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Talsperre
Schlamm wird aus der Talsperre gebaggert
Von Franz Herz
Die Firma Amand hat den Auftrag erhalten. Aber es geht langsam los.
Erst muss sie die Wege herrichten, dann auf die Vögel warten.
Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) lässt dieses Jahr den Grund der
Talsperre Klingenberg vom Schlamm beräumen. Rund 200.000 Kubikmeter
haben sich im Laufe der letzten hundert Jahre auf dem Grund des
Staubeckens abgesetzt, informierte Britta Andreas, Sprecherin der
Landestalsperrenverwaltung. Schneeschmelze und Starkregen haben Erde von
den umliegenden Feldern ausgespült und über die Bäche in die Talsperre
geschwemmt. Dort sind diese Stoffe auf den Grund gesunken und haben eine
Schlammschicht gebildet. Fachleute sprechen von Sedimenten.
Die sollen aber nicht dort bleiben. Sie kosten unnötig Stauraum.
200000Kubikmeter mehr Platz zu haben in der Talsperre, das kann bei
einem Hochwasser nützlich sein. Es hilft aber auch, um eine bessere
Wasserqualität zu erreichen. Denn die Sedimente mindern die
Wasserqualität. Die Böden im Osterzgebirge haben einige Besonderheiten.
Sie enthalten beispielsweise Metalle, die auch ausgespült wurden. Diese
Elemente sollten nicht in der Talsperre bleiben.
Günstige Gelegenheit
Deswegen nutzt die LTV die Gelegenheit, dass wegen der Mauersanierung
das Staubecken in Klingenberg dieses Jahr leer steht, und lässt den
Schlamm heraus räumen. Die Arbeiten sind nach einer öffentlichen
Ausschreibung vergeben worden. Die Firma Amand hat den Auftrag dafür
bekommen. Aber bis die eigentliche Beräumung losgeht, vergehen noch
mehrere Monate. Amand soll den Schlamm dann auf Deponien entweder in
Grumbach oder Lockwitz lagern. Welche es sein wird, ist noch nicht
entschieden. Wegen der Belastungen der Sedimente müssen diese aber auf
eine Deponie gebracht werden.
Winter stoppt die Arbeiten
Bevor der Abtransport losgehen kann, muss erst einmal ein Weg
vorbereitet werden, auf dem die Laster ins Staubecken fahren können. In
der zweiten Bucht auf der Ostseite der Talsperre, im sogenannten
Tränknergrund, führt ein Waldweg ans Staubecken. Dieser wurde von
Fichten freigeschnitten. Er bekommt eine Schotterschicht und eine
Asphaltdecke, so dass hier auf einer Breite von vier Metern Lkw rollen
können. Auch im Staubecken müssen die Bauleute befahrbare Trassen
schaffen, damit die Lkw nicht in dem Schlamm stecken bleiben, den sie
wegräumen sollen. Dann können die Transporte auf den Wirtschaftswegen in
Richtung Obercunnersdorf zur Staatsstraße 190 fahren. Die
Vorbereitungen haben schon im alten Jahr begonnen. Aber der frühe und
heftige Wintereinbruch hat sie erst einmal gestoppt.
So eilig ist es damit auch nicht. Denn die Beräumung selbst beginnt erst
im August, weil der Wald rings um die Talsperre ein Vogelschutzgebiet
ist. Dort muss Ruhe herrschen, während die Vögel brüten und solange die
Jungvögel noch klein sind. Erst im August werden dann die Lkw rollen, um
den Schlamm wegzufahren.
Der erste Auftrag gilt jetzt für 100.000 Kubikmeter. Die zweite Hälfte
soll anschließend weggebracht werden. Dafür bereitet die
Landestalsperrenverwaltung die Unterlagen vor, um die nötige Genehmigung
zu beantragen. Denn so eine günstige Gelegenheit mit einer leeren
Talsperre kommt so schnell nicht wieder.

Auf dem Grund der Talsperre Klingenberg liegt eine Schlammschicht,
welche durch das Wasser im Laufe der letzten hundert Jahre in das
Staubecken geschwemmt worden ist. Sie soll dieses Jahr weggebracht
werden. Archivfoto: Egbert Kamprath
Mittwoch, 19. Januar 2011 (Sächsische Zeitung)
Talsperre erhält unterirdische Dichtung
Von Franz Herz
Bis in zehn Meter Tiefe wird das Wasser auch unterhalb der Staumauer aufgehalten. Das erhöht die Sicherheit.
Dieses Jahr bekommt die Sperrmauer der Talsperre Klingenberg auch einen
unterirdischen Dichtschleier. Dieser gibt der Staumauer zusätzliche
Sicherheit. Bis in eine Tiefe von durchschnittlich zehn Metern unter der
Mauer soll er verhindern, dass durch irgendwelche Hohlräume im Gestein
Wasser durchsickert. „Diese Arbeiten werden jetzt vorbereitet“,
informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung
Sachsen für die Sanierung der Staumauer in Klingenberg verantwortlich
ist.
Im Februar beginnt ein Testlauf für diesen Bauabschnitt. Dann soll ein
Probefeld gebohrt und verfüllt werden. Wenn dieses den Anforderungen
entspricht, wird die Technik auf der ganzen Mauerlänge angewendet.
Funktioniert es nicht wie gewünscht, müssen sich die Bauleute eine
andere Lösung dafür einfallen lassen.
Jetzt ist ein Verfahren vorgesehen, bei dem durch den Mauerfuß Löcher in
den Untergrund gebohrt werden. Je nachdem, wie dicht das Gestein ist,
reichen die Bohrungen tiefer oder nicht so tief. Im Durchschnitt sollen
sie zehn Meter unter die Erde führen. Darin wird dann spezieller Beton
eingespritzt, der die Hohlräume ausfüllt und unterirdisch aushärtet.
Solche Injektionen werden nebeneinander gesetzt, sodass ein
Dichtschleier entsteht, der die Stauwirkung der Mauer auch unterirdisch
fortsetzt.
An der Staumauer wird betoniert
Klingenberg
Bauarbeiter betonieren derzeit an der Staumauer in Klingenberg auf der
Wasserseite eine Ausgleichsschicht auf das alte Natursteinmauerwerk.
Damit soll eine ebene Oberfläche hergestellt werden. Die Betonschicht
ist an manchen Stellen bis zu 60Zentimeter stark, sagte Michael Humbsch
von der Landestalsperrenverwaltung. (SZ/fh)
Dienstag, 15. Februar 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG
Hier entsteht die Schaltzentrale der Talsperre
Von Franz Herz
In der Mitte vor der Staumauer Klingenberg liegt die Schieberkammer.
Wegen ihrer markanten Kuppel heißt sie im Volksmund Schildkröte. Von
hier aus werden wichtige Funktionen des Stausees gesteuert. Die großen
Röhren zu den Wasserwerken in Klingenberg und Coschütz führen hier
durch. Die Staumeister regeln mit Schiebern, wie viel Wasser sie
abgeben.
Bei der Generalsanierung der Talsperre Klingenberg ist jetzt auch die
Schildkröte an der Reihe. Die Technik wird vollständig erneuert. Derzeit
ist das Innere des Bauwerks komplett ausgehöhlt. Alle Rohre, Pumpen,
Kabel und der Zwischenboden wurden im Herbst entfernt.
Jetzt laufen die Arbeiten an dem Bauwerk selbst. „Dabei gibt es vor
allem für die äußere Gestaltung strikte Auflagen vom Denkmalschutz“,
sagt Michael Humbsch, der Projektverantwortliche bei der
Landestalsperrenverwaltung. Die runde Kuppel mit ihrer
Natursteingestaltung ist ein typisches Detail der Talsperre Klingenberg.
Das bleibt so erhalten. Auch an der Türe und den Rundbogenfenstern mit
ihren Sprossen darf die Talsperrenverwaltung nichts ändern.
Im Innern der Schildkröte ist der Putz bereits abgeschlagen. Künftig
soll das Mauerwerk aus Bruchstein offen zu sehen sein. Jetzt bereiten
die Bauarbeiter einen Ringanker vor, der auf halber Höhe ringsum
einbetoniert wird. Der Anker trägt in Zukunft den Zwischenboden, der
sich in Höhe des Außengeländes befindet. Wer nach Abschluss des Baus die
Schildkröte betritt, kommt auf diesen Boden. Dort wird die ganze
Steuerung eingebaut. Schaltschränke und Überwachungstechnik finden hier
ihren Platz. Von dort führt dann eine Treppe hinunter in den Rohrkeller.
Die bauliche Sanierung der Schildkröte ist der einfachere Teil der
Arbeiten. „Damit sind zwei, drei Leute jetzt beschäftigt. Das wird auch
nicht so teuer“, sagt Humbsch. Die Kosten dafür werden weniger als
100000Euro betragen. Das ist angesichts der 70Millionen Euro, die die
gesamte Talsperrensanierung kostet, ein kleiner Teil.
Anspruchsvoller wird der Einbau der Technik. Sie wird komplett erneuert.
Die Montage beginnt in einigen Monaten, wenn die Bauarbeiten an der
Schildkröte abgeschlossen sind. Die Coswiger Tief- und Rohrleitungsbau
GmbH baut die Rohre ein. Die Vorbereitungen dafür laufen schon. „Viel
Energie wird jetzt in die Werkplanung gesteckt“, sagt Humbsch. Denn es
hängt alles von der exakten Planung ab, damit später auch das
Nebeneinander der verschiedenen Leitungen reibungslos funktioniert.
Manche Rohre werden extra für die Baustelle in Klingenberg angefertigt.
Leitungen mit einem Meter Durchmesser gibt es nicht fertig zu kaufen.
Bis Ende dieses Jahres soll die Schildkröte samt Technik wieder
betriebsbereit sein.
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Während des Baus ist die Schieberkammer ganz zu sehen. Normalerweise guckt nur die Kuppel heraus.
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Dieser Blick ins Innere der Schieberkammer an der Talsperre Klingenberg,
der sogenannten Schildkröte, zeigt die imposanten Ausmaße. Der Bau ist
acht Meter hoch. Darin wirkt der Bauverantwortliche der
Talsperrenverwaltung, Michael Humbsch, eher klein. Diesen Blick gibt es
nur während des Umbaus. Dabei wird wieder ein Zwischenboden eingezogen,
der den Raum in zwei Etagen teilt. Fotos: Egbert Kamprath
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Donnerstag, 17. Februar 2011 (Sächsische Zeitung)
Bauarbeiten gehen ohne Zelt weiter
Klingenberg
Die Bauarbeiten an der Talsperre Klingenberg benötigen jetzt doch nicht
das große Zelt wie erst gedacht, informierte der Projektverantwortliche
Michael Humbsch. Ursprünglich war geplant, auf die Staumauer Spritzbeton
aufzubringen, um davor den Entnahmeturm zu errichten. Jetzt haben sich
die Bauleute für eine andere Technik entschieden. Sie haben eine
Schalung aufgebaut und darin betoniert. Die Schalung schützt den Beton
vor Kälte. Der Zeltaufbau war nicht mehr nötig. (SZ/fh)
Samstag, 19. Februar 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Dränagerohre der Staumauer sind zugesetzt
Von Franz Herz
Auf der Luftseite ist ein Entwässerungssystem in die Mauer eingearbeitet. Da kommen die Bauleute ganz schwer ran.
Auf der Luftseite der Staumauer in Klingenberg ist ein Netz von
Rohrleitungen eingebaut. Diese leiten das Wasser ab, das von außen auf
die Mauer kommt. Im Laufe der letzten hundert Jahre haben sie sich aber
teilweise zugesetzt, berichtet Michael Humbsch, der
Projektverantwortliche für die Mauersanierung bei der
Landestalsperrenverwaltung.
Nun gibt es zwei Probleme. Die Entwässerungsleitungen liegen erstens
nicht an der Oberfläche, sondern zwei bis drei Meter tief in der Mauer.
Zweitens ist nicht genau bekannt, wo die Rohre verlaufen. Bei den
waagerechten Leitungen ist es möglich, die Mauer aufzufräsen, um an die
Leitungen zu kommen. Bei den senkrechten Leitungen wäre das ein
Riesenaufwand. Jetzt ist in der Diskussion, mit Säure die zugesetzten
Rohre wieder durchgängig zu machen.
Eine Dränage benötigt die Klingenberger Staumauer. Wenn Feuchtigkeit ins
Innere vordringt, könnte das Schäden anrichten. Das soll natürlich bei
der Sanierung ausgeschlossen werden.
Dienstag, 22. Februar 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG
Bergbau an der Talsperre Klingenberg
Von Franz Herz
Die Staumauer bekommt nachträglich einen Kontrollgang. Das ist eine Arbeit fast wie im Bergbau.
In der Staumauer der Talsperre Klingenberg wird ein Kontrollgang
nachträglich eingebaut. Bei ihrem Bau vor hundert Jahren war das noch
nicht üblich, heute ist das ab einer bestimmten Größe Standard. In
Klingenberg wird der Gang deswegen nachgerüstet. Jetzt steht er kurz vor
der Vollendung.
Die Arbeiten haben vor über vier Jahren schon begonnen. Damals haben
Spezialisten bei angestautem Wasser mit Präzisionssprengungen auf der
linken und rechten Mauerseite den Gang vorangetrieben. Jetzt fehlt noch
das letzte Stück, die Verbindung zu dem Stollen in der Mauermitte, in
dem die großen Wasserleitungen zu den Wasserwerken Klingenberg und
Coschütz führen. Dort konnte damals nicht gesprengt werden. Dieser
Abschnitt wird jetzt von einem Spezialbohrer vorangetrieben. Später wird
der Gang mit Messtechnik ausgerüstet. Mit deren Hilfe können die
Staumeister den Zustand der Mauer überwachen.

Bernd Zemmrich und sein Kollege Jochen Frohs (dahinter) haben mit dem
Bohrgerät inzwischen den Durchbruch für den Kontrollgang innerhalb der
Staumauer geschafft. Jetzt sind die rund 100 Meter langen Teilabschnitte
links und rechts in der Mauer, die vor vier Jahren mit
Präzisionssprengungen vorangetrieben wurden, miteinander verbunden.
Foto: Egbert Kamprath
Mittwoch, 9. März 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
360 Kubikmeter Beton für ein Turmfundament
An der Talsperre Klingenberg wird derzeit das Fundament für den
Entnahmeturm auf der Wasserseite der Staumauer betoniert. Dafür haben
die Bauleute in den letzten Tagen rund 360Kubikmeter Beton auf die
Baustelle gebracht worden, informierte Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Staumauer
verantwortlich ist. Erst haben die Bauleute die beiden Seitenteile des
Fundaments betoniert. Dort wurden 220Kubikmeter verarbeitet. Danach
kamen 140Kubikmeter in die Mitte.
Darauf wird jetzt die Stahlbewehrung für die Bodenplatte angebracht. Die
soll noch diese Woche betoniert werden. Der Entnahmeturm selbst wächst
im April in die Höhe. Der Turm bekommt in verschiedenen Höhen Öffnungen,
durch die Wasser aus der Talsperre entnommen wird. So kann das
Rohwasser für die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz immer aus der
Höhe genommen werden, wo es gerade am besten ist. (SZ/fh)
Montag, 14. März 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Schlamm soll raus in Klingenberg
Von Franz Herz
Der Frost ist aus dem Boden, der Schlamm kann beräumt werden. Brütende Vögel dürfen dadurch aber nicht gestört werden.
Die Bauarbeiter müssen schneller sein als die Brutvögel im Tränkengrund
an der Talsperre Klingenberg. An dieser Stelle soll der Schlamm aus dem
Staubecken abgefahren werden. Die Gelegenheit dazu besteht nur jetzt,
weil die Talsperre wegen der Mauersanierung trocken liegt. Aber bevor
die Vögel zu brüten beginnen, müssen die Bauarbeiten Ende März fertig
werden.
Bisher führt kein fester Weg an das Staubecken. Deswegen baut die Firma
Amand, die den Auftrag für die Schlammberäumung hat, erst einmal den
kleinen Waldweg im Tränkengrund auf vier Meter Breite aus. Das sollte
schon im Dezember beginnen, aber da kam der Winter dazwischen.
Jetzt steigen die Temperaturen wieder, und die Bauarbeiten haben
begonnen. Erst hat ein Forstunternehmen Bäume gefällt. Jetzt errichtet
Amand die Baustraße.
Rücksicht auf Brutvögel
Im Planfeststellungsverfahren ist festgelegt, dass die Bauarbeiter
Rücksicht auf brütende Vögel nehmen müssen. Der Wald hier an der
Talsperre ist Schutzgebiet. Darum dürfen, wenn die Baustraße Ende März
fertig ist, dort erst einmal keine Lkw fahren .
Nach Informationen von Höckendorfs Bürgermeister Torsten Schreckenbach
(Wählervereinigung) gehen die Arbeiten trotzdem weiter. Im Staubecken
wird das Material zusammengeschoben auf einen großen Haufen am
Tränkengrund. Von dem aus können die Bauarbeiter später zügig die Lkw
beladen.
Im August sollten die Jungvögel ausgeflogen sein. Dann beginnen die
Transporte. In einem ersten Bauabschnitt werden 100000Kubikmeter über
die neu gebaute Baustraße und Wirtschaftswege auf die Staatsstraße
zwischen Ruppendorf und Obercunnersdorf gefahren.
Sie dürfen nicht über die Dorfstraße in Obercunnersdorf fahren. Das gilt
allerdings nicht für die Baufahrzeuge jetzt. Die rollen schon sehr
häufig, informierte Rainer Vogel aus Obercunnersdorf.
Bauern wollen Schlamm nicht
100000 Kubikmeter ergeben einen Riesenwürfel von fast 47 Metern
Seitenlänge. Die Landestalsperrenverwaltung hätte diesen Schlamm gerne
auf Felder in der Nähe gebracht. Das würde Transportkosten sparen.
Schließlich ist es zum Großteil Erde, die seit dem Bau der Sperre durch
Starkregen und Schneeschmelze dort abgespült wurde.
Um diese Möglichkeit zu beraten, gab es eine Runde mit Landwirten der
Umgebung. Peter Baling ist Vorstandschef der Agrargesellschaft in
Ruppendorf, die viele Felder in der Nähe bewirtschaftet. „Wir haben kein
Interesse daran. Das Risiko ist zu groß“, sagt er. Die Gefahr besteht,
dass der Talsperrenschlamm auch mit giftigen Stoffen belastet ist, die
im Lauf der Zeit aus dem Erdreich ausgewaschen wurden.
Nun werden die Schlammmassen aus der Talsperre auf Deponien gebracht. Im
Gespräch sind nach Informationen der Landestalsperrenverwaltung
Grumbach oder Lockwitz. Das ist noch gar nicht so weit. Joachim Göhler
aus Beerwalde hat beobachtet, dass seinerzeit, als der Schlamm aus der
Vorsperre geräumt wurde, Transporte bis nach Bautzen gerollt sind.
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Rund 200.000 Kubikmeter Schlamm haben sich auf dem Grund der Talsperre
Klingenberg abgesetzt, worauf schon Gras wächst. Der Schlamm soll jetzt
rausgeräumt werden, solange der Stausee trocken liegt. Dafür ist eine
Zufahrtsstraße notwendig. Die wird jetzt gebaut. Archivfoto: Egbert
Kamprath
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Baggerfahrer Ralf Alexander weist einen Lkw ein beim Bau der Straße an
das Staubecken bei Obercunnersdorf. Ende März soll sie fertig sein.
Foto: Peter Kuner
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Montag, 14. März 2011 (Sächsische Zeitung)
AUF EIN WORT
Das Erzgebirge hat es in sich
Franz Herz
Von Herz.Franz@dd-v.de
über die
Schlammberäumung
in Klingenberg
Es klingt so harmlos. Mal ein kräftiger Regen, dann wieder die
Schneeschmelze, solche Naturereignisse schwemmen Erde ab. Wir sehen das,
wenn sich das Wasser in Flüssen und Bächen braun färbt. Wenn das dann
vor der Staumauer beispielsweise gebremst wird, setzen sich die Stoffe
am Boden ab.
Doch der Erzgebirgsboden hat es in sich. Der Reichtum des Bodens an
Metallen und Erzen wird ebenfalls ausgeschwemmt und setzt sich in den
Talsperren konzentriert mit ab. Die Konsequenz ist, dass dort auf dem
Boden durchaus fruchtbarer Schlamm liegt, der aber noch weit mehr
Inhaltsstoffe enthält, die ganz und gar nicht harmlos sind.
Deswegen müssen die Landestalsperrenverwaltung Sachsen und mit ihr wir
alle als Steuerzahler den teureren Weg gehen und diesen Schlamm auf
Deponien fahren lassen. Denn eines ist auch klar, aus der Talsperre
Klingenberg, die ja als Trinkwasserreservoir für Hunderttausende
Menschen dient, sollte er entfernt werden.
Freitag, 18. März 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Fliegerbombe auf dem Grund der Talsperre Klingenberg entdeckt
Von Egbert Kamprath
Vor Baubeginn wird an der Talsperre das Umfeld nach Munition abgesucht.
Bevor die Bagger den Schlamm vom Grund der abgelassenen Talsperre
Klingenberg räumen können, untersuchen Mitarbeiter einer
Kampfmittelräumfirma aus Delitzsch das Areal. Am Mittwoch wurde
Feuerwerker Hartmut Schemmel gegen 11 Uhr fündig. Seine Messsonde zeigte
einen metallischen Gegenstand an. Rund 300 Meter von der Staumauer
entfernt und knapp unter der Erdoberfläche entpuppte sich dieser als gut
erhaltene Fliegerbombe. Die Waffe sowjetischen Fabrikats wog einhundert
Kilo und befand sich durch den Luftentzug unter Wasser in einem
erstaunlich guten Zustand. Außerdem hatte sie noch ihren scharfen
Zünder. „Wenn diese Bombe von einem Bagger erfasst worden wäre, hätte
das böse enden können“, sagt Hartmut Schemmel dazu, der sich in der
Notwendigkeit seiner Arbeit bestätigt sieht.
Eigentlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, mitten im Staubecken alte
Munition aus dem Weltkrieg zu finden. An der Talsperre Klingenberg
wurden die meisten der bei früheren Erkundungen gefundenen Granaten und
anderen Waffen unterhalb der Staumauer geborgen, wo man sie zum Ende des
Krieges offensichtlich einfach hinunter geworfen hatte. Wie die Bombe
auf den Talsperrengrund weit weg vom Ufer gelangt ist, können die
Experten heute nur vermuten. Vielleicht hatte der Pilot den Sprengsatz
bei einem Einsatz nicht abgeworfen und entledigte sich seiner auf diese
Art, um anschließend landen zu können.
Entsorgt wurde die Bombe noch am Mittwoch von Experten des staatlichen
Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Das reine Entfernen des Zünders dauerte
rund eine halbe Stunde. Anschließend wurde die Bombe abtransportiert.
Für die Zeit der Entschärfung am Nachmittag ruhte an der Talsperre aus Sicherheitsgründen die Arbeit auf der Baustelle.
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Stück für Stück geht Feuerwerker Hartmut Schemmel mit seiner Messsonde
auf der Wasserseite der Talsperre Klingenberg den Boden ab. In bis zu
sechs Meter Tiefe kann er damit Metall aufspüren. Am Mittwoch wurde er
fündig und entdeckte diese sowjetische Fliegerbombe. Bislang blieb es
bei diesem einen Fund.Fotos: Egbert Kamprath/Schemmel
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© LVZ-Online, 17.03.2011, 20:59 Uhr
Mitteldeutschland
Bombe in Talsperre Klingenberg entschärft
dpa
Pretzschendorf. Vor Sanierungsarbeiten an der Talsperre Klingenberg
(Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) ist eine 100 Kilogramm-Sprengbombe
russischer Bauart aus dem 2. Weltkrieg entdeckt worden. Weil der Zünder
gut noch erhalten war, konnte die Bombe vom
Kampfmittelbeseitigungsdienst problemlos entschärft werden, teilte die
Polizei am Donnerstag mit. Für Anwohner habe keine Gefahr bestanden. Der
wasserfreie Bereich an der Staumauer war wegen der Sanierungsarbeiten
vorbeugend auf Kampfmitte abgesucht worden.

Foto: Dirk Knofe
Die 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Montag an der A14 entschärft worden. (Archivbild)
Freitag, 25. März 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG/FREITAL
Freitaler erlebte Bombenabwurf auf Talsperre
Nach dem Artikel über einen Bombenfund in der Talsperre Klingenberg vom
18. März meldete sich SZ-Leser Dieter Fischer aus Freital bei der
Redaktion. Als neunjähriges Kind war er im Dezember 1944 für drei Wochen
im Erholungsheim der Stadt Freital unterhalb der Mauerkrone der
Talsperre Klingenberg untergebracht.
Heute ist das Gebäude die Ausflugsgaststätte Lindenhof. „Ich kann mich
entsinnen, dass in einer Nacht Fliegeralarm gegeben wurde. Wir gingen
daraufhin in den Flur. An Flugzeuggeräusche kann ich mich allerdings
nicht mehr erinnern. Es gab auch keinen Angriff in jener Nacht. Am
nächsten Morgen erzählten unsere Erzieherinnen, dass ein einzelnes
Flugzeug über die Talsperre geflogen sei und dabei eine Bombe abgeworfen
habe“, erzählt Dieter Fischer aus seinen Erinnerungen. „Das könnte die
Bombe sein, die jetzt gefunden wurde. Warum das Flugzeug die Bombe
ausgeklinkt hatte, weiß ich allerdings auch nicht. Ein Angriff auf die
Staumauer scheint mir allerdings sehr unwahrscheinlich. Da hätte eine
Einhundert-Kilo-Bombe nur wenig ausrichten können.“ (ek)
Donnerstag, 31. März 2011 (Sächsische Zeitung) AUF EIN WORT
Baustelle ist auch Schaustelle
Franz Herz
Von Herz.Franz@dd-v.de
über die Sanierung
der Talsperre
Klingenberg
Was sich an der Talsperre Klingenberg jetzt in wenigen Wochen ändert,
hat sich vorher in hundert Jahren nicht getan. Auf der Baustelle für die
Sanierung der Staumauer ist laufend etwas los. Daher ist die Talsperre
derzeit eine Attraktion.
Interessenten dürfen natürlich nicht direkt an die Baustelle ran. Die
Sicherheit geht vor. Dennoch lohnt es sich, den Fortgang der Arbeiten zu
beobachten. Dafür gibt es Aussichtspunkte und geführte Wanderungen.
Spannend ist es vor allem, weil die Zeit begrenzt ist. Das Allermeiste,
was jetzt zu sehen ist, wird im nächsten Jahr wieder in den Fluten der
Wilden Weißeritz versinken und taucht dann nur ganz selten wieder auf.
Nach der Sanierung bleibt die Talsperre ein schönes Wandergebiet, bietet
aber nicht mehr so viele Neuigkeiten.
Donnerstag, 31. März 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
So wird die Staumauer vierfach beschichtet
Von Franz Herz
Die riesige Baustelle an der Talsperre Klingenberg erwacht mit den
Frühlingstemperaturen zu neuem Leben. Knapp zehn Millionen Euro werden
dieses Jahr dort verbaut. Drei Arbeiten sind besonders wichtig.
Dichtschicht soll wieder hundert Jahre halten
Der entscheidende Bauabschnitt dieses Jahr ist die neue Beschichtung der
Staumauer. Der Kern der Staumauer, die 33Meter hoch und deren Krone 310
Meter lang ist, bleibt. Auf der Wasserseite erhält sie aber vier neue
Schichten, die sie abdichten.
Direkt auf das Natursteinmauerwerk kommt eine Ausgleichsschicht. „Mit
Laservermessung arbeiten die Bauleute daran, diese Schicht präzise zu
betonieren“, sagt Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Sperrmauer
verantwortlich ist. Das ist die Grundlage für die weiteren Arbeiten.
Darauf kommt eine Gleitschicht aus Bitumen. Die letzten beiden Schichten
sind eine eigene Mauer, die davor steht und mit meterlangen
Metallankern an der Hauptmauer befestigt ist. Damit es keine Risse gibt,
wenn sich diese Mauer in der Sonne ausdehnt, ist die Gleitschicht
erforderlich.
Entscheidend sind die zwei letzten Schichten. Eine Dränageschicht wird
aus Hohlziegeln gemauert. Hier kann Wasser nach unten tropfen, sollte es
doch eine undichte Stelle geben. So wird vermieden, dass es ins
Mauerwerk eindringt und dort Schaden anrichtet.
Den Schluss bildet außen eine Schicht aus wasserdichtem Beton. Sie ist
die entscheidende Außenhaut, die das Wasser zurückhält. Dabei müssen
sich die Bauleute auf unterschiedliche Anforderungen einstellen. „Unten
ist es nicht so kompliziert. Dort steht die Mauer normalerweise immer im
Wasser“, erklärt Humbsch. Die äußeren Einflüsse bleiben im Großen und
Ganzen gleich und damit auch die Anforderungen an das Bauwerk. Anders
sieht das im oberen Teil aus. Dort kann das Mauerwerk in trockenen
Jahren frei liegen, und ist damit Sonne oder Frost ausgesetzt. „Dort
haben wir sehr hohe Anforderungen an die Qualität des Betons. Auch die
Bewehrung mit Baustahl muss dort stärker sein als unten“, sagt Humbsch.
Gegen Ende des Jahres soll die Mauer wieder komplett dicht sein. Dann
kann die Talsperre angestaut werden.
dicke Rohre führen zum Wasserwerk und in den Fluss
In der Mitte ganz unten verläuft jetzt ein Stollen von der Luft- zur
Wasserseite der Mauer. Hier werden im April zwei Rohre mit einem Meter
Durchmesser verlegt. Eines versorgt die Wasserwerke Klingenberg und
Coschütz mit Rohwasser. Hauptzweck der Talsperre Klingenberg ist ja die
Trinkwasserversorgung. Das zweite führt zur Wilden Weißeritz, damit die
Natur einen Teil des Wassers zurückbekommt.
Ein Turm nimmt Wasser aus verschiedenen Höhen
Das Wasser hat je nach Jahreszeit und Wetter in unterschiedlichen Höhen
verschiedene Qualitäten. Um das zu nutzen, kommt in die Mitte der
Staumauer ein halbkreisförmiger Turm mit Öffnungen in unterschiedlichen
Höhen, der sogenannte Entnahmeturm. Das Fundament dafür liegt schon in
der Erde. Bis zum Herbst soll er die Höhe der Mauerkrone erreichen.
So bekommen die Einwohner der Region immer die beste Qualität für ihr
Trinkwasser aus der passenden Wasserschicht. Damit ist es beispielsweise
auch möglich, nach einem Gewitterregen das verschmutzte Wasser aus der
oberen Schicht direkt in den Fluss abzuleiten. Das Trinkwasser nehmen
die Staumeister dann aus tieferen Lagen. Erstens bekommen die
Wasserwerke so sauberes Wasser, zweitens bleiben in der Talsperre
weniger Sedimente zurück.
Die Riesenbaustelle in Klingenberg findet viel öffentliches Interesse,
berichtet die Gästeführerin Monika Vogt, die regelmäßig Gäste um die
Talsperre führt. Es wird aufmerksam verfolgt, was dort gebaut wird,
berichtet sie.
Geführte Wanderung an der Talsperre Klingenberg am 3. April um 13.30Uhr.
Start am Lindenhof an der Hauptstaumauer. Kosten:5Euro. Kinder bis 14
Jahre frei.

Hier sieht man unten durch die ganze Staumauer. Künftig laufen hier
meterstarke Rohre zu den Wasserwerken. Rolf Morgenstern von der
Mittelsaidaer Firma Tännicht meißelt einen Durchbruch für die Rohre.
Sonnabend, 16. April 2011 (Sächsische Zeitung)
Elektroarbeiten ausgeschrieben
Derzeit
werden die Elektroinstallationsarbeiten für die Sanierung der Staumauer
Klingenberg ausgeschrieben, informierte Michael Humbsch von der
Landestalsperrenverwaltung. Dieses Jahr noch sollen die Leitungen
verlegt werden, die erforderlich sind, um das Riesenbauwerk mit all
seinen Funktionen zu überwachen und zu steuern. (SZ/fh)
Montag, 18. April 2011 (Sächsische Zeitung)
Herausforderung zum Schluss der Mauersanierung
Von Franz Herz
Die Talsperre steht unter Denkmalschutz. Das stellt den Bauleuten besondere Aufgaben in der Gestaltung.
Wenn dieses Jahr die großen Bauarbeiten zur Sanierung der Staumauer in
Klingenberg abgeschlossen werden, wartet noch eine Sonderaufgabe auf die
Bauleute. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz, deswegen muss alles,
was neu gebaut wurde, in das Gesamtbild eingepasst werden. „Das wird
eine echte Herausforderung“, sagt Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung für die Arbeiten an der Mauer verantwortlich
ist. So muss beispielsweise die Krone in der Mitte der Staumauer neu
gestaltet werden. Hier wird es einen direkten Übergang geben zu dem
Entnahmeturm auf der Wasserseite, der derzeit gebaut wird. Diesen Turm
gab es bisher nicht. Daher muss hier etwas Neues geplant werden, was
sich aber an der ursprünglichen Architektur orientiert.
Die neuen Türen, die beispielsweise zum Kontrollgang führen, müssen sich
an das historische Vorbild halten. Als Fenster sind nur Sprossenfenster
zugelassen. Betonflächen, die sichtbar sind, werden mit Natursteinen
verkleidet. Das erfordert beim ausführenden Betrieb spezielle
Fachkenntnisse. Die Bauleute müssen dafür vorhandene Steine, die jetzt
gesondert gelagert werden, wieder aufarbeiten und einsetzen. Die
planerischen Vorarbeiten für diese Denkmalschutzarbeiten laufen jetzt
bereits. Die Aufträge dafür werden dieses Jahr noch ausgeschrieben.
Dienstag, 19. April 2011 (Sächsische Zeitung)
Behörde pocht auf Abriss der Baustraße
Von Jörg Stock
Solch eine Straße wünscht sich jeder Bürgermeister: nagelneu, aus
makellosem Asphalt, kräftig genug auch für schwere Lasten. Kürzlich
baute man eine solche Piste im Tränkengrund an der Talsperre
Klingenberg. Das Schicksal des Bauwerks aber ist besiegelt. In einem
Jahr soll der Asphalt wieder weg und alles so wie vorher sein.
Die Rede ist von der Baustraße, über die der Schlamm aus der Talsperre
Klingenberg – man rechnet mit 200000 Kubikmetern – abgefahren werden
soll. Wahrscheinlich im August beginnen die Transporte, sagt Britta
Andreas, Sprecherin beim Bauherrn Landestalsperrenverwaltung (LTV) in
Pirna.
Dass die Straße wieder kaputt gemacht werden soll, leuchtet nicht jedem
ein. Forstunternehmer Dietmar Lamm, dem an der Talsperre 22 Hektar Wald
gehören, findet den Abrissplan verrückt. „Woanders fehlt das Geld für
den Straßenbau, für Kindergärten und Schulen“, sagt er. Warum nicht die
Straße hier liegen lassen und die so gesparten Euros dort investieren,
wo sie nötig sind, fragt er.
Eine so befestigte Zufahrt zur Talsperre gab es bisher nie. Dietmar Lamm
kann sich eine touristische Nutzung vorstellen. Auch Skateboarder und
Inlineskater könnten hier fahren, denkt er. Unterstützt wird der
Unternehmer, der überdies auch bessere Abfuhrmöglichkeiten für sein Holz
sieht, vom Höckendorfer Ortswanderwegewart Gunter Fichte. Er habe sich
schon vorigen Herbst mit dem Vorschlag ans Landratsamt gewandt, die
Baustraße wenigstens als Radweg zu erhalten, sagt Fichte. „Aber da ist
wohl nichts zu machen“, sagt er.
Marion Rast, Umwelt-Abteilungschefin im Landratsamt, sieht keinen Raum
für Kompromisse. Die Straße liege in den Schutzzonen des
Trinkwasserschutzgebiets, sagt sie. „Die Neuerrichtung von Straßen – das
würde hier bei Belassung der Versiegelung zutreffen – ist gemäß der
Schutzzonenordnung verboten.“ Dazu komme, dass die Baustraße Natura2000
Gebiete berühre, also Naturschutzgebiete von europäischem Rang. Auch
hier seien neue Straßen untersagt.
Die Verbote sind nötig, sagt Frau Rast, um das Trinkwasser als
„Lebensmittel Nummer Eins“ vor Verunreinigungen zu schützen. Für die
Baustraße sei nur eine befristete Ausnahme von diesen Verboten gemacht
worden, und dies auch nur unter strengen Auflagen.
Momentan ist lediglich ein kleiner Teil der 3,8 Kilometer langen
Baustraße, nämlich der durch den Tränkengrund, asphaltiert. Sonst liegt
Schotter. Den jetzigen Ausbau wegzuräumen, würde laut LTV etwa 50000
Euro kosten. Eventuell muss aber auch der Rest der Straße Asphalt
kriegen, falls der Schlamm nicht wie geplant teilweise auf die örtlichen
Felder gebracht werden darf. Entschieden werde das nach Abschluss der
Schlamm-Analysen, teilt die LTV mit. Die Bauern haben indes schon klar
gemacht, dass sie den Schlamm nicht haben wollen.

Eine Straße ohne Schlaglöcher ist dieser Tage selten. Die Baustraße im
Tränkengrund an der Talsperren Klingenberg ist brandneu, hat aber nur
befristet Bleiberecht. Im Natur- und Trinkwasserschutzgebiet sind neue
Straßen verboten.
Foto: Egbert Kamprath
Mittwoch, 4. Mai 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG
Entnahmeturm wächst an der Staumauer hoch
Auf der Wasserseite der Staumauer in Klingenberg wird in den kommenden
Monaten der sogenannte Entnahmeturm gebaut, informierte der
Projektverantwortliche für die Mauersanierung, Michael Humbsch. Hier
wird die Technik eingebaut, die nach dem Wiedereinstau das Wasser für
die Wasserwerke aus dem Stausee nimmt. Dann wird der Turm auch nicht
mehr als solcher zu sehen sein, denn er verschwindet im Normalfall unter
der Wasseroberfläche.
Der Bau dieses Turms wird eine anspruchsvolle Aufgabe für die
Bauarbeiter, weil er sich langsam nach oben verjüngt. Sie müssen also
für jeden Bauabschnitt separat eine neue Schalung entwerfen und
aufbauen. (SZ/fh)
Mittwoch, 11. Mai 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Über die Hälfte der Staumauer ist wieder dicht
Von Franz Herz
Vier Schichten bekommt das Klingenberger Bauwerk. Oben kommt noch ein Fahrbahnaufbau drauf.
Vor die Staumauer in Klingenberg wird eine neue Dichtmauer gebaut.
Bauleute betonieren sie in 200 Abschnitten. Davon sind jetzt 120 fertig,
informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für
die Mauersanierung zuständig ist.
Diese Dichtung besteht aus vier verschiedenen Schichten. Die unterste,
die direkt auf dem Natursteinmauerwerk der alten Staumauer betoniert
wurde, sorgt für eine ebene Oberfläche. Diese ist bis auf einen kleinen
Rest fertig. Darauf wird eine schwarze Gleitschicht aufgebracht, die
ebenfalls schon weitgehend drauf ist.
Davor wächst aus Ziegeln gemauert eine Dränageschicht in die Höhe.
Zuletzt kommt die endgültige Dichtschicht aus wasserdichtem Beton. Diese
ist auf den 120 Bauabschnitten auch schon fertig, in der Mauermitte
bereits bis obenhin.
In der Mitte wird schon der erste fünf Meter breite Abschnitt der
Mauerkrone neu betoniert. Oben ist von der alten Staumauer ein ganzes
Stück abgerissen worden, das jetzt neu aufgebaut wird.
„Dort kommt auch noch ein Fahrbahnaufbau drauf“, sagt Humbsch.
Bautechnisch funktioniert das wie ein normaler Wegebau mit Tragschicht
und Deckschicht, damit später wieder Spaziergänger und die Staumeister
über die Klingenberger Mauer gehen können.
Donnerstag, 12. Mai 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG/PIRNA
Probestau in Klingenberg wird schon vorbereitet
Jetzt laufen bereits die Vorbereitungen für den Probestau, wenn die
Mauer an der Talsperre Klingenberg wieder in Betrieb genommen wird. Das
ist voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Die Planung läuft bereits,
wie Michael Humbsch informierte, der bei der Landestalsperrenverwaltung
für die Sanierung verantwortlich ist.
Beim Probestau werden sogenannte Betriebsfälle durchgetestet.
Funktioniert die Technik bei Hochwasser und Trockenheit? Stimmt die
Wasserqualität?
Dafür gab es auch schon erste Absprachen der Talsperrenverwaltung mit
der Wasserversorgung Weißeritzgruppe und den Dresdner Stadtwerken
Drewag. Beide Unternehmen bekommen das Rohwasser für ihre Wasserwerke
aus Klingenberg. (SZ/fh)
Mittwoch, 25. Mai 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Neue Riesenrohre fürs Trinkwasser
Von Franz Herz
Gut 60 Bauleute sind an manchen Tagen auf der Baustelle an der Staumauer
in Klingenberg tätig. Zurzeit laufen die Arbeiten an der Staumauer auf
Hochtouren. Die Abrissarbeiten sind fast abgeschlossen, informierte
Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die
Mauersanierung verantwortlich ist. Jetzt konzentriert sich alles auf den
Neubau. Dabei gibt es drei Schwerpunkte, einen auf der Luftseite der
Staumauer und zwei auf der Wasserseite.
Das technische Herzstück kommt unter die Erde
Hauptaufgaben für die Talsperre sind die Trinkwasserlieferung und der
Hochwasserschutz. Dafür führen jetzt zwei neue Stahlrohre mit einem
Meter Durchmesser unter der Staumauer hindurch. Auf der Luftseite der
Mauer teilen sich die Leitungen. Wasser, das in die Wilde Weißeritz
fließen soll, geht geradeaus in eine Toskammer, wo es seine
Bewegungsenergie verliert.
Was als Trinkwasser vorgesehen ist, zweigt seitlich ab in die neue
Schieberkammer. Dieser rechteckige Betonkasten steht momentan frei, wird
aber nach seinem Ausbau unter der Erde verschwinden. Es ist ein
kompletter Neubau. Bisher hatte die Talsperre keine so komplizierte
Steuerungstechnik, wie sie hier eingebaut wird. „Das wird das Herzstück
der Trinkwasserversorgung“, sagt Humbsch.
Sobald die Stützen entfernt sind, welche die frisch betonierte Decke
halten, wird viel Technik eingebaut. Hierhin kommen die Verzweigungen,
die zu den Wasserwerken in Klingenberg und Dresden-Coschütz führen.
Messanlagen überwachen die Wasserversorgung. Sie zeichnen die
Wassermenge auf und kontrollieren die Qualität des Wassers.
Turm wird neu gebaut und versinkt dann im Wasser
Damit immer bestes Wasser an die Wasserwerke fließt, bekommt die
Staumauer einen Turm vorgebaut. Der bietet die Möglichkeit, aus sechs
verschiedenen Höhen Wasser aus der Talsperre zu nehmen. Wenn
beispielsweise ein Wolkenbruch Erdreich in die Talsperre geschwemmt hat,
schwimmt das erst oben. Also wird das Trinkwasser aus den tiefen Lagen
genommen. Setzt sich die Erde nach unten ab, können die Staumeister dem
ausweichen, und weiter oben das Wasser entnehmen. Je nach Jahreszeit ist
das beste Wasser mal oben zu finden, mal in der Tiefe.
Die erste Etage dieses Entnahmeturms ist schon fertig betoniert. Die
zweite wird derzeit vorbereitet. Der Turm wird so hoch wie die
Staumauer. Momentan sieht es so aus, als ob er an der Mauer in die Höhe
wächst. Wenn die Talsperre aber angestaut wird, versinkt er langsam im
Wasser. Bei gefüllter Talsperre wird von ihm nicht mehr viel zu sehen
sein.
Staumauer ist schon wieder zur Hälfte dicht
Hauptanliegen der ganzen Sanierungsarbeiten ist die neue Abdichtung der
Staumauer. Das Mauerwerk aus Naturstein, das den Kern der Staumauer
bildet, ist von der Wasserseite aus nicht mehr zu sehen. Dort kommt eine
neue Dichtung drauf, die aus vier Schichten aufgebaut ist. Auf der
Hälfte der Staumauer sind inzwischen alle vier Schichten fertig. Hier
ist die Mauer schon vollständig dicht.
Die Ausgleichsschicht, welche die Unebenheiten der Natursteinmauer
begradigt, ist komplett fertig. Die schwarze Gleitschicht darauf ist
auch schon weit fortgeschritten. Jetzt fehlen auf der halben Mauer noch
eine Dränageschicht aus Hohlziegeln und schließlich die Dichtschicht aus
wasserdichtem Beton.
Diese Arbeiten gehen jetzt Schritt für Schritt voran. „Der Baubetrieb
hat jetzt ja günstige Bedingungen“, sagt Humbsch. Ziel ist, dass zum
Jahresende die Staumauer fertig ist, sodass der Probestau beginnen kann.
Dann beginnt ein regelrechtes Testprogramm, bei dem verschiedene
Betriebssituationen durchgespielt werden. Damit sichern die Staumeister,
dass die Technik, die jetzt eingebaut wird, im Ernstfall funktioniert.
Die Planung für das Testprogramm läuft jetzt bereits. Die
Talsperrensanierung, die 2005 begonnen hat, wird voraussichtlich
nächstes Jahr zu Ende gehen.

Die neue Schieberkammer, die hier rechts zu sehen ist, wird später unter
der Erde verschwinden. Nur noch die Kuppel der alten Schieberkammer
links davon, die sogenannte Schildkröte, guckt auf Dauer heraus.

Große Rohre brauchen große Schrauben. Fünf Zentimeter Durchmesser haben
die Schraubenköpfe, die hier Rohrleitungsbauer Roland Pieser festzieht.
Diese beiden Rohrleitungen haben einen Querschnitt von einem Meter. Sie
wurden jetzt neu in den Stollen verlegt, der mitten durch die Staumauer
in Klingenberg führt. Die einzelnen Abschnitte sind vier Meter lang und
wiegen 1,2 Tonnen.
Fotos: Egbert Kamprath
Montag, 30. Mai 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Schlusssteine sind weg aus der Talsperre
Von Franz Herz
Im Februar haben Wanderer die historischen Steine noch fotografiert. Hat sie jetzt jemand gestohlen?
Heinz Wirrig aus Dippoldiswalde und Manfred Henker aus Freital haben den
Verlust entdeckt. An den Ruinen der ehemaligen Holzmühle auf dem Grund
der Talsperre Klingenberg fehlen zwei Schlusssteine mit Inschriften, die
im Februar noch an ihrem Platz waren.
Die beiden Wanderer gehören zu einer Gruppe, die auch regelmäßig an der
Talsperre Klingenberg Touren unternehmen. Im Februar waren sie an der
Talsperre Klingenberg unterwegs und haben einen Abstecher zu den
Überresten der Holzmühle gemacht. „Diesen wasserfreien Zustand erleben
wir nicht noch mal“, sagt Wirrig. Dabei haben die Wandersleute an
gemauerten Steinbögen über dem ehemaligen Mühlgraben die Schlusssteine
entdeckt. Einer in der Nähe der Mühle trug die Jahreszahl 1868 und den
Buchstaben M. Von ihm hat Wirrig ein Foto gemacht. Der andere war wohl
noch älter. „Er hatte eine Inschrift mit 1700 und noch was. Leider habe
ich den nicht fotografiert“, sagt Wirrig.
Steine herausgebrochen
Vor wenigen Tagen waren die Wandersleute wieder dort, wollten sich die
Steine noch einmal ansehen. Dabei haben sie den Verlust entdeckt. Die
Steine waren richtiggehend herausgebrochen worden. Wirrig fragte sich
sofort: „Wurden die Steine geklaut oder haben Fachleute sie entnommen,
um die Steine der Nachwelt museal zu erhalten?“ Das wäre eine gute
Lösung.
Doch danach sieht es leider nicht aus. Die Landestalsperrenverwaltung,
deren Mitarbeiter den Verlust auch bemerkt hatten, hat sich bei den
beteiligten Baufirmen erkundigt. „Über den Verbleib der Steine konnte
niemand Auskunft geben“, informierte die Pressestelle.
An anderen Stellen haben die Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung
historische Bauteile der Staumauer gesichert, um sie zu erhalten. Bei
den Schlusssteinen wurde dies womöglich versäumt. Eine Hoffnung bleibt
noch: Sie tauchen an irgendeiner Stelle wieder auf, wo niemand damit
rechnet.

Dieser Schlussstein ist inzwischen spurlos verschwunden. Leserfoto: H. Wirrig
KLINGENBERG
Der Denkmalschutz spricht ein Wörtchen mit an der Talsperre
Von Franz Herz
Die Staumauer in Klingenberg ist eine architektonische Besonderheit. Das schafft besondere Schwierigkeiten.
Bei der Staumauersanierung in Klingenberg beginnen jetzt die Arbeiten an
der Luftseite. Hier geht es um mehrere Arbeitsschritte. Die Fugen
zwischen den Steinen müssen kontrolliert und – wenn nötig – erneuert
werden, informierte Michael Humbsch, der für das Sanierungsprojekt
verantwortlich ist.
Die Steine selbst werden kontrolliert, ob sie noch ganz sind.
Beschädigte Stücke werden ausgewechselt. Immerhin waren sie rund hundert
Jahre lang Frost und Trockenheit ausgesetzt. Außerdem wird die gesamte
Mauer abgestrahlt. Die Steine waren wieder hellgrau aussehen – wie neu.
Diese Arbeiten müssen aber genau mit dem Denkmalschutz abgestimmt
werden, weil die Talsperre eine architektonische Besonderheit ist.
Deswegen beginnen die Tätigkeiten auch erst auf einer Probefläche, die
mehrere Meter breit ist und von unten nach oben über die ganze Höhe der
Mauer reicht. Anfang Juni ist ein Termin mit Fachleuten vom Denkmalamt
geplant. Diese werden dann begutachten, ob sie mit dem einverstanden
sind, was die Bauleute machen. „Das hoffen wir“, sagt Humbsch.
Andernfalls müssen sie andere Methoden suchen.
Dienstag, 28. Juni 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Turm ist auf halber Höhe an der Mauer
Drei Etagen des Entnahmeturms an der Staumauer der Talsperre Klingenberg
sind fertig betoniert, informierte Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung die Mauersanierung betreut. Damit liegen die
Bauarbeiter gut im Zeitplan.
Im Entnahmeturm werden Rohrleitungen eingebaut, die später in sechs
verschiedenen Höhen das Trinkwasser für die Wasserwerke Klingenberg und
Dresden-Coschütz aus den Talsperren abzapfen. Die Staumeister wählen
dann immer die Höhe, in der gerade die Wasserqualität am besten ist.
(SZ/fh)
Samstag, 23. Juli 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Schlammtransport beginnt in Kürze
Am 1. August soll der Abtransport des Schlamms aus der Talsperre
Klingenberg beginnen. Die Abfuhr wird bis Ende November dauern. Es sind
etwa 200000 Kubikmeter Sedimente zu beräumen. Aus Naturschutzgründen
kann mit den Arbeiten erst im August begonnen werden. Für die Transporte
wurde ein Baustraße im Tränkengrund an der Talsperre befestigt, die
wieder zurückgebaut werden soll.(SZ/schl)
Mittwoch, 27. Juli 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Diesel gestohlen
Dieseldiebe haben am Montagmorgen an der Talsperre Klingenberg den
Tankdeckel eines Baggers aufgebrochen und rund 300Liter Kraftstoff
gestohlen. Nach Angaben der Polizei war die Baumaschine an der Baustelle
der Talsperre Klingenberg abgestellt. Bereits vor einer Woche wurden
etwa 250 Liter Diesel von der gleichen Baustelle gestohlen, allerdings
wurde die Tat damals noch nicht angezeigt. Der Gesamtschaden beläuft
sich auf rund 950 Euro. (SZ)
Dienstag, 2. August 2011
(Sächsische Zeitung)
Talsperre Klingenberg wird vom Schlamm gereinigt
Höckendorf/Pirna. Die Talsperre Klingenberg im Osterzgebirge wird
vom Schlamm gereinigt. Im August und September werden rund 60 Laster
täglich die Ablagerungen abtransportieren, teilte die
Talsperrenverwaltung in Pirna (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) am
Dienstag mit. Der Schlamm wurde in den vergangenen fast 100 Jahren bei
starkem Regen oder während der Schneeschmelze in den Stauraum gespült.
Die Entfernung der etwa 60.000 Tonnen koste rund drei Millionen Euro.
Der Schlamm werde zunächst chemisch analysiert und dann auf einer
Deponie gelagert. Die Talsperre wird seit 2006 bis 2012 saniert. Das
Wasser ist deshalb derzeit abgelassen.
Die Talsperre Klingenberg wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. Die
gekrümmte Staumauer aus Bruchsteinen steht unter Denkmalschutz. Die
Anlage wurde zum Schutz errichtet, nachdem ein Hochwasser 1897
verheerende Schäden im Osterzgebirge hinterlassen hatte. Zudem versorgt
die Talsperre Teile des Kreises sowie der Städte Freital und Dresden mit
Trinkwasser.
Während des Augusthochwassers von 2002, als das Becken vollständig
gefüllt war, wurde unter anderem die Hochwasserentlastung der Stauanlage
beschädigt. Die gesamte Sanierung wird laut Landestalsperrenverwaltung
etwa 64 Millionen Euro kosten. (dpa)
Freitag, 5. August 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Talsperrenschlamm ist mit Zink und Cadmium belastet
Von Franz Herz
Jetzt rollen die schweren Lkw's der Firma Amand aus der Talsperre
Klingenberg, täglich bis zu 60 Fahrzeuge. 4000 Kubikmeter sind schon weg,
60000 Kubikmeter Schlamm, die sich auf dem Grund der Talsperre
abgelagert haben, werden weggefahren. Dabei ergeben sich vier
Schwierigkeiten.
1. Schwierigkeit: Regen hat Schadstoffe eingespült
Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) hat sich die
Schlammberäumung einfacher vorgestellt, als sich das Vorhaben jetzt
zeigt. Eigentlich handelt es sich nur um Erde, die Regen und
Schmelzwasser in den vergangenen hundert Jahren ins Staubecken gespült
haben. Aber der Boden im Erzgebirge enthält Metalle. Damit ist der
Schlamm belastet.
Dort finden sich unter anderem Zink und das Schwermetall Cadmium,
informierte die LTV, die das Staubecken in Klingenberg bewirtschaftet.
Wegen dieser Belastung hat sich die erste Idee zerschlagen, den Schlamm
wenigstens teilweise auf landwirtschaftliche Flächen in der Nähe zu
bringen. Das wäre die günstigste Variante gewesen. Den betroffenen
Landwirten war das Risiko viel zu groß, wie beispielsweise Peter Baling
von der Agrargesellschaft Ruppendorf sagte. Jetzt muss der Schlamm auf
Deponien gebracht werden.
2. Problem: Die Aktion wird teurer als erwartet
Die Firma Amand fährt den Schlamm auf ihre Deponien nach Grumbach und
Dresden-Lockwitz. Das verteuert die Aktion. Erstens treten
Transportkosten auf, zweitens kostet die Deponierung. Insgesamt rechnet
die Talsperrenverwaltung mit drei Millionen Euro Kosten für die
Schlammberäumung.
3. Schwierigkeit: Ein Teil muss in der Sperre bleiben
Wegen dieser Kostensteigerung hat die Talsperrenverwaltung die
vorgesehene Beräumung zusammengestrichen. Insgesamt liegen
schätzungsweise 200000 Kubikmeter Schlamm in der Talsperre. Davon sollten
100000 ursprünglich herausgefahren werden.
Doch aus wirtschaftlichen Gründen werden jetzt nur 60000 Kubikmeter
weggebracht, sagt LTV-Sprecherin Britta Andreas. Dabei handelt es sich
um die sogenannten Feinstsedimente. Das ist der Anteil, der Einfluss auf
die Wassergüte hat. Der übrige Schlamm bleibt liegen. Der mögliche
Stauraum in der Talsperre verringert sich daher.
4. Schwierigkeit: Eigene Zufahrt für die Lkw's erforderlich
60000 Kubikmeter Erdreich zu transportieren, ist ein Kraftakt. Dazu
kommt, dass zum Staubecken gar keine Straße führt. Daher hat Amand einen
Waldweg, der in den Tränkengrund führt, verbreitert und asphaltiert,
damit die Lkw's in die Talsperre reinkommen. Das geschah im Winter.
Weitere Feldwege bis zur Staatsstraße bei Ruppendorf bekamen eine
Schwarzdecke, damit die Lkw's nicht durch Obercunnersdorf rollen müssen.
Doch fahren dürfen die Transporter erst seit dieser Woche. Die Umgebung
der Talsperre ist Vogelschutzgebiet. Erst mussten die Tiere ihre Brut
beenden.
In der Zwischenzeit hat Amand in der Talsperre den Schlamm
zusammengeschoben und untersucht. Wo die Grenzwerte für Cadmium
überschritten sind, kommt der Schlamm auf die Deponie Grumbach. Bei den
bisherigen 4000 Kubikmetern war das einmal der Fall. Der Rest wird in
Grumbach als Füllmaterial eingesetzt beim Abschluss der Deponie oder
kommt in eine ehemalige Tongrube nach Dresden-Lockwitz, informiert
Rainer Dietze, Geschäftsführer bei Amand Umwelttechnik.
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Hinter der Talsperrenmauer liegt hier das Staubecken noch unberührt.
Seit dieser Woche werden dort 60000 Kubikmeter Schlamm abgefahren. Eigens
dafür ließ die Talsperrenverwaltung Feldwege von der Talsperre bis zur
Staatsstraße in Richtung Ruppendorf asphaltieren.Foto: Egbert Kamprath
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Samstag, 6. August 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Zwei Zufahrten für LKW's zur Talsperre Klingenberg
Für die Schlammtransporte aus der Talsperre Klingenberg führen zwei Wege
an die Talsperre. Diese Information zum Beitrag am Freitag ergänzt die
Bürgermeisterin von Pretzschendorf, Kerstin Winkler (CDU). Die neue
befestigte Straße, die im Osten der Talsperre durch die Felder zur
Staatsstraße bei Ruppendorf führt, dient nur zur Abfahrt der beladenen
Lkws. Die Leerfahrten in die Talsperre rollen über Klingenberg, Colmnitz
und den Holzmüllerweg entlang in das Staubecken. (SZ/fh)
Samstag, 6. September 2011
Stand der Arbeiten
Freitag, 9. September 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Wasserturm an der Talsperre ist fast fertig
Die Bauarbeiter arbeiten zurzeit am obersten Abschnitt des Entnahmeturms
an der Talsperrenmauer in Klingenberg, wie Michael Humbsch informierte,
der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung
verantwortlich ist. Der neue Entnahmeturm ermöglicht künftig, das
Rohwasser für die Wasserwerke in Klingenberg und Dresden-Coschütz aus
verschiedenen Höhen zu saugen und damit immer die beste Qualität
auszuwählen. Ende September wird er fertig. Danach wird das
Kronenbauwerk darauf gesetzt, das die Staumauer oben abschließt.
Der Turm ist ein Neubau. Bisher hatte die Talsperre keine derartige Einrichtung. (SZ/fh)
Montag, 03. Oktober 2011
Spaziergang durch die Talsperre nach der Schlammberäumung
Zwischenzeitlich wurde die Schlammberäumung abgeschlossen. Ein Teil der asphaltierten Straße - Ausfahrt aus der Talsperre, auf der Obercunnersdorfer Seite - wurde schon wieder zurückgebaut.
Donnerstag, 6. Oktober 2011 (Sächsische Zeitung)
Operation am offenen Herzen
Von Thomas Schade
Nach 100 Jahren wird die Talsperre Klingenberg komplett saniert.
Projektleiter Michael Humbsch baut dort an der Weißeritz für die
nächsten 100 Jahre.
Es ist einiges anders als vor 100 Jahren auf der großen Baustelle
oberhalb von Klingenberg im Osterzgebirge. Damals im Jahr 1911 sahen die
Spaziergänger von der Holzmühle aus, wie ein mächtiger Wall aus Stein
und Beton wuchs. 5000 Arbeiter karrten den Gneis aus dem Berg nebenan
und brachten ihn mit einer kleinen Feldbahn auf die Mauer. Ein riesiges
Holzgerüst, so zeigt es eine Postkarte jener Zeit, überspannte das Tal
der Wilden Weißeritz. 1914 stand die gewaltige gekrümmte Mauer der
Talsperre Klingenberg, und die Holzmühle, in der Bauleute gewohnt und
gegessen hatten, versank langsam in der angestauten Weißeritz.
Seit 2009 sind die Mauerreste der alten Mühle wieder zu sehen. Nach fast
einhundert Jahren ließ der Staumeister die 16 Millionen Kubikmeter
Wasser erstmals wieder komplett ab. Die Staumauer musste instand gesetzt
und modernisiert werden. Seit drei Jahren ist Klingenberg die größte
Wasserbaustelle in Sachsen. Doch heute arbeiten hier meist nur 30 bis 60
Bauleute – ohne das riesige Gerüst. Auf der Wasserseite hingen bis vor
Tagen nur die Kletterschalungen von der Mauerkrone herab. Von diesen
Bühnen aus betonierten Bauleute die neue Dichtwand. Nun steht sie fertig
vor der alten Bruchsteinmauer und in der Nachmittagssonne leuchtet hell
die Farbe des frischen Betons.
Ein 70-Millionen-Projekt
Maurer und Betonierer bauen nun die Dammkrone wieder auf. Über ihnen
schwenken große gelbe Kräne ihre Ausleger. Michael Humbsch klettert
immer wieder mal hinauf in eine der Kanzeln. Hier, in rund 40Metern
Höhe, hat er den besten Überblick über die „Klinge“, wie er seine
Baustelle nennt. Der 48-jährige Wasserbau-Ingenieur der
Landestalsperrenverwaltung leitet das Sanierungsprojekt, das mehr als
70Millionen Euro verschlingen wird. Der Mauerkern hinter der Dichtsperre
sei nach einhundert Jahren in erstaunlich gutem Zustand, sagt Humbsch.
„Man muss den Hut ziehen vor den Erbauern.“ Das Bauwerk gilt als
ingenieurtechnisches Meisterstück des Berliner Architekten Hans Poelzig.
Schon Mitte der 1990er-Jahre wurde mit dem Vorhaben begonnen – „als
normale Sanierung“, sagt Humbsch. Das Hochwasser 2002 warf jedoch alle
Planungen über den Haufen. Ganze sieben Zentimeter fehlten in jenem
August, dann wäre die Dammkrone überflutet worden. 150 Kubikmeter Wasser
schossen durch das Überlaufbecken und über die Kaskaden zu Tal – pro
Sekunde. Das Getöse hinterließ beträchtliche Schäden.
In jenem Flutsommer trat Michael Humbsch seinen Job bei der
Talsperrenverwaltung an. Mit Klingenberg übernahm er eines der größten
und schwierigsten Projekte. Dabei ist die „Klinge“ die erste Talsperre,
die er saniert. „Nach der Flut mussten wir erst mal feststellen, was sie
überhaupt noch aushält“, sagt Humbsch. Hochwasserschutz wurde nun
teilweise neu definiert.
Reichten Höhe und Stärke der Mauer noch für künftige Anforderungen? Um
das zu testen, bauten Fachleute der Technischen Hochschule in Aachen die
Talsperre im Modell 1:30 nach und simulierten Belastungen, die
höchstens alle 10.000 Jahre erwartet werden. Das Ergebnis: Mit einer
Reihe technischer Veränderungen arbeitet die Talsperre Klingenberg auch
noch zuverlässig, wenn die Weißeritz mit 225 Kubikmetern Wasser pro
Sekunde zu Tal rauscht.
Eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Sanierung: Die 1953 errichtete
Vorsperre, drei Kilometer talaufwärts gelegen, musste verstärkt werden.
„Wir haben die alte Vorsperre abgerissen und einen neuen Damm gebaut,
fast doppelt so hoch wie zuvor“, erklärt Humbsch. Das 140 Meter lange
Bauwerk liegt im Röthenbacher Wald, wo sich der Weißeritzlauf am meisten
krümmt.
Erst als die Vorsperre 2008 fertig war, konnte die große Talsperre
abgelassen werden. „Während wir die große Mauer sanieren, muss
Klingenberg seine Funktionen als Trinkwasserversorger und
Hochwasserschutzanlage zuverlässig erfüllen“, sagt der 48-Jährige.
Dresden, Freital und der Weißeritzkreis beziehen mehr als die Hälfte
ihres Trinkwassers aus Klingenberg.
Um die täglich geforderten 1.000 Liter Wasser pro Sekunde liefern zu
können, wurde eine Verbindung von der Vorsperre zu den Wasserwerken
gebraucht. „Wir haben lange abgewogen, was besser ist: eine Leitung
legen oder einen Stollen bohren“, erzählt Humbsch. „Wir haben uns für
die nachhaltigere Lösung entschieden – den Stollen.“ Über ein Jahr lang
fraß sich eine Tunnelbohrmaschine durch den Osthang des Stausees. Im
Sommer 2007 war der 3,3 Kilometer lange Stollen fertig. Zurzeit ist er
eine der wichtigsten Wasseradern für die Versorgung der
Landeshauptstadt. „Nach der Sanierung können wir ihn zur
Hochwasserentlastung nutzen, das ist der Vorteil dieser Lösung“, sagt
der Ingenieur.
Badewanne ohne Stöpsel
Michael Humbsch läuft die Baustraße hinunter zum Grund der Talsperre.
„All diese Arbeiten waren schon im Gange“, erzählt er, „da stand das
Wasser hier noch 20 Meter hoch“. Damals wurde auch der 200 Meter lange
Kontrollgang längs durch die Staumauer gesprengt – bis auf wenige Meter.
„Hätten wir über dem Grundablass gesprengt, wären die hundert Jahre
alten Ventile vielleicht geborsten und die Talsperre unkontrolliert leer
gelaufen. Das Risiko war zu hoch.“
Der schwierigste Teil der Modernisierung war Vorweihnachtsarbeit: In
kurzer Zeit mussten die Bauleute die steinerne Plombe ausbrechen, die
den Grundablass verschloss. „In dieser Zeit war die Talsperre wie eine
Badewanne ohne Stöpsel im Abfluss“, beschreibt Humbsch die Situation im
Advent 2010. „Wir hätten ein größeres Winterhochwasser nicht aufhalten
können.“ Bange Tage habe er da durchlebt. „Das lässt einen nicht los,
auch nicht nach Feierabend. Das ist hier wie eine Operation am offenen
Herzen.“ Eine Stahltür und ein riesiger Betonpfropfen verschließen
längst wieder die neuralgische Stelle in der Mauer. „Wenige Tage nachdem
wir fertig waren, kam im Januar 2011 ein Hochwasser, und wir hatten zu
tun, dass uns die Baustelle nicht absäuft.“
Für die Modernisierung rissen die Bauleute fast alles ab – die alte
Dichtmauer, die denkmalgeschützte Mauerkrone, die technischen Anlagen.
Seit Monaten bauen sie wieder auf und haben es bald geschafft. Am neuen
Grundablass erledigen sie letzte Arbeiten. Zwei größere Rohre übernehmen
bald diese Funktion und führen das Wasser an der Ostseite der Mauer
durch einen alten Stollen zum Unterlauf der Weißeritz. Die Erbauer der
Mauer hatten den Stollen seinerzeit gegraben, um den Fluss während des
Staudammbaus umzuleiten. Als das alte unterirdische Bauwerk beräumt
wurde, kam es zu einer Explosion. Zwei Arbeiter wurden verletzt, konnten
sich aber selbst aus dem Stollen retten. „Sie sind wieder wohlauf“,
sagt Humbsch. Es war der schwerste Unfall seit Baubeginn.
Im vergangenen Sommer wurden rund 100.000 Kubikmeter Schlamm aus der
Talsperre geräumt. Bagger förderten alte Munition, eine Panzerfaust und
sogar eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zutage. Eigentlich
sollten die Sedimente dorthin, wo sie hergekommen waren – auf die
umliegenden Felder im Einzugsbereich der Weißeritz. Aber die Bauern
wollten den Schlamm nicht. Er landete auf einer Deponie.
Wanderer, die nun von Klingenberg hinauf zur Talsperre laufen, werden
noch einige Zeit etwas enttäuscht auf die Luftseite der Staumauer
schauen. Ihre Fassade ist noch immer dunkel-verwittert. Sie müsste
abgestrahlt und neu verfugt werden. Doch dafür reicht das Geld nicht
mehr. Offiziell heißt es in der Talsperrenverwaltung: Die Mauer sei
„solide gebaut und insgesamt in einem guten Zustand“. Aus
Sicherheitsgründen werde sie erst einmal nur ausgebessert. Wann die
restliche Mauerfassade saniert wird, könne noch nicht gesagt werden.
Kleines Hochwasser erwünscht
Dennoch treiben die Inspektionen Michael Humbsch derzeit vor allem auf
diese Seite der Mauer. Hier konzentrieren sich nun die Arbeiten. Humbsch
zeigt die neue Hochwasserentlastung. Überlauf und Kaskaden wurden
verbreitert, die Seitenwände erhöht. Edelstahlgeländer blitzen in der
Sonne. „Wir haben eine zusätzliche Stufe und Leitwände eingebaut, um den
Abfluss zu optimieren“, erklärt er. Die besondere Aufmerksamkeit des
Projektleiters gilt derzeit der Schildkröte und der Erdkröte. So nennt
er die beiden Bauwerke, durch die künftig das Wasser aus der Talsperre
zu den Wasserwerken fließt. Da drinnen wird alles gesteuert. „Modernste
Technik, schließlich bauen wir heute für die nächsten hundert Jahre“,
sagt Humbsch. Im Dezember sollen die Arbeiten weitgehend fertig sein.
„Im Januar wollen wir die Klinge probeweise wieder anstauen.“ Gegen ein
kleines Winterhochwasser hätte er in dieser Zeit nichts.

Michael Humbsch und seine „Klinge“. Der 48-jährige Wasserbau-Ingenieur
leitet die Sanierung der Talsperre Klingenberg.Foto: Ronald Bonß
Video Stand Sanierungsarbeiten von FRM! (6MB)
Montag, 10. Oktober 2011 (Sächsische Zeitung)
„Gewässerausbau allein reicht nicht überall“
Die Ufer von Weißeritz und Müglitz wurden seit 2002 mit 55 Millionen
Euro fit für Hochwasser gemacht. Eckehard Bielitz erklärt die einzelnen
Projekte.
Die große Flut liegt mehr als neun Jahre zurück. Welche Hochwasserschutzprojekte wurden bis heute realisiert?
An der Roten, Weißen und Wilden Weißeritz haben wir rund 24 Millionen
Euro investiert, um Schäden zu beseitigen und den Schutz vor neuen
Fluten zu verbessern. An der Müglitz waren es insgesamt sogar 31
Millionen Euro.
Was war das teuerste Projekt?
Die Beseitigung der Hochwasserschäden im Bereich der Frankenmühle in
Ulberndorf. Dort wurden das Flussbett auf zwölf Meter verbreitert, die
Ufermauern saniert beziehungsweise neu errichtet sowie ein Wehr an der
ehemaligen Filteretta zurückgebaut. Steigt das Wasser in der Roten
Weißeritz, kann es nun in eine neue Mulde abgeleitet werden. An der
Frankenmühle wurde auch ein Industriegebiet gekauft, das nach der Flut
ungenutzt blieb. Die Bauarbeiten in Ulberndorf kosteten 3,9 Millionen
Euro.
Für welche Hochwasserereignisse sind die Flüsse jetzt ausgelegt?
In der Regel sind die von uns geplanten und durchgeführten
Hochwasserschutzmaßnahmen innerhalb von Orten auf ein Hochwasser, das
statistisch alle 100 Jahre vorkommt, ausgelegt. In manchen Städten und
Gemeinden ist das Schutzziel höher, außerhalb von Ortslagen ist es
teilweise niedriger. Um das Ziel zu erreichen, reicht manchmal der
Gewässerausbau nicht. Hochwasserrückhaltebecken müssen entstehen. So
können bei Hochwasser Abflüsse und Wasserstände reduziert werden, bevor
sie überhaupt in einem dichter besiedelten Gebiet ankommen.
In Freital ist noch einiges zu tun, zum Beispiel der Flutschutz auf Höhe des Neumarktes...
... diese Baumaßnahme hat am 22.August diesen Jahres begonnen. Die Kosten liegen etwa bei 820.000 Euro.
Was genau wird dort am Ufer der Weißeritz passieren?
Unterhalb der Brücke Leßkestraße stehen am linken Ufer auf einer Länge
von 400 Metern bereits Stützwände. Die werden saniert und erhöht. Sie
sind künftig in der Lage, ein Hochwasser auszuhalten, wie es statistisch
gesehen alle 200 Jahre auftritt. An der ehemaligen Kleingartenanlage
wird die Böschung abgeflacht, sodass sich der Fluss ausbreiten kann.
Angrenzende Flächen werden durch einen Damm geschützt.
Reichen die Überflutungsflächen entlang von Weißeritz und Müglitz?
Sie befinden sich meist außerhalb von Ortschaften und halten dort Wasser
zurück. So können die Wasserstände in den Orten selbst reduziert
werden. An der Müglitz reichen diese Flächen aber nur, weil es ein neues
Hochwasserrückhaltebecken in Lauenstein gibt und das Becken in
Glashütte erweitert wurde. An der Roten und Wilden Weißeritz sieht es da
besser aus. Der Hochwasserschutz an der Roten Weißeritz ist, wenn alle
geplanten Maßnahmen einmal abgeschlossen sind, auf ein
einhundertjähriges Hochwasser ausgelegt. Um Überflutungs- und
Treibholzrückhalteflächen schaffen zu können, mussten Land gekauft und
Gewerbeanlagen zurückgebaut werden. Außerdem wurden Infrastrukturanlagen
wie die B 170 und die Kleinbahn umverlegt und fast alle Brücken über
die Rote Weißeritz neu gebaut.
Der Flutschutz gefällt nicht jedem. Angler und Fischzüchter klagen
über zu niedrige Wasserstände in der Weißeritz und fehlende
Rückzugsräume für Fische. Was sagen Sie denen?
Alle Maßnahmen werden mit einem Fischereisachverständigen abgestimmt. Es
wird bei Hochwasserschutzmaßnahmen immer versucht, die Durchgängigkeit
für Fische zu verbessern. So werden beispielsweise Hindernisse wie Wehre
und Sohlabstürze beseitigt. Die Wasserstände sind von den Witterungs-
oder Niederschlagsverhältnissen abhängig. Unsere Maßnahmen haben auf den
Abfluss im Gewässer praktisch keinen Einfluss.
Ein anderes Thema ist die Sanierung der Talsperre Klingenberg. Wie gingen die Arbeiten voran?
Insgesamt mussten knapp 60.000 Tonnen Sedimente aus dem Stauraum abgebaggert werden. Das Vorhaben ist jetzt abgeschlossen.
Wo wurden die Sedimente entsorgt?
Als Deponiestandorte standen die Deponien Dresden-Lockwitz und Grumbach
zur Verfügung. Auf welche Deponie die Sedimente gebracht wurden, hing
von den jeweiligen Analysewerten ab. Das wurde durch die Baufirma
umgesetzt.
Die Wasserqualität der Flüsse wurde zuletzt als kritisch eingeschätzt. Wie bewerten Sie den Wasserzustand?
Die Wasserqualität der Flüsse hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich verbessert.
Gibt es keine Probleme durch Düngemitteleinträge?
An den Talsperren im Bereich Oberes Elbtal gibt es grundsätzlich keine
Probleme mit Nährstoffeinträgen. In den Zuläufen zu unseren Talsperren
sind die Nährstoffeinträge deutlich zurückgegangen. Natürlich werden
aber in den Einzugsgebieten der Trinkwassertalsperren regelmäßig
Kontrollen durchgeführt.
Wie steht es mit Müllablagerungen an den Ufern von Weißeritz und Müglitz?
Müllablagerungen kommen an den Weißeritzen und der Müglitz schon ab und
zu vor, jedoch ist es nicht schlimmer oder besser als an anderen
Gewässern. Generell sind die Müllablagerung und die Ablagerung von
Abfällen an Gewässern verboten. Große Schäden werden insbesondere an den
Gewässerböschungen hervorgerufen, da durch die Ablagerungen der
natürliche Bewuchs verrottet oder sich nicht ausreichend entwickeln
kann. Wenn bei Hochwasser die Abfälle weggespült werden, ist die
Böschung ungeschützt und es kann zu Ausspülungen im Uferbereich kommen.
Eher problematisch ist da die Ablagerung von Grünschnitt am
Gewässerrand, die häufig durch Anlieger besonders im Bereich von
Gartensparten erfolgt. Das kann zu großen Problemen bei Hochwasser
führen. Der Unrat wird zur Stauquelle. Da ist auch jeder Einzelne
gefordert, durch richtiges Verhalten seinen Beitrag zum Hochwasserschutz
zu leisten.
Eckehard Bielitz ist seit 2008 der Leiter des Betriebes Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung.
Das Gespräch führte Ines Mallek-Klein.

Eckehard Bielitz. Foto: Archiv
Freitag, 21. Oktober 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Staumauer für die nächsten 100 Jahre dicht
Von Franz Herz
Oberhalb der Staumauer an der Talsperre Klingenberg ist der
entscheidende Schritt der ganzen Talsperrensanierung inzwischen so gut
wie geschafft. Die ganze Maueroberfläche mit fast 7000Quadratmetern hat
in diesem Jahr vier neue Schichten bekommen, zuletzt eine wasserdichte
Betonwand. Diese wird die Staumauer für die nächsten hundert Jahre
wieder abdichten. „Die letzten Betonarbeiten oben an der Mauerkrone sind
jetzt auch fertig“, sagt Michael Humbsch, der bei der
Landestalsperrenverwaltung als Projektleiter die Sanierung betreut.
Viele Detailarbeiten sind noch zu erledigen. Aber die Pläne von Humbsch
richten sich jetzt vorrangig auf ein Ziel. Im neuen Jahr soll wieder
Wasser in der Talsperre aufgestaut werden. Bis dahin müssen alle
Baustellenüberreste von der Wasserseite verschwinden.
Die Baufirma Züblin ist deswegen schon dabei, ihre Baustelle auf der
Wasserseite aufzuräumen. Gerade wird der erste der vier großen
Gitterkräne abgebaut. Sie sind rund 50Meter hoch. Dazu steht ein
riesiger Autokran, der noch höher reicht, am Fuß der Staumauer und hebt
die meterlangen Gitterteile Stück für Stück nach unten auf einen
Tieflader. Über die schmale Baustraße fährt er heraus aus dem Becken.
Noch führt diese Straße auf den Grund der Talsperre. Aber sie wird, so
wie auch andere Baueinrichtungen, jetzt Schritt für Schritt wieder
eingeebnet.
Damit das Trinkwasser aus der Talsperre gute Qualität hat, ist es gut,
wenn auch unter der Wasseroberfläche Ordnung herrscht. Die Baureste
würden zwar im Wasser verschwinden. Aber wenn der Wasserspiegel einmal
sinkt, wäre es kein schöner Anblick. Außerdem geht es darum, dass sich
das Wasser später ungehindert bewegen kann und zur Mitte hin abfließt,
wenn die Talsperre einmal geleert wird.
In den nächsten Wochen wird eine Firma auf den Talsperrengrund
geschickt, um die Kräuter zu mähen, die in den zwei Jahren gewachsen
sind, als die Talsperre trocken lag. Sie sollen nicht im Wasser bleiben.
Dort würden sie sich zersetzen und das Wasser trüben. Wie das alles
werden soll, ist auf der Ostseite der Mauer in Richtung Obercunnersdorf
bereits zu sehen. Dort ist der Hang schon wieder aufgefüllt und
eingeebnet worden.
Parallel zu den Aufräumarbeiten der Bauleute bereitet der Betrieb Oberes
Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung den Probestau vor. Dieser
soll im Januar beginnen und bis zum Frühjahr dauern. Dafür erarbeitet
eine Arbeitsgruppe ein genaues Programm, was alles getestet werden muss.
Hinter den Betonschichten beginnt jetzt der Einbau der Mess- und
Regeltechnik. Diese überwacht zum einen den Zustand der Staumauer. Sie
dehnt sich bei Hitze aus, sie bewegt sich. Auch wenn es nur um
Millimeter geht, müssen die Staumeister das beobachten. Außerdem wird
die Wassergüte laufend kontrolliert, damit die Wasserwerke in Coschütz
und Klingenberg immer das beste Wasser bekommen. Auf der Luftseite der
Staumauer herrscht derzeit ebenfalls Hochbetrieb, weil viele
Installationen fertig werden müssen, ehe wieder Wasser im Staubecken
steht. Auch laufen Erdarbeiten, die vor dem Winter fertig werden sollen.
Die Baustelle in Klingenberg läuft bis ins Jahr 2013 weiter, auch wenn
der wichtigste Schritt jetzt geschafft ist. Was jetzt noch aussteht,
kann auch gemacht werden, wenn Wasser im Staubecken steht. So wird die
Mauerkrone, die jetzt aus schlichtem Beton besteht, mit Natursteinen
verblendet. Das ist eine Forderung des Denkmalschutzes. Oben auf die
Mauer kommt auch wieder eine Straßendecke. Betriebsfahrzeuge der
Talsperrenverwaltung dürfen dort fahren. Für Wanderer wird die Mauer
wieder als Fußweg freigegeben, wenn sie komplett fertig ist.

Matthias Schubert betoniert hier das letzte Segment der Mauerkrone auf
der Wasserseite der Staumauer in Klingenberg. Das sind noch
Feinarbeiten, nachdem die neue Dichtwand inzwischen fertiggestellt ist.
Nächstes Jahr kommen auf den Beton Natursteine. Fotos: Egbert Kamprath
Dienstag, 1. November 2011 (Sächsische Zeitung) KOMMENTAR
Gute Aussichten – für den WiIdwuchs
Von Regine Schlesinger
über die Schwierigkeit,
Bäume zu fällen
Man glaubt manchmal gar nicht, wie kompliziert das Leben sei kann. Da
wuchert einer der schönsten Aussichtspunkte und Rastplätze am Rundweg um
die Talsperre Klingenberg – der Richard-Friedrich-Platz – immer mehr
zu, sodass man die Talsperre bald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen
kann. Dabei ist die gerade in der jetzigen Bauzeit immer wieder Ziel von
Wanderern und Spaziergängern.
Es kann doch nicht so schwer sein, diese Sache wieder in Ordnung zu
bringen, sollte man meinen. Doch keiner fühlt sich so richtig zuständig,
weder die Landestalsperrenverwaltung noch die Gemeinde, am ehesten
vielleicht noch der Forst. Aber eigentlich auch nicht so wirklich. Denn
diejenigen, die vor hundert Jahren den Platz eingerichtet haben, hatten
vergessen oder wussten gar nicht, dass da zuvor einiges vertraglich
geregelt werden muss. Das gilt auch für die Nachfahren von Richard
Friedrich, die einfach so eine Bank für den Platz stifteten. So steht es
weiter schlecht um die Aussicht, bis auf die für den Wildwuchs. Der
darf bleiben.
nochmalige Spurensuche an der ehemaligen Holzmühle (05.11.2011)
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die neuen Entnahmehorizonte für die Wasserwerke sind gut erkennbar
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Blick aus dem Stauraum auf die Sperrmauer
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Bachbett an der ehem. Holzmühle Richtung TS
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alte Wildholzsperre an der ehem. Holzmühle
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der rechte Schuh von Frau Müllerin oder der hübschen Tochter ???
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hier der Schuh des Müllers ???
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Bier wurde schon damals getrunken
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Actien-Bierbrauerei zu Reisewitz
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Blick entlang der Wilden Weißeritz zu ehem. Holzmühle
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Mittwoch, 9. November 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG
Staumauer im Test
Von Von Franz Herz
Die Sanierung des Bauwerks steht vor dem Abschluss. Ab Januar läuft der Probestau. Funktioniert die ganze Technik?
In seinem Kopf spielt Eckehard Bielitz genau durch, was im nächsten
halben Jahr an der Talsperre Klingenberg passiert. Bielitz ist Leiter
des Betriebs Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung und damit
auch für den Probestau verantwortlich, mit dem die Talsperre ab Januar
wieder in Betrieb geht. Gleich nach den Feiertagen wird es losgehen.
„Wir bereiten den Probestau seit rund einem Jahr vor“, sagt Bielitz. In
der zuständigen Kommission sind alle dabei, die mit der Talsperre zu tun
haben. Das reicht vom Baubetrieb bis zur Landesdirektion, von den
Planungsingenieuren bis zur Weißeritzgruppe und den Stadtwerken Dresden,
die Wasser aus Klingenberg erhalten.
Die Runde legt das genaue Programm für den Einstau fest. Das wird
stufenweise passieren. Einige Meter wird eingestaut. Dann bleibt der
Wasserspiegel auf diesem Stand, und ein Messprogramm beginnt. Sogar die
Bewegungen der Staumauer werden dabei registriert. Der Wasserdruck
steigt und die Mauer wird ein wenig nachgeben. Solange diese Bewegung im
Millimeterbereich bleibt, ist das normal. Dafür gibt es ein großes Lot,
das in einem Schacht in der Mauer hängt und diese Bewegungen anzeigt.
In der Mauer ist eine Dränageschicht eingebaut. Hier sickert Wasser nach
unten, wenn es irgendwo undichte Stellen gibt. Dieses Sickerwasser wird
genau gemessen. Doch von diesen Erkenntnissen will sich die
Talsperrenverwaltung nicht überraschen lassen. Schon jetzt werden alle
Rohrleitungen und die Mauer im trockenen Zustand genau geprüft. „Wenn
nachher, bei aufgestauter Talsperre, Arbeiten erforderlich werden,
brauchen wir Taucher“, sagt Bielitz.
Während des Probestaus wird geprüft, wann die Trinkwasserversorgung
wieder umgestellt werden kann. Das soll sobald wie möglich, schon vor
dem Abschluss des Probebetriebs, geschehen. Der wird Mitte 2012
erwartet. Jetzt während der Bauzeit versorgen die Talsperren
Rauschenbach und Lichtenberg das Wasserwerk Klingenberg, und die
Vorsperre Klingenberg liefert Wasser für Dresden. „Sobald die Wassergüte
ausreicht und stabil ist, kommt das Trinkwasser wieder aus
Klingenberg“, kündigt der Betriebsleiter an. Das ist günstiger als die
jetzigen Behelfslösungen.
Das Probestauprogramm spielt bis dahin verschiedene Situationen durch,
wie sie im Alltag an der Talsperre auftreten. Klappt alles wie geplant?
Funktioniert die Technik?
Michael Humbsch, der die Sanierung betreut, beschreibt ein Beispiel. Bei
dem Umbau haben die Staumeister die Möglichkeit bekommen, Wasser aus
fünf verschiedenen Höhen zu nehmen. Das gab es bisher nicht. Wenn nun
beispielsweise ein Starkregen braunes Wasser in die Talsperre schwemmt,
schwimmt das zuerst oben. Dann ist vorgesehen, diese Schicht gleich über
die obere Öffnung abzuleiten, damit das sonstige Wasser sauber bleibt.
Ob das funktioniert, muss sich beim Probestau zeigen.
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Eckehard Bielitz, Betriebsleiter Talsperrenverwaltung
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Dieses Foto zeigt den neuen Entnahmeturm und die noch leere Talsperre
Klingenberg. Im Turm werden jetzt noch Rohrleitungen und
Messeinrichtungen eingebaut. Ob sie funktionieren, wird der Probestau
zeigen, der ab Januar beginnt.
Foto: Egbert Kamprath
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Dienstag, 15. November 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Elektrik wird in die Talsperre eingebaut
Seit vergangener Woche läuft der Einbau der Elektroinstallation an der
Staumauer in Klingenberg, informierte Projektleiter Michael Humbsch. Das
ist eine komplizierte Installation, von der die Funktion der Talsperre
abhängt. Verschiedene Schieber, welche das Wasser lenken, Schütze, die
den Durchfluss im Hochwasserentlastungsstollen regeln und die gesamt
Überwachungstechnik sind von der Stromversorgung abhängig. Außerdem wird
die Einrichtung so ausgestattet, dass sie auch bei einem Netzausfall
weiter funktioniert. Das ist gerade bei einem Hochwasser entscheidend.
(SZ/fh)
wieder auf Spurensuche an der ehemaligen Holzmühle (19.11.2011)
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alte Wasserleitung ?

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der Mühlengeist hat zugeschlagen

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KLINGENBERG
Genehmigung für Probestau an der Talsperre ist da
Die Landesdirektion Dresden hat jetzt den geplanten Probestau nach der
Mauersanierung an der Talsperre Klingenberg genehmigt, informierte
Michael Humbsch, der bei der Talsperrenverwaltung für die Sanierung in
Klingenberg verantwortlich ist. Der Probestau wird Anfang nächsten
Jahres beginnen.
In einem genau festgelegten Programm wird dann die Talsperre
schrittweise mit Wasser gefüllt. Parallel zu diesen Schritten läuft ein
umfangreiches Messprogramm zur Überwachung der Staumauer und der
Wasserqualität. Vor zwei Jahren war der Stausee für die Mauersanierung
geleert worden. (SZ/fh)
Samstag, 17. Dezember 2011 (Sächsische Zeitung)
KLINGENBERG
Stauraum der Talsperre wieder frei geräumt
Die Wasserseite der Talsperre Klingenberg ist komplett geräumt. Die drei
Kräne, die dort standen, sind abgebaut. Die Baustraße, die auf den
Grund des Stausees führt, ist weggebaggert. „Nur die Einrichtungen, die
auf Dauer auch im Wasser bleiben können, sind geblieben“, informierte
Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die
Mauersanierung verantwortlich ist. Damit kann der Probestau im Januar
beginnen.
Jetzt werden noch Betonplatten auf dem Grund der Talsperre eingelassen.
Diese dienen für Messungen. Erstens wird dort festgestellt, wie viele
Ablagerungen sich auf dem Grund der Talsperre gesammelt haben.
Zweitens werden dort Bojen befestigt. Die sind für die Staumeister
Anhaltspunkte, wo sie mit dem Boot hinfahren müssen, um Wasserproben aus
verschiedenen Tiefen zu nehmen. (SZ/fh)
Mittwoch, 28. Dezember 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Wasser in der Talsperre zum Test der Rohrleitungen
In der Talsperre Klingenberg steht schon wieder Wasser. Es ist relativ
wenig, rund eine halbe Million Kubikmeter. Dieser Stau dient jetzt zum
Test der Rohrleitungen und Verschlüsse in der Staumauer, informiert
Michael Humbsch, der für die Mauersanierung verantwortlich ist. Diese
Technik ist komplett erneuert worden. Um zu prüfen, ob sie zuverlässig
funktioniert, muss sie auch unter Druck gesetzt werden. Dazu steht jetzt
bereits ein wenig Wasser im Stauraum.
Der regelrechte Probebetrieb der gesamten Staumauer beginnt
AnfangJanuar. Dann ist ein monatelanger Prüfzyklus vorbereitet, der die
Sicherheit der Staumauer garantiert. Dafür wird schrittweise der Stausee
wieder gefüllt. (SZ/fh)
(Ausgabe Sachsen)
Talsperre Klingenberg wird wieder gefüllt
Höckendorf/Dresden.Die Talsperre Klingenberg im Osterzgebirge
wird zu Beginn des kommenden Jahres wieder gefüllt. Damit geht die 2005
begonnene Sanierung ihrem Ende entgegen, teilte das Umweltministerium am
Mittwoch in Dresden mit. Rund 85 Millionen Euro standen für das
Vorhaben zur Verfügung, um den Hochwasserschutz zu verbessern und die
Trinkwasserversorgung für den Großraum Dresden zu garantieren.
Die Talsperre wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. Die gekrümmte
Staumauer aus Bruchsteinen steht unter Denkmalschutz. Die Anlage wurde
errichtet, nachdem ein Hochwasser 1897 verheerende Schäden im
Osterzgebirge hinterlassen hatte. (dpa)
Donnerstag, 29. Dezember 2011 (Sächsische Zeitung) KLINGENBERG
Minister staut das Wasser in Klingenberg
Von Franz Herz
Das Wasser steigt ab Januar in der Talsperre. Wann fließt es zum Wasserwerk?
Ab 4. Januar steigt das Wasser in der Talsperre Klingenberg. In mehreren
Stufen wird es angestaut. Für die erste Stufe wird Sachsens
Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am kommenden Mittwoch den Grundablass
zudrehen.
Dann wird der Wasserspiegel einige Tage steigen, bis er die erste Stufe
erreicht hat. Danach beginnt ein detailliertes Messprogramm, wie
Eckehard Bielitz, Betriebsleiter bei der Landestalsperrenverwaltung,
informiert. Dabei werden die verschiedensten Situationen durchgespielt,
wie sie später an der Talsperre zu erwarten sind. Im Bauprogramm der
letzten Jahre ist zwar die alte Staumauer saniert worden, aber darüber
hinaus hat sie viele neue Möglichkeiten bekommen, die es bisher in
Klingenberg nicht gab.
So kann das Gewässer jetzt über vier Möglichkeiten reguliert werden. Der
Hochwasserentlastungsstollen, der normale Betriebsablass in der
Mauermitte, der Grundablass, der an der Seite neu eingerichtet wurde,
und der Überlauf, über den im Notfall das Wasser strömt, bieten
unterschiedliche Möglichkeiten, ein Hochwasser zu kontrollieren. Das
Zusammenspiel all dieser Öffnungen, Ventile und Schütze wird während des
Probebetriebs durchgespielt.
Wenn der Wasserspiegel in den nächsten Monaten schrittweise steigt, wird
auch die Qualität des Wassers laufend überprüft. Sobald es möglich ist,
werden dann die Wasserwerke in Klingenberg und in Dresden-Coschütz
wieder mit Wasser aus Klingenberg beliefert. Jetzt bekommen sie Wasser
aus der Vorsperre Klingenberg und aus der Talsperre Rauschenbach.
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