfach abwaschen. Doch das ging nicht. „Der Baubetrieb musste mit dem
Sandstrahler ran“, berichtet Humbsch. Dabei entstand ein Gemisch aus
Sand, Wasser und dem alten Anstrich. Das musste die Baufirma auffangen
und von einer Spezialfirma entsorgen lassen. Das alles hat die Arbeiten
verzögert.
Damit sind aber die Abrissarbeiten in dem Stollen abgeschlossen. Seit
Monaten haben die Bauleute alte Röhren herausgeschnitten, Leitungen
abgebaut und die Betonplombe mühsam entfernt. Bei solchen Arbeiten ist
es im Frühjahr zu einer Verpuffung gekommen.
Neue Betonröhre kommt in den Stollen
Der neue Grundablass ist eine komplizierte Konstruktion mit einem
eigenen Einlaufbauwerk und einer Toskammer am Auslauf. Daran arbeiten
die Bauleute derzeit. Die Toskammer verwirbelt das Wasser. Dabei
verliert es seinen Schwung und fließt ruhig weiter in das Flussbett.
Als Grundablass muss der Stollen höheren Anforderungen standhalten als
früher. Deswegen wird im Innern eine neue Röhre aus Spritzbeton gebaut.
Bei diesen Arbeiten will der Baubetrieb den Zeitverzug aufholen, der
durch das Sandstrahlen entstanden ist. Zusätzliche Schalungen dafür hat
er schon gebaut. Eventuell wird eine zweite Schicht eingesetzt.
Ende September soll die neue Leitung stehen
Die Zeit drängt. Ab Oktober soll die Wilde Weißeritz, die jetzt noch
durch den alten Grundablass in der Mauermitte fließt, ihren Weg durch
den neuen Grundablass nehmen. Danach werden die Einbauten aus der
jetzigen Schieberkammer in der Mauermitte entfernt, sie wird wegen ihrer
Form im Volksmund Schildkröte genannt. Dabei wird für kurze Zeit ein
Loch in der Staumauer offen stehen. Dieser Arbeitsschritt muss in den
Monaten Oktober, November laufen. Das ist erfahrungsgemäß eine trockene
Jahreszeit. „Vor einem eventuellen Winterhochwasser muss es auf jeden
Fall wieder geschlossen sein“, sagt Humbsch.
Der neue Grundablass wird eine von vier Möglichkeiten, den Wasserstand
in der Talsperre zu steuern. Mit dem Hochwasserentlastungsstollen, dem
normalen Betriebsablass, dem Grundablass und dem Überlauf, über den im
Notfall das Wasser strömt, können die Staumeister auf ein Hochwasser
dann flexibler reagieren als bisher.
Samstag, 31. Juli 2010 (Sächsische Zeitung)
Ortschronist will die alten Steine in der Talsperre lassen
Pretzschendorf
Zu den Überlegungen, historische Steine, die auf dem Grund der Talsperre
Klingenberg gefunden wurden, auszustellen, meldet sich Siegfried Funke
aus Pretzschendorf zu Wort. Er gehört zur Gruppe der Ortschronisten in
Pretzschendorf.
„Ich denke, die Steine sind am besten aufgehoben, wenn man sie auf dem
Grund der Talsperre lässt, wo sie die letzten 100 Jahre ja auch lagen“,
sagt er. Ihm missfällt der Gedanke, die historischen Steine am Rande der
Talsperre aufzustellen, damit sie auf alte Wege oder Gebäude hinweisen,
die in den Fluten untergegangen sind, wie den Buttersteig oder die
Holzmühle.
Funke beobachtet die Umbauarbeiten an der Talsperre aus nächster Nähe.
„Ich habe Wald, der dort angrenzt“, berichtet er. Er beobachtet viele
Menschen, die die Talsperre besuchen und sich auch für die Geschichte
interessieren. „Aber dort müsste man Bildtafeln zur Information
aufstellen. Die Steine allein reichen nicht.“ (SZ/fh)
Talsperre Klingenberg und Dresden wurden Filmkulisse für neuen RTL-Action-Thriller
Von M. Dänhardt u. R. Schlesinger
Die Talsperrenbaustelle war am Wochenende Drehort für ein Filmteam,
das zuvor auch schon in Dresden mit der Kamera unterwegs war.
Spaziergänger an der Talsperre Klingenberg reckten am vergangenen
Sonntag die Hälse. Auf der Baustelle war etwas los, das allerdings ganz
und gar nicht nach Bauarbeiten aussah. Viel zu sehen außer ein paar
Autos mit fremden Kennzeichen bekamen die Wanderer aber nicht. Zum
eigentlichen Ort des Geschehens gab es keinen Zugang.
Aufklärung kann Sandra Kundel, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung
Sachsen, liefern. „Eine Filmproduktion hat am vergangenen Sonntag im
Auftrag von RTL an der Baustelle gedreht“, sagt sie. Alles ganz
offiziell mit einer Genehmigung zum Betreten des ansonsten gesperrten
Baustellengeländes.
Flut spielt im Film eine Rolle
Auch wer in den letzten zwei Wochen in Dresdens Stadtzentrum unterwegs
war, dem konnte es leicht passieren, dass er in die Dreharbeiten dieser
Filmproduktion geriet. Clevere zückten dann gleich selbst Handy oder
Fotoapparat, um den Dreh zu dokumentieren. Dresden als Filmkulisse hat
immer noch Seltenheitswert.
Doch in diesem Fall boten sich Elbufer, Neumarkt, Albertinum,
Augustusbrücke – die sogar für den Autoverkehr einen Tag gesperrt wurde –
einfach an. „Die Flut von 2002 spielt in dem Pilotfilm ,Mein Land‘ eine
Rolle“, sagt Pressesprecherin Katrin Feldmann. „Also wollten RTL und
die Produktionsfirma Constantin Television auch an authentischen Orten
drehen.“
Weniger authentisch ist die Geschichte, doch das erwartet bei einem
Action-Thriller auch keiner. Im Mittelpunkt des 90-minütigen TV-Films
stehen die LKA-Beamten Carl Berger und Markus Maiwald. Die zwei sind
befreundet, doch sehr unterschiedlich im Charakter. Familienvater Markus
ist sicherheitsbewusst, Carl dagegen ein Draufgänger.
Daran ändert sich nichts, als er selbst Zielscheibe eines verrückten
Bombenlegers zu sein scheint, der eine ganze Reihe von Leuten ermordet.
Den Kriminalbeamten fällt bald auf, dass die Opfer wichtige Positionen
im Katastropheneinsatz während der Flut hatten.
Kriminalist Carl wird von Dominic Boer gespielt, der schon in
verschiedenen TV-Serien, beispielsweise „Soko Wismar“, mitwirkte.
Comedy-Fans könnten ihn von den „Dreisten Drei“ kennen.
In der Rolle des Familienvaters Markus ist Jörg Schüttauf zu erleben,
der oft in Fernsehfilmen spielt. Gestern Abend war er zum Beispiel beim
ZDF in „So glücklich war ich“ zu sehen.
Den Darsteller, der 1961 in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz,
geboren wurde, verbindet einiges mit Dresden. Während seiner Lehre zum
Theatertischler in Karl-Marx-Stadt fuhr er zum Theorieunterricht immer
nach Dresden.
Serie ist geplant
Da wurden beim Dreh Erinnerungen wach. „Es hat sich viel verändert“,
sagt Jörg Schüttauf. So viel, dass er bald wiederkommen werde – nicht
zum Dreh, sondern für eine Entdeckungstour. „Mein Land“ wird
voraussichtlich Anfang 2011 bei RTL gesendet. Kommt der Pilotfilm gut
an, wird daraus eine Serie.

Dominic Boer (vorn) und Jörg Schüttauf während einer Szene für den
RTL-Actionfilm „Mein Land“, für den zwei Wochen lang in Dresden gedreht
wurde. Foto: Robert Michael
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21.08.2010
die Talsperre am 21.08.2010, die Natur hat schon fast alles wieder zurückerobert
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In Klingenberg laufen Betonarbeiten
Klingenberg
Diese Woche wird das Übergangsbauwerk zum künftigen Grundablassstollen
auf der Wasserseite der Staumauer der Talsperre Klingenberg betoniert,
informierte der Bauverantwortliche bei der Landestalsperrenverwaltung,
Michael Humbsch.
Dieser Übergang ist 15Meter lang und war kompliziert zu schalen. Es
beginnt am Einlaufbauwerk, das viereckig ist. Am Ende mündet es in den
Stollen. Dieser ist rund und mit einen Durchmesser von 2,50Meter auch
kleiner. (SZ/fh)
Dienstag, 28. September 2010 (Sächsische Zeitung)
Neuer Verschluss für Stollen in Klingenberg
Von Franz Herz
Die Talsperre bekommt einen neuen Grundablass. Er ist inzwischen fast fertig und kann enorme Mengen Wasser regulieren.
Die Stahlteile, die den neuen Grundablass an der Staumauer Klingenberg
verschließen werden, sind fertig. „Wir hatten vergangene Woche die
Werksabnahme“, sagt Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung in Klingenberg
verantwortlich ist. Stahlbau Beeskow in dem gleichnamigen Ort hat die
Teile hergestellt. Jetzt werden die Rahmen in Klingenberg montiert.
Danach folgt eine erneute Abnahme. Ist die erfolgreich, werden die
Bauarbeiter ringsum die Bewehrung einbauen, damit die Rahmen mit Beton
vergossen werden können.
Der Grundablass bekommt zwei Verschlüsse. Hauptsächlich sollen zwei
Schütze, das sind bewegliche Wehre, den Abfluss des Wassers steuern. Die
Schütze werden sofort eingebaut, wenn die Rahmen fertig sind. Davor
kommt eine zweite Stahlabsperrung, die den Stollen dicht hält, wenn
beispielsweise eines der Schütze einmal repariert werden muss. Der
Grundablass ist entscheidend für die Funktion der Talsperre. Deswegen
ist hier doppelte Sicherheit erforderlich.
Die Verschlüsse sind so ausgelegt, dass durch den Grundablass über die
beiden Schütze 30Kubikmeter Wasser in der Sekunde kontrolliert abfließen
können. Welche Massen dies sind, zeigt ein Vergleich. Gestern Mittag
flossen in der Weißeritz bei Klingenberg zehn Kubikmeter Wasser pro
Sekunde – und da war der Fluss schon satt gefüllt.
Donnerstag, 30. September 2010 (Sächsische Zeitung)
Gerüste klettern an der Talsperre Klingenberg
Von Franz Herz
Mit spezieller Technik betonieren die Bauleute die neue Dichtwand. Damit wird die Staumauer wieder wasserdicht.
Mit Klettergerüsten arbeiten die Bauleute derzeit an der Staumauer der
Talsperre Klingenberg, um die neue Beschichtung auf die Wasserseite der
Staumauer zu betonieren, informierte Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Sperre verantwortlich
ist. Sieben Klettersätze sind zurzeit im Einsatz. Weitere sind noch
bestellt, um die Arbeiten zu beschleunigen. Insgesamt sollen es zehn
werden. Ein solches Gerüst kann an der Staumauer direkt befestigt werden
und sozusagen die Mauer hochklettern. Eines reicht jeweils aus, um eine
Mauerfläche von acht Meter Breite und vier Meter Höhe zu betonieren.
Der Kern der Staumauer besteht aus Natursteinen und wäre
wasserdurchlässig. Um sie abzudichten, wird eine eigene Dichtwand
sozusagen vor die Staumauer gestellt. Die besteht aus vier Schichten.
Jetzt wird dafür auf die Natursteinmauer eine Ausgleichsschicht
betoniert. Sie muss die Unebenheiten der Natursteine ausgleichen und
wird mit höchster Präzision gearbeitet. Für diese Schicht sind die
Klettergerüste im Einsatz. Damit brauchen die Bauleute insgesamt rund
hundert Tage, um die gesamte Mauerfläche zu bearbeiten. Auf die
Ausgleichsschicht kommen drei weitere Schichten. Auf der Ostseite der
Staumauer wollen die Bauleute die Dichtmauer schon so weit fertig
bekommen.
Freitag, 1. Oktober 2010 (Sächsische Zeitung)
Anker in die Staumauer gesetzt
Klingenberg
Zurzeit werden Anker an der Staumauer in Klingenberg befestigt, die
später die Dichtwand halten, die davor betoniert wird. „Die
Ankerarbeiten sind zu 70Prozent abgeschlossen“, sagt Michael Humbsch von
der Talsperrenverwaltung. Jeder dieser meterlangen Stahlanker wird in
die Natursteinmauer gesetzt und dann getestet, ob er wie berechnet hält.
(SZ/fh)
Erster Abschnitt an Klingenberger Staumauer fertig
Die Wilde Weißeritz wird jetzt um das Bauwerk geleitet.
Der erste Bauabschnitt bei der Sanierung der Klingenberger Staumauer ist
fertig. Wie die Landestalsperrenverwaltung informierte, wird nach einem
Jahr Bauzeit ab heute die Wilde Weißeritz um die Staumauer geleitet.
Dazu war es erforderlich, den ehemaligen Umleitungsstollen zum
Grundablassstollen umzubauen. Bisher wurde das Wasser durch die
Staumauer abgeleitet.
Damit können noch in diesem Jahr die alten Grundablass- und
Entnahmeleitungen sowie der restliche Schieberturm abgerissen werden.
Danach werden die neuen Entnahmeleitungen einbetoniert und ein neuer
Schieberturm gebaut. Gleichzeitig werden die Arbeiten an der Dichtwand
fortgeführt.
Die Landeshauptstadt wird wie bisher mit Trinkwasser über die Talsperre
Lehnmühle und die Vorsperre Klingenberg weiter versorgt. Nach Freital
wird das Wasser weiterhin durch ein Rohrsystem aus dem Talsperrenverbund
Rauschenbach/Lichtenberg/Oberer Großhartmannsdorfer Teich geleitet.
(SZ)
Hochbetrieb an der Staumauer Klingenberg
Von Franz Herz
Die Bauarbeiter nutzen das trockene Herbstwetter. Sie treiben eine Vielzahl von einzelnen Arbeiten an der gesamten Mauer voran.
Die Sanierung der Staumauer an der Talsperre Klingenberg ist ein
Riesenunternehmen. Viele kleine Teilschritte sind dazu nötig. Die SZ
erklärt die drei wichtigsten Arbeiten, die derzeit laufen.
Zehn Kletterschalungen sind im Einsatz
An der gesamten Staumauer betonieren die Bauleute eine
Ausgleichsschicht. Das kann man sich vorstellen wie Putz auf der Mauer,
der die Unebenheiten des Natursteinmauerwerks ausgleicht. „Hier kommt es
auf höchste Genauigkeit an“, berichtet Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierungsarbeiten verantwortlich
ist. Die Vermesser kontrollieren sie mit Lasertechnik.
Zum Betonieren dieser Schicht hängen insgesamt zehn Kletterschalungen an
der Staumauer. Diese werden jede Woche einmal umgesetzt. Jeden Tag sind
zwei so weit, dass betoniert werden kann. Die Arbeiten gehen flott
voran. Mitte des Monats soll die Ausgleichsschicht auf der Hälfte der
Staumauer fertig sein. „Das ist schon eine Art Serienproduktion und geht
sehr schnell“, sagt Humbsch.
Mitten in der Staumauer ist ein Loch
Seit Oktober fließt die Weißeritz nicht mehr durch den alten Grundablass
in der Mauermitte, sondern seitlich durch den neuen Grundablass. Jetzt
ist es möglich, mit Hochdruck in der Mauermitte zu arbeiten. Derzeit
klafft dort ein Loch. Die Bauarbeiter haben die alte Betonplombe
herausgemeißelt und die Leitungen herausgenommen. Von beiden Seiten
haben sie sich in die Mauer vorgearbeitet. Inzwischen kann man hier
durchgehen. Das Loch ist über zehn Meter lang und hat einen über fünf
Meter großen Durchmesser. Ende des Monats soll es wieder geschlossen
sein.
Diese Arbeiten liegen gut im Zeitplan. Sie sind von vornherein für den
Spätherbst geplant gewesen, weil in dieser Jahreszeit erfahrungsgemäß
kein Hochwasser kommt.
Auf der Luftseite der Mauer ist die Schieberkammer, die wegen ihrer Form
auch Schildkröte genannt wird, ausgeräumt. Daneben ist eine tiefe
Baugrube ausgehoben. Von hier aus werden neue Rohre mit einem Meter
Durchmesser verlegt und ebenfalls wieder einbetoniert.
Wenn die Talsperre wieder funktioniert, sind das die unteren
Entnahmeleitungen. Geplant ist, dass die Staumeister aus
unterschiedlichen Höhen Trinkwasser nehmen können. Die Wasserqualität
ändert sich je nach Jahreszeit. Mit den unterschiedlichen Leitungen kann
man dann immer das beste Wasser nehmen.
Mauerverkleidung bekommt vier Schichten
Wichtigster Punkt der gesamten Sanierung ist eine neue Verkleidung der
Talsperrenmauer. Diese ist im Kern aus Natursteinen aufgeschüttet und
wäre damit bei Weitem nicht wasserdicht. Deswegen erhält sie eine
Verkleidung, die sich aus vier Schichten zusammensetzt. Direkt auf die
alte Staumauer kommt die Ausgleichsschicht. Die ist schon in Arbeit und
bildet eine gleichmäßige Grundlage für die drei weiteren Schichten. Vor
die Ausgleichsschicht mauern die Bauleute erst eine Dränschicht, dann
eine Gleit- und schließlich die alles entscheidende Dichtschicht.
Die Arbeiten an der Dränschicht haben an mehrere Stellen begonnen. Sie
wird aus Ziegeln hochgemauert. „Wenn es irgendwo eine undichte Stelle
gibt, kann hier das Wasser nach unten fließen“, erklärt Humbsch.
Andernfalls würde es durch die Mauer sickern und könnte diese ausspülen.
Dieses Jahr noch wollen die Bauleute mit den anderen Schichten
anfangen.

So sieht die Staumauerbaustelle in Klingenberg von der Wasserseite aus.
Selbst Lkws erscheinen winzig klein. Eine Reihe von Arbeiten läuft hier
parallel. Die SZ erläutert die drei wichtigsten. Fotos: Egbert Kamprath
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Mit diesen Kletterschalungen wird jeweils eine Fläche von vier mal acht
Metern betoniert. Einmal in der Woche wird jede umgesetzt.
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Maurer Wolfgang Kurze errichtet die Dränschicht aus Ziegeln. Das ist eine von vier Schichten, die hier aufeinander folgen.
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Ganz unten in der Mitte der Staumauer ist der bisherige Grundablass. Hier werden die alten Rohre ausgebaut.
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Freitag, 12. November 2010 (Sächsische Zeitung)
An der Talsperre Klingenberg wird die Schildkröte ausgegraben
Die Schieberkammer an der Talsperre Klingenberg heißt im Volksmund wegen
ihrer Form Schildkröte. Hier konzentrieren sich derzeit einige wichtige
Bauarbeiten. Die alten Rohre und Armaturen sind komplett ausgebaut
worden, informiert Michael Humbsch von der Landestalsperrenverwaltung.
Daneben haben die Bauleute eine große Baugrube ausgehoben, von der aus
sie gut an den Fuß der Staumauer rankommen. Hier werden zurzeit neue
Rohre in den früheren Grundablass gelegt. Zum anderen wird eine
Verbindung zum Kontrollgang hergestellt, der im Inneren durch die ganze
Staumauer führt. In diesem Zuge erhält die Schildkröte innen eine neue
technische Ausstattung. Ihre typische Form bleibt erhalten. (SZ/fh)

Eine große Baugrube ist derzeit auf der Luftseite der Talsperren
Klingenberg offen. Von hier aus können die Bauleute an den Fuß der
Staumauer gelangen. Foto: Egbert Kamprath
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Bilder zur Exkursion am 20.11.2010
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der Zerfall der Holzmühle im Stauraum schreitet voran
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ca. 100 Jahre haben die Mauern gehalten, nun sind sie schutzlos der Witterung ausgesetzt - der Zerfall ist nicht aufzuhalten

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der Mühlstein fehlt bereits
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Detailaufnahmen zur ehemaligen Holzmühle - zur Verfügung gestellt von Herrn F. Tonko
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Dienstag, 23. November 2010 (Sächsische Zeitung)
2010 fließen 10 Millionen Euro nach Klingenberg
Von Franz Herz
Die Abrissarbeiten an der Staumauer der Talsperre machen den Großteil der Kosten in diesem Jahr aus.
Rund zehn Millionen Euro haben die Arbeiten zur Sanierung der Talsperre
Klingenberg dieses Jahr gekostet. Davon entfielen acht Millionen auf
Arbeiten direkt an der Staumauer. Der Rest wurde für andere Aufträge
ausgegeben. Beispielsweise waren noch Restleistungen am
Hochwasserentlastungsstollen zu bezahlen, informierte Michael Humbsch,
bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung verantwortlich. Von
den acht Millionen Euro, die für die Mauersanierung ausgegeben wurden,
machten in diesem Jahr die Abrissarbeiten den größten Anteil aus.
Vor einem Jahr wurde die Talsperre geleert. Danach meißelten die
Bauleute die alte Dichtschicht vom Mauerwerk. Die war dicker als
erwartet. Das brachte einen erheblichen Mehraufwand. Etliche
TausendTonnen mehr als ursprünglich geplant haben die Bauarbeiter von
der Wand gepickert.
Der Bau des neuen Grundablassstollens war ebenfalls ein wichtiger
Teilschritt in diesem Jahr. Er hat rund 3,5Millionen Euro gekostet.
Dafür haben die Bauleute den früheren Umleitungsstollen wieder geöffnet.
Er hatte das Wasser beim Bau der Sperre um die Baustelle herum geleitet
und war dann mit Beton verplombt worden. Dieser Stollen wurde wieder
geöffnet, bekam einen neuen Auslauf, von dem aus der Wasserdurchfluss
gesteuert wird, und dient jetzt als Grundablass. Seit Oktober fließ die
Wilde Weißeritz durch den Stollen.
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Dokumentation des Baufortschrittes - Bildmaterial von F. Tonko
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der neu gestaltete Überlauf

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Blick auf die Luftseite der Staumauer

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Blick auf die Wasserseite der Staumauer

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Blick von der ehemaligen Holzmühleauf die Wasserseite der Staumauer
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Freitag, 26. November 2010 (Sächsische Zeitung)
Schlamm wird aus der Talsperre gefahren
Klingenberg
Diese Woche haben die Arbeiten begonnen, um den Schlamm vom Grund der
Talsperre Klingenberg abzufahren, informierte die
Landestalsperrenverwaltung (LTV). Stoffe, die die Wilde Weißeritz in den
letzten hundert Jahren ausgeschwemmt hat, setzten sich am Grund der
Talsperre ab. Nun nutzt die LTV die Gelegenheit, da die Sperre wegen der
Mauersanierung leer ist, um den Schlamm rauszuräumen. Es wird
allerdings noch mehrere Monate dauern, bis die ersten Lkws mit ihrer
Ladung aus dem Stauraum rollen. Erst muss die beauftragte Firma dafür
Wege herstellen, damit Lkws und Baumaschinen in das Staubecken fahren
können. (SZ/fh)
Bald ist dieses Loch in der Klingenberger Talsperrenmauer wieder dicht
Eine kritische Phase der Talsperrensanierung steht kurz vor dem
Abschluss. Bald haben die Bauleute die Öffnung in der Mauermitte ganz
unten wieder dicht, informiert Michael Humbsch von der
Landestalsperrenverwaltung. Hier führten früher die Rohre für den
Grundablass durch. Dieser ist verlegt worden und führt seit Oktober auf
der Ostseite durch die Mauer.
In der Mitte liegen jetzt zwei Rohre mit jeweils einem Meter
Durchmesser. Das werden die Betriebsauslässe, durch welche die
Wasserwerke in Klingenberg und Dresden-Coschütz ihr Rohwasser erhalten.
Diese Leitungen sind inzwischen auf dem Grund des Stollens einbetoniert.
Darüber bleibt ein Freiraum als Kontrollgang. Er bekommt jetzt noch
eine Verbindung zum Kontrollgang, der durch die ganze Staumauer führt.
Dann können in Zukunft die Staumeister nach unten durchgehen und auch in
diesem Stollen nach dem Rechten sehen.

Michael Humbsch ist bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung
in Klingenberg verantwortlich. Hier steht er im leeren Stollen, durch
den früher der Grundablass durch die Staumauer führte. 25 Meter lang ist
diese Öffnung. Bald ist dieser Stollen wieder verschlossen. Unten sind
inzwischen schon zwei neue Entnahmeleitungen von je einem Meter
Durchmesser einbetoniert, die im Hintergrund bereits zu sehen sind.
Foto: E. Kamprath
Freitag, 10. Dezember 2010 (Sächsische Zeitung)
Loch in der Talsperre wird geschlossen
Von Franz Herz
Selbst bei Minustemperaturen wie gestern drehen sich die Kräne an der
Staumauer in Klingenberg. „Einige Arbeiten sind im Winter nicht möglich.
Aber wir haben Winterbau ausgeschrieben“, sagt Michael Humbsch, der bei
der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung verantwortlich ist.
Viele Arbeiten sind auch bei Eis und Schnee möglich. Wir beschreiben
drei der Wintervorhaben.
Kritische Phase endet noch vor Weihnachten
In der Mitte der Staumauer konzentrieren sich im Moment die Arbeiten.
Hier wird ein kritischer Abschnitt der ganzen Mauersanierung noch vor
Weihnachten abgeschlossen. Ein 25Meter langer und mehrere Meter hoher
Stollen, durch den früher der Grundablass verlief, führt hier durch die
Staumauer. Er wird jetzt mit einer Plombe verschlossen. „Das wird auf
jeden Fall noch vor Weihnachten fertig“, sagt Humbsch. Wenn ein
Winterhochwasser kommt, darf kein Loch mehr in der Staumauer offen sein.
Diese Woche haben die Bauleute die Rahmen für eine Drucktür eingebaut.
Wenn die Tür selbst eingebaut ist, hält die Sperrmauer wieder dicht.
Im Stollen selbst spielt das Winterwetter keine Rolle. Hier räumen die
Bauleute noch Reste der früheren Installationen weg, reinigen die Wände
und verputzen sie neu. Durch diesen Stollen verlaufen künftig zwei Rohre
mit einem Meter Durchmesser. Sie versorgen die Wasserwerke Klingenberg
und Dresden-Coschütz mit Rohwasser, wenn die Talsperre wieder in Betrieb
ist.
Ein Turm wird an der Staumauer gebaut
Die Wasserentnahme ist eine Wissenschaft für sich. Je nach Jahreszeit
und Wetter ändert sich die Wasserqualität in der Tiefe. Um immer das
beste Wasser zu bekommen, wird vor die Staumauer ein Entnahmeturm
gebaut, der so hoch wird wie die Mauer. Der kann in verschiedenen Höhen
geöffnet werden und das Wasser aus der Talsperre nehmen. Dieser Turmbau
zu Klingenberg wird jetzt vorbereitet und beginnt im Januar.
„Das ist als Winterbaustelle durchaus möglich“, sagt Humbsch. Es muss ja
nicht der ganze Turm im Winter errichtet werden. Bis Ende Mai soll er
am oberen Mauerende ankommen. Die Arbeiten am Fundament und der
Bodenplatte sowie die ersten Meter des Turms sollten aber schon im
Januar und Februar fertig werden.
Technisch ist es unproblematisch, ein Zelt in dieser Größe aufzubauen
und zu beheizen, sodass man drin arbeiten kann. „Die entscheidende Frage
ist: Kann im Betonwerk gearbeitet werden und kommt der Beton auf die
Baustelle?“, sagt Humbsch. Wenn es zu kalt wird, hängt die
Betonfertigung. Und wenn die Betontransporte auf der Straße nicht
vorankommen, geht auch nichts mehr weiter. Solange aber Beton kommt,
wird er eingebaut.
Tägliche Überwachung selbst während der Feiertage
Seit die Sanierung der Talsperre läuft, wird im Winter durchgearbeitet.
Die Zeit drängt. 2012 soll das Wasser wieder aufgestaut werden. Dennoch
herrscht über die Feiertage von Weihnachten bis nach Neujahr Bauruhe.
Doch eine derart schwierige Baustelle darf nicht alleine gelassen
werden. Für diese Zeit ist ein laufender Kontrolldienst eingeplant. Auch
gibt es einen Havarieplan, der im Fall eines Winterhochwassers greift.
„Wir haben damit sichergestellt, dass beispielsweise ein Bagger
eingesetzt werden kann, um Holz und Schwemmgut aus der Weißeritz zu
räumen“, informiert Michael Humbsch.
Mittwoch, 22. Dezember 2010 (Sächsische Zeitung)
Loch in der Talsperre wird heute geschlossen
Von Franz Herz
Selbst bei Minustemperaturen wie derzeit drehen sich die Kräne an der
Staumauer in Klingenberg. „Einige Arbeiten sind im Winter nicht möglich.
Aber wir haben Winterbau ausgeschrieben“, sagt Michael Humbsch, der bei
der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung verantwortlich ist.
Viele Arbeiten sind auch bei Eis und Schnee machbar. Die SZ beschreibt
drei der Wintervorhaben.
Kritische Phase mit offenem Stollen endet heute
In der Mitte der Staumauer konzentrieren sich im Moment die Arbeiten.
Hier wird ein kritischer Abschnitt der ganzen Mauersanierung heute
abgeschlossen. Ein 25Meter langer und mehrere Meter hoher Stollen, durch
den früher der Grundablass verlief, führt hier durch die Staumauer. Er
wurde vergangene Woche mit einer Betonplombe verschlossen. Dafür wurde
am Mittwoch mit viel Aufwand der Weg freigeschoben. Wenn ein
Winterhochwasser kommt, darf kein Loch mehr in der Staumauer offen sein.
Heute liefert die Firma Stahlbau Beeskow eine Drucktür. Wenn die Tür
eingebaut ist, hält die Sperrmauer wieder dicht. Die kritische Phase ist
überstanden.
Im Stollen selbst spielt das Winterwetter keine Rolle. Hier räumen die
Bauleute noch Reste der früheren Installationen weg, reinigen die Wände
und verputzen sie neu. Durch diesen Stollen verlaufen künftig zwei Rohre
mit einem Meter Durchmesser. Sie versorgen die Wasserwerke Klingenberg
und Dresden-Coschütz mit Rohwasser, wenn die Talsperre wieder in Betrieb
ist.
Ein Turm wird an der Staumauer gebaut
Die Wasserentnahme ist eine Wissenschaft für sich. Je nach Jahreszeit
und Wetter ändert sich die Wasserqualität in der Tiefe. Um immer das
beste Wasser zu bekommen, wird vor die Staumauer ein Entnahmeturm
gebaut, der so hoch wird wie die Mauer. Der kann in verschiedenen Höhen
geöffnet werden und das Wasser aus der Talsperre nehmen. Dieser Turmbau
zu Klingenberg wird jetzt vorbereitet und beginnt im Januar.
„Das ist als Winterbaustelle durchaus möglich“, sagt Humbsch. Es muss ja
nicht der ganze Turm im Winter errichtet werden. Bis Ende Mai soll er
am oberen Mauerende ankommen. Die Arbeiten am Fundament und der
Bodenplatte sowie die ersten Meter des Turms sollten aber schon im
Januar und Februar fertig werden.
Technisch ist es unproblematisch, ein Zelt in dieser Größe aufzubauen
und zu beheizen, sodass man drin arbeiten kann. „Die entscheidende Frage
ist: Kann im Betonwerk gearbeitet werden und kommt der Beton auf die
Baustelle?“, sagt Humbsch. Wenn es zu kalt wird, hängt die
Betonfertigung. Und wenn die Betontransporte auf der Straße nicht
vorankommen, geht auch nichts mehr weiter. Solange aber Beton kommt,
wird er eingebaut.
Tägliche Überwachung selbst während der Feiertage
Seit die Sanierung der Talsperre läuft, wird im Winter durchgearbeitet.
Die Zeit drängt. 2012 soll das Wasser wieder aufgestaut werden. Dennoch
herrscht über die Feiertage von Weihnachten bis nach Neujahr Bauruhe.
Doch eine derart schwierige Baustelle darf nicht alleine gelassen
werden. Für diese Zeit ist ein laufender Kontrolldienst eingeplant. Auch
gibt es einen Havarieplan, der im Fall eines Winterhochwassers greift.
„Wir haben damit sichergestellt, dass beispielsweise ein Bagger
eingesetzt werden kann, um Holz und Schwemmgut aus der Weißeritz zu
räumen“, informiert Michael Humbsch.
Freitag, 31. Dezember 2010 (Sächsische Zeitung)
Nächste Woche geht es weiter in der Staumauer
Im Stollen können die Bauleute auch bei Frostgraden arbeiten.
Am Montag gehen die Arbeiten zur Sanierung der Staumauer an der
Talsperre Klingenberg weiter. Die Arbeiten sind vom Wetter abhängig. Bei
tiefen Minustemperaturen wie in dieser Woche können die Bauleute nicht
im Freien arbeiten.
Im Innern der Staumauer gehen die Arbeiten jedoch unabhängig vom Wetter
weiter, informiert Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung verantwortlich ist. Im
Stollen, der in der Mitte durch die Mauer führt, werden als nächstes
neue Messstellen eingerichtet, die den Wasserdruck an der Sohle des
Mauerwerks erfassen. Das ist später eine wichtige Information für die
Staumeister, um den Zustand der Staumauer zu beurteilen. Die alten
Messstellen wurden mit Beton verfüllt. Jetzt werden neue gebohrt und mit
einem Manometer, einem Druckmessgerät, ausgestattet.
Außerdem wird im Innern der Staumauer an dem Kontrollgang weiter
gearbeitet. Er muss jetzt noch mit dem Stollen verbunden werden. (SZ/fh)
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