2011

Talsperre 

Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember

 

Mittwoch, 12. Januar 2011
(Sächsische Zeitung)


Schlamm wird aus der Talsperre gebaggert

Von Franz Herz

Die Firma Amand hat den Auftrag erhalten. Aber es geht langsam los. Erst muss sie die Wege herrichten, dann auf die Vögel warten.

Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) lässt dieses Jahr den Grund der Talsperre Klingenberg vom Schlamm beräumen. Rund 200.000 Kubikmeter haben sich im Laufe der letzten hundert Jahre auf dem Grund des Staubeckens abgesetzt, informierte Britta Andreas, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Schneeschmelze und Starkregen haben Erde von den umliegenden Feldern ausgespült und über die Bäche in die Talsperre geschwemmt. Dort sind diese Stoffe auf den Grund gesunken und haben eine Schlammschicht gebildet. Fachleute sprechen von Sedimenten.

Die sollen aber nicht dort bleiben. Sie kosten unnötig Stauraum. 200000Kubikmeter mehr Platz zu haben in der Talsperre, das kann bei einem Hochwasser nützlich sein. Es hilft aber auch, um eine bessere Wasserqualität zu erreichen. Denn die Sedimente mindern die Wasserqualität. Die Böden im Osterzgebirge haben einige Besonderheiten. Sie enthalten beispielsweise Metalle, die auch ausgespült wurden. Diese Elemente sollten nicht in der Talsperre bleiben.

Günstige Gelegenheit

Deswegen nutzt die LTV die Gelegenheit, dass wegen der Mauersanierung das Staubecken in Klingenberg dieses Jahr leer steht, und lässt den Schlamm heraus räumen. Die Arbeiten sind nach einer öffentlichen Ausschreibung vergeben worden. Die Firma Amand hat den Auftrag dafür bekommen. Aber bis die eigentliche Beräumung losgeht, vergehen noch mehrere Monate. Amand soll den Schlamm dann auf Deponien entweder in Grumbach oder Lockwitz lagern. Welche es sein wird, ist noch nicht entschieden. Wegen der Belastungen der Sedimente müssen diese aber auf eine Deponie gebracht werden.

Winter stoppt die Arbeiten

Bevor der Abtransport losgehen kann, muss erst einmal ein Weg vorbereitet werden, auf dem die Laster ins Staubecken fahren können. In der zweiten Bucht auf der Ostseite der Talsperre, im sogenannten Tränknergrund, führt ein Waldweg ans Staubecken. Dieser wurde von Fichten freigeschnitten. Er bekommt eine Schotterschicht und eine Asphaltdecke, so dass hier auf einer Breite von vier Metern Lkw rollen können. Auch im Staubecken müssen die Bauleute befahrbare Trassen schaffen, damit die Lkw nicht in dem Schlamm stecken bleiben, den sie wegräumen sollen. Dann können die Transporte auf den Wirtschaftswegen in Richtung Obercunnersdorf zur Staatsstraße 190 fahren. Die Vorbereitungen haben schon im alten Jahr begonnen. Aber der frühe und heftige Wintereinbruch hat sie erst einmal gestoppt.

So eilig ist es damit auch nicht. Denn die Beräumung selbst beginnt erst im August, weil der Wald rings um die Talsperre ein Vogelschutzgebiet ist. Dort muss Ruhe herrschen, während die Vögel brüten und solange die Jungvögel noch klein sind. Erst im August werden dann die Lkw rollen, um den Schlamm wegzufahren.

Der erste Auftrag gilt jetzt für 100.000 Kubikmeter. Die zweite Hälfte soll anschließend weggebracht werden. Dafür bereitet die Landestalsperrenverwaltung die Unterlagen vor, um die nötige Genehmigung zu beantragen. Denn so eine günstige Gelegenheit mit einer leeren Talsperre kommt so schnell nicht wieder.

Blick zur Speermauer Klingeneberg

Auf dem Grund der Talsperre Klingenberg liegt eine Schlammschicht, welche durch das Wasser im Laufe der letzten hundert Jahre in das Staubecken geschwemmt worden ist. Sie soll dieses Jahr weggebracht werden. Archivfoto: Egbert Kamprath

Mittwoch, 19. Januar 2011
(Sächsische Zeitung)

Talsperre erhält unterirdische Dichtung

Von Franz Herz

Bis in zehn Meter Tiefe wird das Wasser auch unterhalb der Staumauer aufgehalten. Das erhöht die Sicherheit.

Dieses Jahr bekommt die Sperrmauer der Talsperre Klingenberg auch einen unterirdischen Dichtschleier. Dieser gibt der Staumauer zusätzliche Sicherheit. Bis in eine Tiefe von durchschnittlich zehn Metern unter der Mauer soll er verhindern, dass durch irgendwelche Hohlräume im Gestein Wasser durchsickert. „Diese Arbeiten werden jetzt vorbereitet“, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen für die Sanierung der Staumauer in Klingenberg verantwortlich ist.

Im Februar beginnt ein Testlauf für diesen Bauabschnitt. Dann soll ein Probefeld gebohrt und verfüllt werden. Wenn dieses den Anforderungen entspricht, wird die Technik auf der ganzen Mauerlänge angewendet. Funktioniert es nicht wie gewünscht, müssen sich die Bauleute eine andere Lösung dafür einfallen lassen.

Jetzt ist ein Verfahren vorgesehen, bei dem durch den Mauerfuß Löcher in den Untergrund gebohrt werden. Je nachdem, wie dicht das Gestein ist, reichen die Bohrungen tiefer oder nicht so tief. Im Durchschnitt sollen sie zehn Meter unter die Erde führen. Darin wird dann spezieller Beton eingespritzt, der die Hohlräume ausfüllt und unterirdisch aushärtet. Solche Injektionen werden nebeneinander gesetzt, sodass ein Dichtschleier entsteht, der die Stauwirkung der Mauer auch unterirdisch fortsetzt.

 

Freitag, 11. Februar 2011
(Sächsische Zeitung)

An der Staumauer wird betoniert


Klingenberg

Bauarbeiter betonieren derzeit an der Staumauer in Klingenberg auf der Wasserseite eine Ausgleichsschicht auf das alte Natursteinmauerwerk. Damit soll eine ebene Oberfläche hergestellt werden. Die Betonschicht ist an manchen Stellen bis zu 60Zentimeter stark, sagte Michael Humbsch von der Landestalsperrenverwaltung. (SZ/fh)

 

Dienstag, 15. Februar 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Hier entsteht die Schaltzentrale der Talsperre

Von Franz Herz

In der Mitte vor der Staumauer Klingenberg liegt die Schieberkammer. Wegen ihrer markanten Kuppel heißt sie im Volksmund Schildkröte. Von hier aus werden wichtige Funktionen des Stausees gesteuert. Die großen Röhren zu den Wasserwerken in Klingenberg und Coschütz führen hier durch. Die Staumeister regeln mit Schiebern, wie viel Wasser sie abgeben.

Bei der Generalsanierung der Talsperre Klingenberg ist jetzt auch die Schildkröte an der Reihe. Die Technik wird vollständig erneuert. Derzeit ist das Innere des Bauwerks komplett ausgehöhlt. Alle Rohre, Pumpen, Kabel und der Zwischenboden wurden im Herbst entfernt.

Jetzt laufen die Arbeiten an dem Bauwerk selbst. „Dabei gibt es vor allem für die äußere Gestaltung strikte Auflagen vom Denkmalschutz“, sagt Michael Humbsch, der Projektverantwortliche bei der Landestalsperrenverwaltung. Die runde Kuppel mit ihrer Natursteingestaltung ist ein typisches Detail der Talsperre Klingenberg. Das bleibt so erhalten. Auch an der Türe und den Rundbogenfenstern mit ihren Sprossen darf die Talsperrenverwaltung nichts ändern.

Im Innern der Schildkröte ist der Putz bereits abgeschlagen. Künftig soll das Mauerwerk aus Bruchstein offen zu sehen sein. Jetzt bereiten die Bauarbeiter einen Ringanker vor, der auf halber Höhe ringsum einbetoniert wird. Der Anker trägt in Zukunft den Zwischenboden, der sich in Höhe des Außengeländes befindet. Wer nach Abschluss des Baus die Schildkröte betritt, kommt auf diesen Boden. Dort wird die ganze Steuerung eingebaut. Schaltschränke und Überwachungstechnik finden hier ihren Platz. Von dort führt dann eine Treppe hinunter in den Rohrkeller.

Die bauliche Sanierung der Schildkröte ist der einfachere Teil der Arbeiten. „Damit sind zwei, drei Leute jetzt beschäftigt. Das wird auch nicht so teuer“, sagt Humbsch. Die Kosten dafür werden weniger als 100000Euro betragen. Das ist angesichts der 70Millionen Euro, die die gesamte Talsperrensanierung kostet, ein kleiner Teil.

Anspruchsvoller wird der Einbau der Technik. Sie wird komplett erneuert. Die Montage beginnt in einigen Monaten, wenn die Bauarbeiten an der Schildkröte abgeschlossen sind. Die Coswiger Tief- und Rohrleitungsbau GmbH baut die Rohre ein. Die Vorbereitungen dafür laufen schon. „Viel Energie wird jetzt in die Werkplanung gesteckt“, sagt Humbsch. Denn es hängt alles von der exakten Planung ab, damit später auch das Nebeneinander der verschiedenen Leitungen reibungslos funktioniert.

Manche Rohre werden extra für die Baustelle in Klingenberg angefertigt. Leitungen mit einem Meter Durchmesser gibt es nicht fertig zu kaufen. Bis Ende dieses Jahres soll die Schildkröte samt Technik wieder betriebsbereit sein.

SZ vom 15.02.2011

SZ vom 15.02.2011

Während des Baus ist die Schieberkammer ganz zu sehen. Normalerweise guckt nur die Kuppel heraus.

Dieser Blick ins Innere der Schieberkammer an der Talsperre Klingenberg, der sogenannten Schildkröte, zeigt die imposanten Ausmaße. Der Bau ist acht Meter hoch. Darin wirkt der Bauverantwortliche der Talsperrenverwaltung, Michael Humbsch, eher klein. Diesen Blick gibt es nur während des Umbaus. Dabei wird wieder ein Zwischenboden eingezogen, der den Raum in zwei Etagen teilt. Fotos: Egbert Kamprath

 

Donnerstag, 17. Februar 2011
(Sächsische Zeitung)


Bauarbeiten gehen ohne Zelt weiter


Klingenberg

Die Bauarbeiten an der Talsperre Klingenberg benötigen jetzt doch nicht das große Zelt wie erst gedacht, informierte der Projektverantwortliche Michael Humbsch. Ursprünglich war geplant, auf die Staumauer Spritzbeton aufzubringen, um davor den Entnahmeturm zu errichten. Jetzt haben sich die Bauleute für eine andere Technik entschieden. Sie haben eine Schalung aufgebaut und darin betoniert. Die Schalung schützt den Beton vor Kälte. Der Zeltaufbau war nicht mehr nötig. (SZ/fh)

Samstag, 19. Februar 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Dränagerohre der Staumauer sind zugesetzt

Von Franz Herz

Auf der Luftseite ist ein Entwässerungssystem in die Mauer eingearbeitet. Da kommen die Bauleute ganz schwer ran.

Auf der Luftseite der Staumauer in Klingenberg ist ein Netz von Rohrleitungen eingebaut. Diese leiten das Wasser ab, das von außen auf die Mauer kommt. Im Laufe der letzten hundert Jahre haben sie sich aber teilweise zugesetzt, berichtet Michael Humbsch, der Projektverantwortliche für die Mauersanierung bei der Landestalsperrenverwaltung.

Nun gibt es zwei Probleme. Die Entwässerungsleitungen liegen erstens nicht an der Oberfläche, sondern zwei bis drei Meter tief in der Mauer. Zweitens ist nicht genau bekannt, wo die Rohre verlaufen. Bei den waagerechten Leitungen ist es möglich, die Mauer aufzufräsen, um an die Leitungen zu kommen. Bei den senkrechten Leitungen wäre das ein Riesenaufwand. Jetzt ist in der Diskussion, mit Säure die zugesetzten Rohre wieder durchgängig zu machen.

Eine Dränage benötigt die Klingenberger Staumauer. Wenn Feuchtigkeit ins Innere vordringt, könnte das Schäden anrichten. Das soll natürlich bei der Sanierung ausgeschlossen werden.

 

Dienstag, 22. Februar 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Bergbau an der Talsperre Klingenberg

Von Franz Herz

Die Staumauer bekommt nachträglich einen Kontrollgang. Das ist eine Arbeit fast wie im Bergbau.

In der Staumauer der Talsperre Klingenberg wird ein Kontrollgang nachträglich eingebaut. Bei ihrem Bau vor hundert Jahren war das noch nicht üblich, heute ist das ab einer bestimmten Größe Standard. In Klingenberg wird der Gang deswegen nachgerüstet. Jetzt steht er kurz vor der Vollendung.

Die Arbeiten haben vor über vier Jahren schon begonnen. Damals haben Spezialisten bei angestautem Wasser mit Präzisionssprengungen auf der linken und rechten Mauerseite den Gang vorangetrieben. Jetzt fehlt noch das letzte Stück, die Verbindung zu dem Stollen in der Mauermitte, in dem die großen Wasserleitungen zu den Wasserwerken Klingenberg und Coschütz führen. Dort konnte damals nicht gesprengt werden. Dieser Abschnitt wird jetzt von einem Spezialbohrer vorangetrieben. Später wird der Gang mit Messtechnik ausgerüstet. Mit deren Hilfe können die Staumeister den Zustand der Mauer überwachen.

SZ vom 22.02.2011

Bernd Zemmrich und sein Kollege Jochen Frohs (dahinter) haben mit dem Bohrgerät inzwischen den Durchbruch für den Kontrollgang innerhalb der Staumauer geschafft. Jetzt sind die rund 100 Meter langen Teilabschnitte links und rechts in der Mauer, die vor vier Jahren mit Präzisionssprengungen vorangetrieben wurden, miteinander verbunden. Foto: Egbert Kamprath

 

Mittwoch, 9. März 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

360 Kubikmeter Beton für ein Turmfundament


An der Talsperre Klingenberg wird derzeit das Fundament für den Entnahmeturm auf der Wasserseite der Staumauer betoniert. Dafür haben die Bauleute in den letzten Tagen rund 360Kubikmeter Beton auf die Baustelle gebracht worden, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Staumauer verantwortlich ist. Erst haben die Bauleute die beiden Seitenteile des Fundaments betoniert. Dort wurden 220Kubikmeter verarbeitet. Danach kamen 140Kubikmeter in die Mitte.

Darauf wird jetzt die Stahlbewehrung für die Bodenplatte angebracht. Die soll noch diese Woche betoniert werden. Der Entnahmeturm selbst wächst im April in die Höhe. Der Turm bekommt in verschiedenen Höhen Öffnungen, durch die Wasser aus der Talsperre entnommen wird. So kann das Rohwasser für die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz immer aus der Höhe genommen werden, wo es gerade am besten ist. (SZ/fh)

 

Montag, 14. März 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Schlamm soll raus in Klingenberg

Von Franz Herz

Der Frost ist aus dem Boden, der Schlamm kann beräumt werden. Brütende Vögel dürfen dadurch aber nicht gestört werden.

Die Bauarbeiter müssen schneller sein als die Brutvögel im Tränkengrund an der Talsperre Klingenberg. An dieser Stelle soll der Schlamm aus dem Staubecken abgefahren werden. Die Gelegenheit dazu besteht nur jetzt, weil die Talsperre wegen der Mauersanierung trocken liegt. Aber bevor die Vögel zu brüten beginnen, müssen die Bauarbeiten Ende März fertig werden.

Bisher führt kein fester Weg an das Staubecken. Deswegen baut die Firma Amand, die den Auftrag für die Schlammberäumung hat, erst einmal den kleinen Waldweg im Tränkengrund auf vier Meter Breite aus. Das sollte schon im Dezember beginnen, aber da kam der Winter dazwischen.

Jetzt steigen die Temperaturen wieder, und die Bauarbeiten haben begonnen. Erst hat ein Forstunternehmen Bäume gefällt. Jetzt errichtet Amand die Baustraße.

Rücksicht auf Brutvögel

Im Planfeststellungsverfahren ist festgelegt, dass die Bauarbeiter Rücksicht auf brütende Vögel nehmen müssen. Der Wald hier an der Talsperre ist Schutzgebiet. Darum dürfen, wenn die Baustraße Ende März fertig ist, dort erst einmal keine Lkw fahren .

Nach Informationen von Höckendorfs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Wählervereinigung) gehen die Arbeiten trotzdem weiter. Im Staubecken wird das Material zusammengeschoben auf einen großen Haufen am Tränkengrund. Von dem aus können die Bauarbeiter später zügig die Lkw beladen.

Im August sollten die Jungvögel ausgeflogen sein. Dann beginnen die Transporte. In einem ersten Bauabschnitt werden 100000Kubikmeter über die neu gebaute Baustraße und Wirtschaftswege auf die Staatsstraße zwischen Ruppendorf und Obercunnersdorf gefahren.

Sie dürfen nicht über die Dorfstraße in Obercunnersdorf fahren. Das gilt allerdings nicht für die Baufahrzeuge jetzt. Die rollen schon sehr häufig, informierte Rainer Vogel aus Obercunnersdorf.

Bauern wollen Schlamm nicht

100000 Kubikmeter ergeben einen Riesenwürfel von fast 47 Metern Seitenlänge. Die Landestalsperrenverwaltung hätte diesen Schlamm gerne auf Felder in der Nähe gebracht. Das würde Transportkosten sparen. Schließlich ist es zum Großteil Erde, die seit dem Bau der Sperre durch Starkregen und Schneeschmelze dort abgespült wurde.

Um diese Möglichkeit zu beraten, gab es eine Runde mit Landwirten der Umgebung. Peter Baling ist Vorstandschef der Agrargesellschaft in Ruppendorf, die viele Felder in der Nähe bewirtschaftet. „Wir haben kein Interesse daran. Das Risiko ist zu groß“, sagt er. Die Gefahr besteht, dass der Talsperrenschlamm auch mit giftigen Stoffen belastet ist, die im Lauf der Zeit aus dem Erdreich ausgewaschen wurden.

Nun werden die Schlammmassen aus der Talsperre auf Deponien gebracht. Im Gespräch sind nach Informationen der Landestalsperrenverwaltung Grumbach oder Lockwitz. Das ist noch gar nicht so weit. Joachim Göhler aus Beerwalde hat beobachtet, dass seinerzeit, als der Schlamm aus der Vorsperre geräumt wurde, Transporte bis nach Bautzen gerollt sind.

SZ vom 14.03.2011

Rund 200.000 Kubikmeter Schlamm haben sich auf dem Grund der Talsperre Klingenberg abgesetzt, worauf schon Gras wächst. Der Schlamm soll jetzt rausgeräumt werden, solange der Stausee trocken liegt. Dafür ist eine Zufahrtsstraße notwendig. Die wird jetzt gebaut. Archivfoto: Egbert Kamprath

Baggerfahrer Ralf Alexander weist einen Lkw ein beim Bau der Straße an das Staubecken bei Obercunnersdorf. Ende März soll sie fertig sein. Foto: Peter Kuner

SZ vom 14.03.2011

SZ vom  14.03.2011

 

Montag, 14. März 2011
(Sächsische Zeitung)


AUF EIN WORT

Das Erzgebirge hat es in sich

Franz Herz

Von Herz.Franz@dd-v.de

über die Schlammberäumung in Klingenberg

Es klingt so harmlos. Mal ein kräftiger Regen, dann wieder die Schneeschmelze, solche Naturereignisse schwemmen Erde ab. Wir sehen das, wenn sich das Wasser in Flüssen und Bächen braun färbt. Wenn das dann vor der Staumauer beispielsweise gebremst wird, setzen sich die Stoffe am Boden ab.

Doch der Erzgebirgsboden hat es in sich. Der Reichtum des Bodens an Metallen und Erzen wird ebenfalls ausgeschwemmt und setzt sich in den Talsperren konzentriert mit ab. Die Konsequenz ist, dass dort auf dem Boden durchaus fruchtbarer Schlamm liegt, der aber noch weit mehr Inhaltsstoffe enthält, die ganz und gar nicht harmlos sind.

Deswegen müssen die Landestalsperrenverwaltung Sachsen und mit ihr wir alle als Steuerzahler den teureren Weg gehen und diesen Schlamm auf Deponien fahren lassen. Denn eines ist auch klar, aus der Talsperre Klingenberg, die ja als Trinkwasserreservoir für Hunderttausende Menschen dient, sollte er entfernt werden.

 

Freitag, 18. März 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Fliegerbombe auf dem Grund der Talsperre Klingenberg entdeckt

Von Egbert Kamprath

Vor Baubeginn wird an der Talsperre das Umfeld nach Munition abgesucht.

Bevor die Bagger den Schlamm vom Grund der abgelassenen Talsperre Klingenberg räumen können, untersuchen Mitarbeiter einer Kampfmittelräumfirma aus Delitzsch das Areal. Am Mittwoch wurde Feuerwerker Hartmut Schemmel gegen 11 Uhr fündig. Seine Messsonde zeigte einen metallischen Gegenstand an. Rund 300 Meter von der Staumauer entfernt und knapp unter der Erdoberfläche entpuppte sich dieser als gut erhaltene Fliegerbombe. Die Waffe sowjetischen Fabrikats wog einhundert Kilo und befand sich durch den Luftentzug unter Wasser in einem erstaunlich guten Zustand. Außerdem hatte sie noch ihren scharfen Zünder. „Wenn diese Bombe von einem Bagger erfasst worden wäre, hätte das böse enden können“, sagt Hartmut Schemmel dazu, der sich in der Notwendigkeit seiner Arbeit bestätigt sieht.

Eigentlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, mitten im Staubecken alte Munition aus dem Weltkrieg zu finden. An der Talsperre Klingenberg wurden die meisten der bei früheren Erkundungen gefundenen Granaten und anderen Waffen unterhalb der Staumauer geborgen, wo man sie zum Ende des Krieges offensichtlich einfach hinunter geworfen hatte. Wie die Bombe auf den Talsperrengrund weit weg vom Ufer gelangt ist, können die Experten heute nur vermuten. Vielleicht hatte der Pilot den Sprengsatz bei einem Einsatz nicht abgeworfen und entledigte sich seiner auf diese Art, um anschließend landen zu können.

Entsorgt wurde die Bombe noch am Mittwoch von Experten des staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Das reine Entfernen des Zünders dauerte rund eine halbe Stunde. Anschließend wurde die Bombe abtransportiert.

Für die Zeit der Entschärfung am Nachmittag ruhte an der Talsperre aus Sicherheitsgründen die Arbeit auf der Baustelle.

SZ vom 18.03.2011

SZ vom 18.03.2011

Stück für Stück geht Feuerwerker Hartmut Schemmel mit seiner Messsonde auf der Wasserseite der Talsperre Klingenberg den Boden ab. In bis zu sechs Meter Tiefe kann er damit Metall aufspüren. Am Mittwoch wurde er fündig und entdeckte diese sowjetische Fliegerbombe. Bislang blieb es bei diesem einen Fund.Fotos: Egbert Kamprath/Schemmel

 

© LVZ-Online, 17.03.2011, 20:59 Uhr

Mitteldeutschland

Bombe in Talsperre Klingenberg entschärft

 

Pretzschendorf. Vor Sanierungsarbeiten an der Talsperre Klingenberg (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) ist eine 100 Kilogramm-Sprengbombe russischer Bauart aus dem 2. Weltkrieg entdeckt worden. Weil der Zünder gut noch erhalten war, konnte die Bombe vom Kampfmittelbeseitigungsdienst problemlos entschärft werden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Für Anwohner habe keine Gefahr bestanden. Der wasserfreie Bereich an der Staumauer war wegen der Sanierungsarbeiten vorbeugend auf Kampfmitte abgesucht worden.

Bombenfund an der Talsperre Klingenberg

Foto: Dirk Knofe Die 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Montag an der A14 entschärft worden. (Archivbild)

 

 

Freitag, 25. März 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG/FREITAL

Freitaler erlebte Bombenabwurf auf Talsperre


Nach dem Artikel über einen Bombenfund in der Talsperre Klingenberg vom 18. März meldete sich SZ-Leser Dieter Fischer aus Freital bei der Redaktion. Als neunjähriges Kind war er im Dezember 1944 für drei Wochen im Erholungsheim der Stadt Freital unterhalb der Mauerkrone der Talsperre Klingenberg untergebracht.

Heute ist das Gebäude die Ausflugsgaststätte Lindenhof. „Ich kann mich entsinnen, dass in einer Nacht Fliegeralarm gegeben wurde. Wir gingen daraufhin in den Flur. An Flugzeuggeräusche kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Es gab auch keinen Angriff in jener Nacht. Am nächsten Morgen erzählten unsere Erzieherinnen, dass ein einzelnes Flugzeug über die Talsperre geflogen sei und dabei eine Bombe abgeworfen habe“, erzählt Dieter Fischer aus seinen Erinnerungen. „Das könnte die Bombe sein, die jetzt gefunden wurde. Warum das Flugzeug die Bombe ausgeklinkt hatte, weiß ich allerdings auch nicht. Ein Angriff auf die Staumauer scheint mir allerdings sehr unwahrscheinlich. Da hätte eine Einhundert-Kilo-Bombe nur wenig ausrichten können.“ (ek)

 

Donnerstag, 31. März 2011
(Sächsische Zeitung)

AUF EIN WORT

Baustelle ist auch Schaustelle

Franz Herz

Von Herz.Franz@dd-v.de

über die Sanierung der Talsperre Klingenberg

Was sich an der Talsperre Klingenberg jetzt in wenigen Wochen ändert, hat sich vorher in hundert Jahren nicht getan. Auf der Baustelle für die Sanierung der Staumauer ist laufend etwas los. Daher ist die Talsperre derzeit eine Attraktion.

Interessenten dürfen natürlich nicht direkt an die Baustelle ran. Die Sicherheit geht vor. Dennoch lohnt es sich, den Fortgang der Arbeiten zu beobachten. Dafür gibt es Aussichtspunkte und geführte Wanderungen. Spannend ist es vor allem, weil die Zeit begrenzt ist. Das Allermeiste, was jetzt zu sehen ist, wird im nächsten Jahr wieder in den Fluten der Wilden Weißeritz versinken und taucht dann nur ganz selten wieder auf. Nach der Sanierung bleibt die Talsperre ein schönes Wandergebiet, bietet aber nicht mehr so viele Neuigkeiten.

 

Donnerstag, 31. März 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

So wird die Staumauer vierfach beschichtet

Von Franz Herz

Die riesige Baustelle an der Talsperre Klingenberg erwacht mit den Frühlingstemperaturen zu neuem Leben. Knapp zehn Millionen Euro werden dieses Jahr dort verbaut. Drei Arbeiten sind besonders wichtig.

Dichtschicht soll wieder hundert Jahre halten

Der entscheidende Bauabschnitt dieses Jahr ist die neue Beschichtung der Staumauer. Der Kern der Staumauer, die 33Meter hoch und deren Krone 310 Meter lang ist, bleibt. Auf der Wasserseite erhält sie aber vier neue Schichten, die sie abdichten.

Direkt auf das Natursteinmauerwerk kommt eine Ausgleichsschicht. „Mit Laservermessung arbeiten die Bauleute daran, diese Schicht präzise zu betonieren“, sagt Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Sperrmauer verantwortlich ist. Das ist die Grundlage für die weiteren Arbeiten.

Darauf kommt eine Gleitschicht aus Bitumen. Die letzten beiden Schichten sind eine eigene Mauer, die davor steht und mit meterlangen Metallankern an der Hauptmauer befestigt ist. Damit es keine Risse gibt, wenn sich diese Mauer in der Sonne ausdehnt, ist die Gleitschicht erforderlich.

Entscheidend sind die zwei letzten Schichten. Eine Dränageschicht wird aus Hohlziegeln gemauert. Hier kann Wasser nach unten tropfen, sollte es doch eine undichte Stelle geben. So wird vermieden, dass es ins Mauerwerk eindringt und dort Schaden anrichtet.

Den Schluss bildet außen eine Schicht aus wasserdichtem Beton. Sie ist die entscheidende Außenhaut, die das Wasser zurückhält. Dabei müssen sich die Bauleute auf unterschiedliche Anforderungen einstellen. „Unten ist es nicht so kompliziert. Dort steht die Mauer normalerweise immer im Wasser“, erklärt Humbsch. Die äußeren Einflüsse bleiben im Großen und Ganzen gleich und damit auch die Anforderungen an das Bauwerk. Anders sieht das im oberen Teil aus. Dort kann das Mauerwerk in trockenen Jahren frei liegen, und ist damit Sonne oder Frost ausgesetzt. „Dort haben wir sehr hohe Anforderungen an die Qualität des Betons. Auch die Bewehrung mit Baustahl muss dort stärker sein als unten“, sagt Humbsch. Gegen Ende des Jahres soll die Mauer wieder komplett dicht sein. Dann kann die Talsperre angestaut werden.

dicke Rohre führen zum Wasserwerk und in den Fluss

In der Mitte ganz unten verläuft jetzt ein Stollen von der Luft- zur Wasserseite der Mauer. Hier werden im April zwei Rohre mit einem Meter Durchmesser verlegt. Eines versorgt die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz mit Rohwasser. Hauptzweck der Talsperre Klingenberg ist ja die Trinkwasserversorgung. Das zweite führt zur Wilden Weißeritz, damit die Natur einen Teil des Wassers zurückbekommt.

Ein Turm nimmt Wasser aus verschiedenen Höhen

Das Wasser hat je nach Jahreszeit und Wetter in unterschiedlichen Höhen verschiedene Qualitäten. Um das zu nutzen, kommt in die Mitte der Staumauer ein halbkreisförmiger Turm mit Öffnungen in unterschiedlichen Höhen, der sogenannte Entnahmeturm. Das Fundament dafür liegt schon in der Erde. Bis zum Herbst soll er die Höhe der Mauerkrone erreichen.

So bekommen die Einwohner der Region immer die beste Qualität für ihr Trinkwasser aus der passenden Wasserschicht. Damit ist es beispielsweise auch möglich, nach einem Gewitterregen das verschmutzte Wasser aus der oberen Schicht direkt in den Fluss abzuleiten. Das Trinkwasser nehmen die Staumeister dann aus tieferen Lagen. Erstens bekommen die Wasserwerke so sauberes Wasser, zweitens bleiben in der Talsperre weniger Sedimente zurück.

Die Riesenbaustelle in Klingenberg findet viel öffentliches Interesse, berichtet die Gästeführerin Monika Vogt, die regelmäßig Gäste um die Talsperre führt. Es wird aufmerksam verfolgt, was dort gebaut wird, berichtet sie.

Geführte Wanderung an der Talsperre Klingenberg am 3. April um 13.30Uhr. Start am Lindenhof an der Hauptstaumauer. Kosten:5Euro. Kinder bis 14 Jahre frei.

SZ vom 31.03.2011

Hier sieht man unten durch die ganze Staumauer. Künftig laufen hier meterstarke Rohre zu den Wasserwerken. Rolf Morgenstern von der Mittelsaidaer Firma Tännicht meißelt einen Durchbruch für die Rohre.

 

Sonnabend, 16. April 2011
(Sächsische Zeitung)

Elektroarbeiten ausgeschrieben

Derzeit werden die Elektroinstallationsarbeiten für die Sanierung der Staumauer Klingenberg ausgeschrieben, informierte Michael Humbsch von der Landestalsperrenverwaltung. Dieses Jahr noch sollen die Leitungen verlegt werden, die erforderlich sind, um das Riesenbauwerk mit all seinen Funktionen zu überwachen und zu steuern. (SZ/fh)

 

Montag, 18. April 2011
(Sächsische Zeitung)

 

Herausforderung zum Schluss der Mauersanierung

Von Franz Herz

Die Talsperre steht unter Denkmalschutz. Das stellt den Bauleuten besondere Aufgaben in der Gestaltung.

Wenn dieses Jahr die großen Bauarbeiten zur Sanierung der Staumauer in Klingenberg abgeschlossen werden, wartet noch eine Sonderaufgabe auf die Bauleute. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz, deswegen muss alles, was neu gebaut wurde, in das Gesamtbild eingepasst werden. „Das wird eine echte Herausforderung“, sagt Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Arbeiten an der Mauer verantwortlich ist. So muss beispielsweise die Krone in der Mitte der Staumauer neu gestaltet werden. Hier wird es einen direkten Übergang geben zu dem Entnahmeturm auf der Wasserseite, der derzeit gebaut wird. Diesen Turm gab es bisher nicht. Daher muss hier etwas Neues geplant werden, was sich aber an der ursprünglichen Architektur orientiert.

Die neuen Türen, die beispielsweise zum Kontrollgang führen, müssen sich an das historische Vorbild halten. Als Fenster sind nur Sprossenfenster zugelassen. Betonflächen, die sichtbar sind, werden mit Natursteinen verkleidet. Das erfordert beim ausführenden Betrieb spezielle Fachkenntnisse. Die Bauleute müssen dafür vorhandene Steine, die jetzt gesondert gelagert werden, wieder aufarbeiten und einsetzen. Die planerischen Vorarbeiten für diese Denkmalschutzarbeiten laufen jetzt bereits. Die Aufträge dafür werden dieses Jahr noch ausgeschrieben.

 

Dienstag, 19. April 2011
(Sächsische Zeitung)

 

Behörde pocht auf Abriss der Baustraße

Von Jörg Stock

Solch eine Straße wünscht sich jeder Bürgermeister: nagelneu, aus makellosem Asphalt, kräftig genug auch für schwere Lasten. Kürzlich baute man eine solche Piste im Tränkengrund an der Talsperre Klingenberg. Das Schicksal des Bauwerks aber ist besiegelt. In einem Jahr soll der Asphalt wieder weg und alles so wie vorher sein.

Die Rede ist von der Baustraße, über die der Schlamm aus der Talsperre Klingenberg – man rechnet mit 200000 Kubikmetern – abgefahren werden soll. Wahrscheinlich im August beginnen die Transporte, sagt Britta Andreas, Sprecherin beim Bauherrn Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Pirna.

Dass die Straße wieder kaputt gemacht werden soll, leuchtet nicht jedem ein. Forstunternehmer Dietmar Lamm, dem an der Talsperre 22 Hektar Wald gehören, findet den Abrissplan verrückt. „Woanders fehlt das Geld für den Straßenbau, für Kindergärten und Schulen“, sagt er. Warum nicht die Straße hier liegen lassen und die so gesparten Euros dort investieren, wo sie nötig sind, fragt er.

Eine so befestigte Zufahrt zur Talsperre gab es bisher nie. Dietmar Lamm kann sich eine touristische Nutzung vorstellen. Auch Skateboarder und Inlineskater könnten hier fahren, denkt er. Unterstützt wird der Unternehmer, der überdies auch bessere Abfuhrmöglichkeiten für sein Holz sieht, vom Höckendorfer Ortswanderwegewart Gunter Fichte. Er habe sich schon vorigen Herbst mit dem Vorschlag ans Landratsamt gewandt, die Baustraße wenigstens als Radweg zu erhalten, sagt Fichte. „Aber da ist wohl nichts zu machen“, sagt er.

Marion Rast, Umwelt-Abteilungschefin im Landratsamt, sieht keinen Raum für Kompromisse. Die Straße liege in den Schutzzonen des Trinkwasserschutzgebiets, sagt sie. „Die Neuerrichtung von Straßen – das würde hier bei Belassung der Versiegelung zutreffen – ist gemäß der Schutzzonenordnung verboten.“ Dazu komme, dass die Baustraße Natura2000 Gebiete berühre, also Naturschutzgebiete von europäischem Rang. Auch hier seien neue Straßen untersagt.

Die Verbote sind nötig, sagt Frau Rast, um das Trinkwasser als „Lebensmittel Nummer Eins“ vor Verunreinigungen zu schützen. Für die Baustraße sei nur eine befristete Ausnahme von diesen Verboten gemacht worden, und dies auch nur unter strengen Auflagen.

Momentan ist lediglich ein kleiner Teil der 3,8 Kilometer langen Baustraße, nämlich der durch den Tränkengrund, asphaltiert. Sonst liegt Schotter. Den jetzigen Ausbau wegzuräumen, würde laut LTV etwa 50000 Euro kosten. Eventuell muss aber auch der Rest der Straße Asphalt kriegen, falls der Schlamm nicht wie geplant teilweise auf die örtlichen Felder gebracht werden darf. Entschieden werde das nach Abschluss der Schlamm-Analysen, teilt die LTV mit. Die Bauern haben indes schon klar gemacht, dass sie den Schlamm nicht haben wollen.

SZ vom 19.04.2011

Eine Straße ohne Schlaglöcher ist dieser Tage selten. Die Baustraße im Tränkengrund an der Talsperren Klingenberg ist brandneu, hat aber nur befristet Bleiberecht. Im Natur- und Trinkwasserschutzgebiet sind neue Straßen verboten. Foto: Egbert Kamprath

 

Mittwoch, 4. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Entnahmeturm wächst an der Staumauer hoch


Auf der Wasserseite der Staumauer in Klingenberg wird in den kommenden Monaten der sogenannte Entnahmeturm gebaut, informierte der Projektverantwortliche für die Mauersanierung, Michael Humbsch. Hier wird die Technik eingebaut, die nach dem Wiedereinstau das Wasser für die Wasserwerke aus dem Stausee nimmt. Dann wird der Turm auch nicht mehr als solcher zu sehen sein, denn er verschwindet im Normalfall unter der Wasseroberfläche.

Der Bau dieses Turms wird eine anspruchsvolle Aufgabe für die Bauarbeiter, weil er sich langsam nach oben verjüngt. Sie müssen also für jeden Bauabschnitt separat eine neue Schalung entwerfen und aufbauen. (SZ/fh)

 

Mittwoch, 11. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Über die Hälfte der Staumauer ist wieder dicht

Von Franz Herz

Vier Schichten bekommt das Klingenberger Bauwerk. Oben kommt noch ein Fahrbahnaufbau drauf.

Vor die Staumauer in Klingenberg wird eine neue Dichtmauer gebaut. Bauleute betonieren sie in 200 Abschnitten. Davon sind jetzt 120 fertig, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung zuständig ist.

Diese Dichtung besteht aus vier verschiedenen Schichten. Die unterste, die direkt auf dem Natursteinmauerwerk der alten Staumauer betoniert wurde, sorgt für eine ebene Oberfläche. Diese ist bis auf einen kleinen Rest fertig. Darauf wird eine schwarze Gleitschicht aufgebracht, die ebenfalls schon weitgehend drauf ist.

Davor wächst aus Ziegeln gemauert eine Dränageschicht in die Höhe. Zuletzt kommt die endgültige Dichtschicht aus wasserdichtem Beton. Diese ist auf den 120 Bauabschnitten auch schon fertig, in der Mauermitte bereits bis obenhin.

In der Mitte wird schon der erste fünf Meter breite Abschnitt der Mauerkrone neu betoniert. Oben ist von der alten Staumauer ein ganzes Stück abgerissen worden, das jetzt neu aufgebaut wird.

„Dort kommt auch noch ein Fahrbahnaufbau drauf“, sagt Humbsch. Bautechnisch funktioniert das wie ein normaler Wegebau mit Tragschicht und Deckschicht, damit später wieder Spaziergänger und die Staumeister über die Klingenberger Mauer gehen können.

 

Donnerstag, 12. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG/PIRNA

Probestau in Klingenberg wird schon vorbereitet


Jetzt laufen bereits die Vorbereitungen für den Probestau, wenn die Mauer an der Talsperre Klingenberg wieder in Betrieb genommen wird. Das ist voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Die Planung läuft bereits, wie Michael Humbsch informierte, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung verantwortlich ist.

Beim Probestau werden sogenannte Betriebsfälle durchgetestet. Funktioniert die Technik bei Hochwasser und Trockenheit? Stimmt die Wasserqualität?

Dafür gab es auch schon erste Absprachen der Talsperrenverwaltung mit der Wasserversorgung Weißeritzgruppe und den Dresdner Stadtwerken Drewag. Beide Unternehmen bekommen das Rohwasser für ihre Wasserwerke aus Klingenberg. (SZ/fh)

 

Mittwoch, 25. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Neue Riesenrohre fürs Trinkwasser

Von Franz Herz

Gut 60 Bauleute sind an manchen Tagen auf der Baustelle an der Staumauer in Klingenberg tätig. Zurzeit laufen die Arbeiten an der Staumauer auf Hochtouren. Die Abrissarbeiten sind fast abgeschlossen, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung verantwortlich ist. Jetzt konzentriert sich alles auf den Neubau. Dabei gibt es drei Schwerpunkte, einen auf der Luftseite der Staumauer und zwei auf der Wasserseite.

Das technische Herzstück kommt unter die Erde

Hauptaufgaben für die Talsperre sind die Trinkwasserlieferung und der Hochwasserschutz. Dafür führen jetzt zwei neue Stahlrohre mit einem Meter Durchmesser unter der Staumauer hindurch. Auf der Luftseite der Mauer teilen sich die Leitungen. Wasser, das in die Wilde Weißeritz fließen soll, geht geradeaus in eine Toskammer, wo es seine Bewegungsenergie verliert.

Was als Trinkwasser vorgesehen ist, zweigt seitlich ab in die neue Schieberkammer. Dieser rechteckige Betonkasten steht momentan frei, wird aber nach seinem Ausbau unter der Erde verschwinden. Es ist ein kompletter Neubau. Bisher hatte die Talsperre keine so komplizierte Steuerungstechnik, wie sie hier eingebaut wird. „Das wird das Herzstück der Trinkwasserversorgung“, sagt Humbsch.

Sobald die Stützen entfernt sind, welche die frisch betonierte Decke halten, wird viel Technik eingebaut. Hierhin kommen die Verzweigungen, die zu den Wasserwerken in Klingenberg und Dresden-Coschütz führen. Messanlagen überwachen die Wasserversorgung. Sie zeichnen die Wassermenge auf und kontrollieren die Qualität des Wassers.

Turm wird neu gebaut und versinkt dann im Wasser

Damit immer bestes Wasser an die Wasserwerke fließt, bekommt die Staumauer einen Turm vorgebaut. Der bietet die Möglichkeit, aus sechs verschiedenen Höhen Wasser aus der Talsperre zu nehmen. Wenn beispielsweise ein Wolkenbruch Erdreich in die Talsperre geschwemmt hat, schwimmt das erst oben. Also wird das Trinkwasser aus den tiefen Lagen genommen. Setzt sich die Erde nach unten ab, können die Staumeister dem ausweichen, und weiter oben das Wasser entnehmen. Je nach Jahreszeit ist das beste Wasser mal oben zu finden, mal in der Tiefe.

Die erste Etage dieses Entnahmeturms ist schon fertig betoniert. Die zweite wird derzeit vorbereitet. Der Turm wird so hoch wie die Staumauer. Momentan sieht es so aus, als ob er an der Mauer in die Höhe wächst. Wenn die Talsperre aber angestaut wird, versinkt er langsam im Wasser. Bei gefüllter Talsperre wird von ihm nicht mehr viel zu sehen sein.

Staumauer ist schon wieder zur Hälfte dicht

Hauptanliegen der ganzen Sanierungsarbeiten ist die neue Abdichtung der Staumauer. Das Mauerwerk aus Naturstein, das den Kern der Staumauer bildet, ist von der Wasserseite aus nicht mehr zu sehen. Dort kommt eine neue Dichtung drauf, die aus vier Schichten aufgebaut ist. Auf der Hälfte der Staumauer sind inzwischen alle vier Schichten fertig. Hier ist die Mauer schon vollständig dicht.

Die Ausgleichsschicht, welche die Unebenheiten der Natursteinmauer begradigt, ist komplett fertig. Die schwarze Gleitschicht darauf ist auch schon weit fortgeschritten. Jetzt fehlen auf der halben Mauer noch eine Dränageschicht aus Hohlziegeln und schließlich die Dichtschicht aus wasserdichtem Beton.

Diese Arbeiten gehen jetzt Schritt für Schritt voran. „Der Baubetrieb hat jetzt ja günstige Bedingungen“, sagt Humbsch. Ziel ist, dass zum Jahresende die Staumauer fertig ist, sodass der Probestau beginnen kann. Dann beginnt ein regelrechtes Testprogramm, bei dem verschiedene Betriebssituationen durchgespielt werden. Damit sichern die Staumeister, dass die Technik, die jetzt eingebaut wird, im Ernstfall funktioniert. Die Planung für das Testprogramm läuft jetzt bereits. Die Talsperrensanierung, die 2005 begonnen hat, wird voraussichtlich nächstes Jahr zu Ende gehen.

SZ vom 25.05.2011

Die neue Schieberkammer, die hier rechts zu sehen ist, wird später unter der Erde verschwinden. Nur noch die Kuppel der alten Schieberkammer links davon, die sogenannte Schildkröte, guckt auf Dauer heraus.

SZ vom 25.05.2011

Große Rohre brauchen große Schrauben. Fünf Zentimeter Durchmesser haben die Schraubenköpfe, die hier Rohrleitungsbauer Roland Pieser festzieht. Diese beiden Rohrleitungen haben einen Querschnitt von einem Meter. Sie wurden jetzt neu in den Stollen verlegt, der mitten durch die Staumauer in Klingenberg führt. Die einzelnen Abschnitte sind vier Meter lang und wiegen 1,2 Tonnen.

Fotos: Egbert Kamprath

 

Montag, 30. Mai 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Schlusssteine sind weg aus der Talsperre

Von Franz Herz

Im Februar haben Wanderer die historischen Steine noch fotografiert. Hat sie jetzt jemand gestohlen?

Heinz Wirrig aus Dippoldiswalde und Manfred Henker aus Freital haben den Verlust entdeckt. An den Ruinen der ehemaligen Holzmühle auf dem Grund der Talsperre Klingenberg fehlen zwei Schlusssteine mit Inschriften, die im Februar noch an ihrem Platz waren.

Die beiden Wanderer gehören zu einer Gruppe, die auch regelmäßig an der Talsperre Klingenberg Touren unternehmen. Im Februar waren sie an der Talsperre Klingenberg unterwegs und haben einen Abstecher zu den Überresten der Holzmühle gemacht. „Diesen wasserfreien Zustand erleben wir nicht noch mal“, sagt Wirrig. Dabei haben die Wandersleute an gemauerten Steinbögen über dem ehemaligen Mühlgraben die Schlusssteine entdeckt. Einer in der Nähe der Mühle trug die Jahreszahl 1868 und den Buchstaben M. Von ihm hat Wirrig ein Foto gemacht. Der andere war wohl noch älter. „Er hatte eine Inschrift mit 1700 und noch was. Leider habe ich den nicht fotografiert“, sagt Wirrig.

Steine herausgebrochen

Vor wenigen Tagen waren die Wandersleute wieder dort, wollten sich die Steine noch einmal ansehen. Dabei haben sie den Verlust entdeckt. Die Steine waren richtiggehend herausgebrochen worden. Wirrig fragte sich sofort: „Wurden die Steine geklaut oder haben Fachleute sie entnommen, um die Steine der Nachwelt museal zu erhalten?“ Das wäre eine gute Lösung.

Doch danach sieht es leider nicht aus. Die Landestalsperrenverwaltung, deren Mitarbeiter den Verlust auch bemerkt hatten, hat sich bei den beteiligten Baufirmen erkundigt. „Über den Verbleib der Steine konnte niemand Auskunft geben“, informierte die Pressestelle.

An anderen Stellen haben die Mitarbeiter der Talsperrenverwaltung historische Bauteile der Staumauer gesichert, um sie zu erhalten. Bei den Schlusssteinen wurde dies womöglich versäumt. Eine Hoffnung bleibt noch: Sie tauchen an irgendeiner Stelle wieder auf, wo niemand damit rechnet.

SZ vom 30.05.2011

Dieser Schlussstein ist inzwischen spurlos verschwunden. Leserfoto: H. Wirrig

 

Dienstag, 21. Juni 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Der Denkmalschutz spricht ein Wörtchen mit an der Talsperre

Von Franz Herz

Die Staumauer in Klingenberg ist eine architektonische Besonderheit. Das schafft besondere Schwierigkeiten.

Bei der Staumauersanierung in Klingenberg beginnen jetzt die Arbeiten an der Luftseite. Hier geht es um mehrere Arbeitsschritte. Die Fugen zwischen den Steinen müssen kontrolliert und – wenn nötig – erneuert werden, informierte Michael Humbsch, der für das Sanierungsprojekt verantwortlich ist.

Die Steine selbst werden kontrolliert, ob sie noch ganz sind. Beschädigte Stücke werden ausgewechselt. Immerhin waren sie rund hundert Jahre lang Frost und Trockenheit ausgesetzt. Außerdem wird die gesamte Mauer abgestrahlt. Die Steine waren wieder hellgrau aussehen – wie neu.

Diese Arbeiten müssen aber genau mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden, weil die Talsperre eine architektonische Besonderheit ist. Deswegen beginnen die Tätigkeiten auch erst auf einer Probefläche, die mehrere Meter breit ist und von unten nach oben über die ganze Höhe der Mauer reicht. Anfang Juni ist ein Termin mit Fachleuten vom Denkmalamt geplant. Diese werden dann begutachten, ob sie mit dem einverstanden sind, was die Bauleute machen. „Das hoffen wir“, sagt Humbsch. Andernfalls müssen sie andere Methoden suchen.

 

Dienstag, 28. Juni 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Turm ist auf halber Höhe an der Mauer


Drei Etagen des Entnahmeturms an der Staumauer der Talsperre Klingenberg sind fertig betoniert, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung die Mauersanierung betreut. Damit liegen die Bauarbeiter gut im Zeitplan.

Im Entnahmeturm werden Rohrleitungen eingebaut, die später in sechs verschiedenen Höhen das Trinkwasser für die Wasserwerke Klingenberg und Dresden-Coschütz aus den Talsperren abzapfen. Die Staumeister wählen dann immer die Höhe, in der gerade die Wasserqualität am besten ist. (SZ/fh)

 

Samstag, 23. Juli 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Schlammtransport beginnt in Kürze


Am 1. August soll der Abtransport des Schlamms aus der Talsperre Klingenberg beginnen. Die Abfuhr wird bis Ende November dauern. Es sind etwa 200000 Kubikmeter Sedimente zu beräumen. Aus Naturschutzgründen kann mit den Arbeiten erst im August begonnen werden. Für die Transporte wurde ein Baustraße im Tränkengrund an der Talsperre befestigt, die wieder zurückgebaut werden soll.(SZ/schl)

 

Mittwoch, 27. Juli 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Diesel gestohlen


Dieseldiebe haben am Montagmorgen an der Talsperre Klingenberg den Tankdeckel eines Baggers aufgebrochen und rund 300Liter Kraftstoff gestohlen. Nach Angaben der Polizei war die Baumaschine an der Baustelle der Talsperre Klingenberg abgestellt. Bereits vor einer Woche wurden etwa 250 Liter Diesel von der gleichen Baustelle gestohlen, allerdings wurde die Tat damals noch nicht angezeigt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 950 Euro. (SZ)

 

Dienstag, 2. August 2011

(Sächsische Zeitung)


Talsperre Klingenberg wird vom Schlamm gereinigt


Höckendorf/Pirna. Die Talsperre Klingenberg im Osterzgebirge wird vom Schlamm gereinigt. Im August und September werden rund 60 Laster täglich die Ablagerungen abtransportieren, teilte die Talsperrenverwaltung in Pirna (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) am Dienstag mit. Der Schlamm wurde in den vergangenen fast 100 Jahren bei starkem Regen oder während der Schneeschmelze in den Stauraum gespült.

Die Entfernung der etwa 60.000 Tonnen koste rund drei Millionen Euro. Der Schlamm werde zunächst chemisch analysiert und dann auf einer Deponie gelagert. Die Talsperre wird seit 2006 bis 2012 saniert. Das Wasser ist deshalb derzeit abgelassen.

Die Talsperre Klingenberg wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. Die gekrümmte Staumauer aus Bruchsteinen steht unter Denkmalschutz. Die Anlage wurde zum Schutz errichtet, nachdem ein Hochwasser 1897 verheerende Schäden im Osterzgebirge hinterlassen hatte. Zudem versorgt die Talsperre Teile des Kreises sowie der Städte Freital und Dresden mit Trinkwasser.

Während des Augusthochwassers von 2002, als das Becken vollständig gefüllt war, wurde unter anderem die Hochwasserentlastung der Stauanlage beschädigt. Die gesamte Sanierung wird laut Landestalsperrenverwaltung etwa 64 Millionen Euro kosten. (dpa)

 

Freitag, 5. August 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Talsperrenschlamm ist mit Zink und Cadmium belastet

Von Franz Herz

Jetzt rollen die schweren Lkw's der Firma Amand aus der Talsperre Klingenberg, täglich bis zu 60 Fahrzeuge. 4000 Kubikmeter sind schon weg, 60000 Kubikmeter Schlamm, die sich auf dem Grund der Talsperre abgelagert haben, werden weggefahren. Dabei ergeben sich vier Schwierigkeiten.

1. Schwierigkeit: Regen hat Schadstoffe eingespült

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) hat sich die Schlammberäumung einfacher vorgestellt, als sich das Vorhaben jetzt zeigt. Eigentlich handelt es sich nur um Erde, die Regen und Schmelzwasser in den vergangenen hundert Jahren ins Staubecken gespült haben. Aber der Boden im Erzgebirge enthält Metalle. Damit ist der Schlamm belastet.

Dort finden sich unter anderem Zink und das Schwermetall Cadmium, informierte die LTV, die das Staubecken in Klingenberg bewirtschaftet. Wegen dieser Belastung hat sich die erste Idee zerschlagen, den Schlamm wenigstens teilweise auf landwirtschaftliche Flächen in der Nähe zu bringen. Das wäre die günstigste Variante gewesen. Den betroffenen Landwirten war das Risiko viel zu groß, wie beispielsweise Peter Baling von der Agrargesellschaft Ruppendorf sagte. Jetzt muss der Schlamm auf Deponien gebracht werden.

2. Problem: Die Aktion wird teurer als erwartet

Die Firma Amand fährt den Schlamm auf ihre Deponien nach Grumbach und Dresden-Lockwitz. Das verteuert die Aktion. Erstens treten Transportkosten auf, zweitens kostet die Deponierung. Insgesamt rechnet die Talsperrenverwaltung mit drei Millionen Euro Kosten für die Schlammberäumung.

3. Schwierigkeit: Ein Teil muss in der Sperre bleiben

Wegen dieser Kostensteigerung hat die Talsperrenverwaltung die vorgesehene Beräumung zusammengestrichen. Insgesamt liegen schätzungsweise 200000 Kubikmeter Schlamm in der Talsperre. Davon sollten 100000 ursprünglich herausgefahren werden.

Doch aus wirtschaftlichen Gründen werden jetzt nur 60000 Kubikmeter weggebracht, sagt LTV-Sprecherin Britta Andreas. Dabei handelt es sich um die sogenannten Feinstsedimente. Das ist der Anteil, der Einfluss auf die Wassergüte hat. Der übrige Schlamm bleibt liegen. Der mögliche Stauraum in der Talsperre verringert sich daher.

4. Schwierigkeit: Eigene Zufahrt für die Lkw's erforderlich

60000 Kubikmeter Erdreich zu transportieren, ist ein Kraftakt. Dazu kommt, dass zum Staubecken gar keine Straße führt. Daher hat Amand einen Waldweg, der in den Tränkengrund führt, verbreitert und asphaltiert, damit die Lkw's in die Talsperre reinkommen. Das geschah im Winter. Weitere Feldwege bis zur Staatsstraße bei Ruppendorf bekamen eine Schwarzdecke, damit die Lkw's nicht durch Obercunnersdorf rollen müssen. Doch fahren dürfen die Transporter erst seit dieser Woche. Die Umgebung der Talsperre ist Vogelschutzgebiet. Erst mussten die Tiere ihre Brut beenden.

In der Zwischenzeit hat Amand in der Talsperre den Schlamm zusammengeschoben und untersucht. Wo die Grenzwerte für Cadmium überschritten sind, kommt der Schlamm auf die Deponie Grumbach. Bei den bisherigen 4000 Kubikmetern war das einmal der Fall. Der Rest wird in Grumbach als Füllmaterial eingesetzt beim Abschluss der Deponie oder kommt in eine ehemalige Tongrube nach Dresden-Lockwitz, informiert Rainer Dietze, Geschäftsführer bei Amand Umwelttechnik.

SZ vom 05.08.2011

SZ vom 05.08.2011

SZ vom 05.08.2011

SZ vom 05.08.2011

Hinter der Talsperrenmauer liegt hier das Staubecken noch unberührt. Seit dieser Woche werden dort 60000 Kubikmeter Schlamm abgefahren. Eigens dafür ließ die Talsperrenverwaltung Feldwege von der Talsperre bis zur Staatsstraße in Richtung Ruppendorf asphaltieren.Foto: Egbert Kamprath

 

Samstag, 6. August 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Zwei Zufahrten für LKW's zur Talsperre Klingenberg


Für die Schlammtransporte aus der Talsperre Klingenberg führen zwei Wege an die Talsperre. Diese Information zum Beitrag am Freitag ergänzt die Bürgermeisterin von Pretzschendorf, Kerstin Winkler (CDU). Die neue befestigte Straße, die im Osten der Talsperre durch die Felder zur Staatsstraße bei Ruppendorf führt, dient nur zur Abfahrt der beladenen Lkws. Die Leerfahrten in die Talsperre rollen über Klingenberg, Colmnitz und den Holzmüllerweg entlang in das Staubecken. (SZ/fh)

 

Samstag, 6. September 2011

Stand der Arbeiten

Talsperre Klingenberg - Mauerkrone am 03.09.2011

Talsperre Klingenberg - Wasserseite am 03.09.2011

Talsperre Klingenberg - Wasserseite am 03.09.2011

Talsperre Klingenberg - Wasserseite am 03.09.2011

Talsperre Klingenberg - Stauraum am 03.09.2011

 

Freitag, 9. September 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Wasserturm an der Talsperre ist fast fertig


Die Bauarbeiter arbeiten zurzeit am obersten Abschnitt des Entnahmeturms an der Talsperrenmauer in Klingenberg, wie Michael Humbsch informierte, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung verantwortlich ist. Der neue Entnahmeturm ermöglicht künftig, das Rohwasser für die Wasserwerke in Klingenberg und Dresden-Coschütz aus verschiedenen Höhen zu saugen und damit immer die beste Qualität auszuwählen. Ende September wird er fertig. Danach wird das Kronenbauwerk darauf gesetzt, das die Staumauer oben abschließt.

Der Turm ist ein Neubau. Bisher hatte die Talsperre keine derartige Einrichtung. (SZ/fh)

 

Montag, 03. Oktober 2011

Spaziergang durch die Talsperre nach der Schlammberäumung

Zwischenzeitlich wurde die Schlammberäumung abgeschlossen. Ein Teil der asphaltierten Straße - Ausfahrt aus der Talsperre, auf der  Obercunnersdorfer Seite - wurde schon wieder zurückgebaut.

Talsperre Klingenberg - Wasserseite - die fünf Entnahmehorizonte  sind erkennbar

Talsperre Klingenberg - Wasserseite - die fünf Entnahmehorizonte  sind erkennbar

Talsperre Klingenberg - Einfahrt auf der Pretzschendorfer Seite

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle - Weinkeller?

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle - Blick in den  Keller

Talsperre Klingenberg - Ausfahrt - der Asphalt wurde schon wieder beseitigt

Talsperre Klingenberg - Ausfahrt - der Asphalt wurde schon wieder beseitigt - Blick in die Talsperre

Talsperre Klingenberg - Ausfahrt - Abstellplatz der schweren Technik

Talsperre Klingenberg - Ausfahrt - Abstellplatz der schweren Technik

Talsperre Klingenberg - Ausfahrt - Übergang zum Feldweg - bis hier ist die Asphaltstraße bereits zurückgebaut

 

Donnerstag, 6. Oktober 2011
(Sächsische Zeitung)


Operation am offenen Herzen

Von Thomas Schade

Nach 100 Jahren wird die Talsperre Klingenberg komplett saniert. Projektleiter Michael Humbsch baut dort an der Weißeritz für die nächsten 100 Jahre.

Es ist einiges anders als vor 100 Jahren auf der großen Baustelle oberhalb von Klingenberg im Osterzgebirge. Damals im Jahr 1911 sahen die Spaziergänger von der Holzmühle aus, wie ein mächtiger Wall aus Stein und Beton wuchs. 5000 Arbeiter karrten den Gneis aus dem Berg nebenan und brachten ihn mit einer kleinen Feldbahn auf die Mauer. Ein riesiges Holzgerüst, so zeigt es eine Postkarte jener Zeit, überspannte das Tal der Wilden Weißeritz. 1914 stand die gewaltige gekrümmte Mauer der Talsperre Klingenberg, und die Holzmühle, in der Bauleute gewohnt und gegessen hatten, versank langsam in der angestauten Weißeritz.

Seit 2009 sind die Mauerreste der alten Mühle wieder zu sehen. Nach fast einhundert Jahren ließ der Staumeister die 16 Millionen Kubikmeter Wasser erstmals wieder komplett ab. Die Staumauer musste instand gesetzt und modernisiert werden. Seit drei Jahren ist Klingenberg die größte Wasserbaustelle in Sachsen. Doch heute arbeiten hier meist nur 30 bis 60 Bauleute – ohne das riesige Gerüst. Auf der Wasserseite hingen bis vor Tagen nur die Kletterschalungen von der Mauerkrone herab. Von diesen Bühnen aus betonierten Bauleute die neue Dichtwand. Nun steht sie fertig vor der alten Bruchsteinmauer und in der Nachmittagssonne leuchtet hell die Farbe des frischen Betons.

Ein 70-Millionen-Projekt

Maurer und Betonierer bauen nun die Dammkrone wieder auf. Über ihnen schwenken große gelbe Kräne ihre Ausleger. Michael Humbsch klettert immer wieder mal hinauf in eine der Kanzeln. Hier, in rund 40Metern Höhe, hat er den besten Überblick über die „Klinge“, wie er seine Baustelle nennt. Der 48-jährige Wasserbau-Ingenieur der Landestalsperrenverwaltung leitet das Sanierungsprojekt, das mehr als 70Millionen Euro verschlingen wird. Der Mauerkern hinter der Dichtsperre sei nach einhundert Jahren in erstaunlich gutem Zustand, sagt Humbsch. „Man muss den Hut ziehen vor den Erbauern.“ Das Bauwerk gilt als ingenieurtechnisches Meisterstück des Berliner Architekten Hans Poelzig.

Schon Mitte der 1990er-Jahre wurde mit dem Vorhaben begonnen – „als normale Sanierung“, sagt Humbsch. Das Hochwasser 2002 warf jedoch alle Planungen über den Haufen. Ganze sieben Zentimeter fehlten in jenem August, dann wäre die Dammkrone überflutet worden. 150 Kubikmeter Wasser schossen durch das Überlaufbecken und über die Kaskaden zu Tal – pro Sekunde. Das Getöse hinterließ beträchtliche Schäden.

In jenem Flutsommer trat Michael Humbsch seinen Job bei der Talsperrenverwaltung an. Mit Klingenberg übernahm er eines der größten und schwierigsten Projekte. Dabei ist die „Klinge“ die erste Talsperre, die er saniert. „Nach der Flut mussten wir erst mal feststellen, was sie überhaupt noch aushält“, sagt Humbsch. Hochwasserschutz wurde nun teilweise neu definiert.

Reichten Höhe und Stärke der Mauer noch für künftige Anforderungen? Um das zu testen, bauten Fachleute der Technischen Hochschule in Aachen die Talsperre im Modell 1:30 nach und simulierten Belastungen, die höchstens alle 10.000 Jahre erwartet werden. Das Ergebnis: Mit einer Reihe technischer Veränderungen arbeitet die Talsperre Klingenberg auch noch zuverlässig, wenn die Weißeritz mit 225 Kubikmetern Wasser pro Sekunde zu Tal rauscht.

Eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Sanierung: Die 1953 errichtete Vorsperre, drei Kilometer talaufwärts gelegen, musste verstärkt werden. „Wir haben die alte Vorsperre abgerissen und einen neuen Damm gebaut, fast doppelt so hoch wie zuvor“, erklärt Humbsch. Das 140 Meter lange Bauwerk liegt im Röthenbacher Wald, wo sich der Weißeritzlauf am meisten krümmt.

Erst als die Vorsperre 2008 fertig war, konnte die große Talsperre abgelassen werden. „Während wir die große Mauer sanieren, muss Klingenberg seine Funktionen als Trinkwasserversorger und Hochwasserschutzanlage zuverlässig erfüllen“, sagt der 48-Jährige. Dresden, Freital und der Weißeritzkreis beziehen mehr als die Hälfte ihres Trinkwassers aus Klingenberg.

Um die täglich geforderten 1.000 Liter Wasser pro Sekunde liefern zu können, wurde eine Verbindung von der Vorsperre zu den Wasserwerken gebraucht. „Wir haben lange abgewogen, was besser ist: eine Leitung legen oder einen Stollen bohren“, erzählt Humbsch. „Wir haben uns für die nachhaltigere Lösung entschieden – den Stollen.“ Über ein Jahr lang fraß sich eine Tunnelbohrmaschine durch den Osthang des Stausees. Im Sommer 2007 war der 3,3 Kilometer lange Stollen fertig. Zurzeit ist er eine der wichtigsten Wasseradern für die Versorgung der Landeshauptstadt. „Nach der Sanierung können wir ihn zur Hochwasserentlastung nutzen, das ist der Vorteil dieser Lösung“, sagt der Ingenieur.

Badewanne ohne Stöpsel

Michael Humbsch läuft die Baustraße hinunter zum Grund der Talsperre. „All diese Arbeiten waren schon im Gange“, erzählt er, „da stand das Wasser hier noch 20 Meter hoch“. Damals wurde auch der 200 Meter lange Kontrollgang längs durch die Staumauer gesprengt – bis auf wenige Meter. „Hätten wir über dem Grundablass gesprengt, wären die hundert Jahre alten Ventile vielleicht geborsten und die Talsperre unkontrolliert leer gelaufen. Das Risiko war zu hoch.“

Der schwierigste Teil der Modernisierung war Vorweihnachtsarbeit: In kurzer Zeit mussten die Bauleute die steinerne Plombe ausbrechen, die den Grundablass verschloss. „In dieser Zeit war die Talsperre wie eine Badewanne ohne Stöpsel im Abfluss“, beschreibt Humbsch die Situation im Advent 2010. „Wir hätten ein größeres Winterhochwasser nicht aufhalten können.“ Bange Tage habe er da durchlebt. „Das lässt einen nicht los, auch nicht nach Feierabend. Das ist hier wie eine Operation am offenen Herzen.“ Eine Stahltür und ein riesiger Betonpfropfen verschließen längst wieder die neuralgische Stelle in der Mauer. „Wenige Tage nachdem wir fertig waren, kam im Januar 2011 ein Hochwasser, und wir hatten zu tun, dass uns die Baustelle nicht absäuft.“

Für die Modernisierung rissen die Bauleute fast alles ab – die alte Dichtmauer, die denkmalgeschützte Mauerkrone, die technischen Anlagen. Seit Monaten bauen sie wieder auf und haben es bald geschafft. Am neuen Grundablass erledigen sie letzte Arbeiten. Zwei größere Rohre übernehmen bald diese Funktion und führen das Wasser an der Ostseite der Mauer durch einen alten Stollen zum Unterlauf der Weißeritz. Die Erbauer der Mauer hatten den Stollen seinerzeit gegraben, um den Fluss während des Staudammbaus umzuleiten. Als das alte unterirdische Bauwerk beräumt wurde, kam es zu einer Explosion. Zwei Arbeiter wurden verletzt, konnten sich aber selbst aus dem Stollen retten. „Sie sind wieder wohlauf“, sagt Humbsch. Es war der schwerste Unfall seit Baubeginn.

Im vergangenen Sommer wurden rund 100.000 Kubikmeter Schlamm aus der Talsperre geräumt. Bagger förderten alte Munition, eine Panzerfaust und sogar eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zutage. Eigentlich sollten die Sedimente dorthin, wo sie hergekommen waren – auf die umliegenden Felder im Einzugsbereich der Weißeritz. Aber die Bauern wollten den Schlamm nicht. Er landete auf einer Deponie.

Wanderer, die nun von Klingenberg hinauf zur Talsperre laufen, werden noch einige Zeit etwas enttäuscht auf die Luftseite der Staumauer schauen. Ihre Fassade ist noch immer dunkel-verwittert. Sie müsste abgestrahlt und neu verfugt werden. Doch dafür reicht das Geld nicht mehr. Offiziell heißt es in der Talsperrenverwaltung: Die Mauer sei „solide gebaut und insgesamt in einem guten Zustand“. Aus Sicherheitsgründen werde sie erst einmal nur ausgebessert. Wann die restliche Mauerfassade saniert wird, könne noch nicht gesagt werden.

Kleines Hochwasser erwünscht

Dennoch treiben die Inspektionen Michael Humbsch derzeit vor allem auf diese Seite der Mauer. Hier konzentrieren sich nun die Arbeiten. Humbsch zeigt die neue Hochwasserentlastung. Überlauf und Kaskaden wurden verbreitert, die Seitenwände erhöht. Edelstahlgeländer blitzen in der Sonne. „Wir haben eine zusätzliche Stufe und Leitwände eingebaut, um den Abfluss zu optimieren“, erklärt er. Die besondere Aufmerksamkeit des Projektleiters gilt derzeit der Schildkröte und der Erdkröte. So nennt er die beiden Bauwerke, durch die künftig das Wasser aus der Talsperre zu den Wasserwerken fließt. Da drinnen wird alles gesteuert. „Modernste Technik, schließlich bauen wir heute für die nächsten hundert Jahre“, sagt Humbsch. Im Dezember sollen die Arbeiten weitgehend fertig sein. „Im Januar wollen wir die Klinge probeweise wieder anstauen.“ Gegen ein kleines Winterhochwasser hätte er in dieser Zeit nichts.

SZ vom 06.10.2011

Michael Humbsch und seine „Klinge“. Der 48-jährige Wasserbau-Ingenieur leitet die Sanierung der Talsperre Klingenberg.Foto: Ronald Bonß

 

Video Stand Sanierungsarbeiten von FRM! (6MB)

Montag, 10. Oktober 2011
(Sächsische Zeitung)

„Gewässerausbau allein reicht nicht überall“


Die Ufer von Weißeritz und Müglitz wurden seit 2002 mit 55 Millionen Euro fit für Hochwasser gemacht. Eckehard Bielitz erklärt die einzelnen Projekte.

Die große Flut liegt mehr als neun Jahre zurück. Welche Hochwasserschutzprojekte wurden bis heute realisiert?

An der Roten, Weißen und Wilden Weißeritz haben wir rund 24 Millionen Euro investiert, um Schäden zu beseitigen und den Schutz vor neuen Fluten zu verbessern. An der Müglitz waren es insgesamt sogar 31 Millionen Euro.

Was war das teuerste Projekt?

Die Beseitigung der Hochwasserschäden im Bereich der Frankenmühle in Ulberndorf. Dort wurden das Flussbett auf zwölf Meter verbreitert, die Ufermauern saniert beziehungsweise neu errichtet sowie ein Wehr an der ehemaligen Filteretta zurückgebaut. Steigt das Wasser in der Roten Weißeritz, kann es nun in eine neue Mulde abgeleitet werden. An der Frankenmühle wurde auch ein Industriegebiet gekauft, das nach der Flut ungenutzt blieb. Die Bauarbeiten in Ulberndorf kosteten 3,9 Millionen Euro.

Für welche Hochwasserereignisse sind die Flüsse jetzt ausgelegt?

In der Regel sind die von uns geplanten und durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen innerhalb von Orten auf ein Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre vorkommt, ausgelegt. In manchen Städten und Gemeinden ist das Schutzziel höher, außerhalb von Ortslagen ist es teilweise niedriger. Um das Ziel zu erreichen, reicht manchmal der Gewässerausbau nicht. Hochwasserrückhaltebecken müssen entstehen. So können bei Hochwasser Abflüsse und Wasserstände reduziert werden, bevor sie überhaupt in einem dichter besiedelten Gebiet ankommen.

In Freital ist noch einiges zu tun, zum Beispiel der Flutschutz auf Höhe des Neumarktes...

... diese Baumaßnahme hat am 22.August diesen Jahres begonnen. Die Kosten liegen etwa bei 820.000 Euro.

Was genau wird dort am Ufer der Weißeritz passieren?

Unterhalb der Brücke Leßkestraße stehen am linken Ufer auf einer Länge von 400 Metern bereits Stützwände. Die werden saniert und erhöht. Sie sind künftig in der Lage, ein Hochwasser auszuhalten, wie es statistisch gesehen alle 200 Jahre auftritt. An der ehemaligen Kleingartenanlage wird die Böschung abgeflacht, sodass sich der Fluss ausbreiten kann. Angrenzende Flächen werden durch einen Damm geschützt.

Reichen die Überflutungsflächen entlang von Weißeritz und Müglitz?

Sie befinden sich meist außerhalb von Ortschaften und halten dort Wasser zurück. So können die Wasserstände in den Orten selbst reduziert werden. An der Müglitz reichen diese Flächen aber nur, weil es ein neues Hochwasserrückhaltebecken in Lauenstein gibt und das Becken in Glashütte erweitert wurde. An der Roten und Wilden Weißeritz sieht es da besser aus. Der Hochwasserschutz an der Roten Weißeritz ist, wenn alle geplanten Maßnahmen einmal abgeschlossen sind, auf ein einhundertjähriges Hochwasser ausgelegt. Um Überflutungs- und Treibholzrückhalteflächen schaffen zu können, mussten Land gekauft und Gewerbeanlagen zurückgebaut werden. Außerdem wurden Infrastrukturanlagen wie die B 170 und die Kleinbahn umverlegt und fast alle Brücken über die Rote Weißeritz neu gebaut.

Der Flutschutz gefällt nicht jedem. Angler und Fischzüchter klagen über zu niedrige Wasserstände in der Weißeritz und fehlende Rückzugsräume für Fische. Was sagen Sie denen?

Alle Maßnahmen werden mit einem Fischereisachverständigen abgestimmt. Es wird bei Hochwasserschutzmaßnahmen immer versucht, die Durchgängigkeit für Fische zu verbessern. So werden beispielsweise Hindernisse wie Wehre und Sohlabstürze beseitigt. Die Wasserstände sind von den Witterungs- oder Niederschlagsverhältnissen abhängig. Unsere Maßnahmen haben auf den Abfluss im Gewässer praktisch keinen Einfluss.

Ein anderes Thema ist die Sanierung der Talsperre Klingenberg. Wie gingen die Arbeiten voran?

Insgesamt mussten knapp 60.000 Tonnen Sedimente aus dem Stauraum abgebaggert werden. Das Vorhaben ist jetzt abgeschlossen.

Wo wurden die Sedimente entsorgt?

Als Deponiestandorte standen die Deponien Dresden-Lockwitz und Grumbach zur Verfügung. Auf welche Deponie die Sedimente gebracht wurden, hing von den jeweiligen Analysewerten ab. Das wurde durch die Baufirma umgesetzt.

Die Wasserqualität der Flüsse wurde zuletzt als kritisch eingeschätzt. Wie bewerten Sie den Wasserzustand?

Die Wasserqualität der Flüsse hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich verbessert.

Gibt es keine Probleme durch Düngemitteleinträge?

An den Talsperren im Bereich Oberes Elbtal gibt es grundsätzlich keine Probleme mit Nährstoffeinträgen. In den Zuläufen zu unseren Talsperren sind die Nährstoffeinträge deutlich zurückgegangen. Natürlich werden aber in den Einzugsgebieten der Trinkwassertalsperren regelmäßig Kontrollen durchgeführt.

Wie steht es mit Müllablagerungen an den Ufern von Weißeritz und Müglitz?

Müllablagerungen kommen an den Weißeritzen und der Müglitz schon ab und zu vor, jedoch ist es nicht schlimmer oder besser als an anderen Gewässern. Generell sind die Müllablagerung und die Ablagerung von Abfällen an Gewässern verboten. Große Schäden werden insbesondere an den Gewässerböschungen hervorgerufen, da durch die Ablagerungen der natürliche Bewuchs verrottet oder sich nicht ausreichend entwickeln kann. Wenn bei Hochwasser die Abfälle weggespült werden, ist die Böschung ungeschützt und es kann zu Ausspülungen im Uferbereich kommen. Eher problematisch ist da die Ablagerung von Grünschnitt am Gewässerrand, die häufig durch Anlieger besonders im Bereich von Gartensparten erfolgt. Das kann zu großen Problemen bei Hochwasser führen. Der Unrat wird zur Stauquelle. Da ist auch jeder Einzelne gefordert, durch richtiges Verhalten seinen Beitrag zum Hochwasserschutz zu leisten.

Eckehard Bielitz ist seit 2008 der Leiter des Betriebes Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung.

Das Gespräch führte Ines Mallek-Klein.

SZ vom 10.10.2011

Eckehard Bielitz. Foto: Archiv

 

Freitag, 21. Oktober 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Staumauer für die nächsten 100 Jahre dicht

Von Franz Herz

Oberhalb der Staumauer an der Talsperre Klingenberg ist der entscheidende Schritt der ganzen Talsperrensanierung inzwischen so gut wie geschafft. Die ganze Maueroberfläche mit fast 7000Quadratmetern hat in diesem Jahr vier neue Schichten bekommen, zuletzt eine wasserdichte Betonwand. Diese wird die Staumauer für die nächsten hundert Jahre wieder abdichten. „Die letzten Betonarbeiten oben an der Mauerkrone sind jetzt auch fertig“, sagt Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung als Projektleiter die Sanierung betreut.

Viele Detailarbeiten sind noch zu erledigen. Aber die Pläne von Humbsch richten sich jetzt vorrangig auf ein Ziel. Im neuen Jahr soll wieder Wasser in der Talsperre aufgestaut werden. Bis dahin müssen alle Baustellenüberreste von der Wasserseite verschwinden.

Die Baufirma Züblin ist deswegen schon dabei, ihre Baustelle auf der Wasserseite aufzuräumen. Gerade wird der erste der vier großen Gitterkräne abgebaut. Sie sind rund 50Meter hoch. Dazu steht ein riesiger Autokran, der noch höher reicht, am Fuß der Staumauer und hebt die meterlangen Gitterteile Stück für Stück nach unten auf einen Tieflader. Über die schmale Baustraße fährt er heraus aus dem Becken. Noch führt diese Straße auf den Grund der Talsperre. Aber sie wird, so wie auch andere Baueinrichtungen, jetzt Schritt für Schritt wieder eingeebnet.

Damit das Trinkwasser aus der Talsperre gute Qualität hat, ist es gut, wenn auch unter der Wasseroberfläche Ordnung herrscht. Die Baureste würden zwar im Wasser verschwinden. Aber wenn der Wasserspiegel einmal sinkt, wäre es kein schöner Anblick. Außerdem geht es darum, dass sich das Wasser später ungehindert bewegen kann und zur Mitte hin abfließt, wenn die Talsperre einmal geleert wird.

In den nächsten Wochen wird eine Firma auf den Talsperrengrund geschickt, um die Kräuter zu mähen, die in den zwei Jahren gewachsen sind, als die Talsperre trocken lag. Sie sollen nicht im Wasser bleiben. Dort würden sie sich zersetzen und das Wasser trüben. Wie das alles werden soll, ist auf der Ostseite der Mauer in Richtung Obercunnersdorf bereits zu sehen. Dort ist der Hang schon wieder aufgefüllt und eingeebnet worden.

Parallel zu den Aufräumarbeiten der Bauleute bereitet der Betrieb Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung den Probestau vor. Dieser soll im Januar beginnen und bis zum Frühjahr dauern. Dafür erarbeitet eine Arbeitsgruppe ein genaues Programm, was alles getestet werden muss. Hinter den Betonschichten beginnt jetzt der Einbau der Mess- und Regeltechnik. Diese überwacht zum einen den Zustand der Staumauer. Sie dehnt sich bei Hitze aus, sie bewegt sich. Auch wenn es nur um Millimeter geht, müssen die Staumeister das beobachten. Außerdem wird die Wassergüte laufend kontrolliert, damit die Wasserwerke in Coschütz und Klingenberg immer das beste Wasser bekommen. Auf der Luftseite der Staumauer herrscht derzeit ebenfalls Hochbetrieb, weil viele Installationen fertig werden müssen, ehe wieder Wasser im Staubecken steht. Auch laufen Erdarbeiten, die vor dem Winter fertig werden sollen. Die Baustelle in Klingenberg läuft bis ins Jahr 2013 weiter, auch wenn der wichtigste Schritt jetzt geschafft ist. Was jetzt noch aussteht, kann auch gemacht werden, wenn Wasser im Staubecken steht. So wird die Mauerkrone, die jetzt aus schlichtem Beton besteht, mit Natursteinen verblendet. Das ist eine Forderung des Denkmalschutzes. Oben auf die Mauer kommt auch wieder eine Straßendecke. Betriebsfahrzeuge der Talsperrenverwaltung dürfen dort fahren. Für Wanderer wird die Mauer wieder als Fußweg freigegeben, wenn sie komplett fertig ist.

SZ vom 20.10.2011

Matthias Schubert betoniert hier das letzte Segment der Mauerkrone auf der Wasserseite der Staumauer in Klingenberg. Das sind noch Feinarbeiten, nachdem die neue Dichtwand inzwischen fertiggestellt ist. Nächstes Jahr kommen auf den Beton Natursteine. Fotos: Egbert Kamprath

 

Dienstag, 1. November 2011
(Sächsische Zeitung)

KOMMENTAR

Gute Aussichten – für den WiIdwuchs

Von Regine Schlesinger

über die Schwierigkeit, Bäume zu fällen

Man glaubt manchmal gar nicht, wie kompliziert das Leben sei kann. Da wuchert einer der schönsten Aussichtspunkte und Rastplätze am Rundweg um die Talsperre Klingenberg – der Richard-Friedrich-Platz – immer mehr zu, sodass man die Talsperre bald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann. Dabei ist die gerade in der jetzigen Bauzeit immer wieder Ziel von Wanderern und Spaziergängern.

Es kann doch nicht so schwer sein, diese Sache wieder in Ordnung zu bringen, sollte man meinen. Doch keiner fühlt sich so richtig zuständig, weder die Landestalsperrenverwaltung noch die Gemeinde, am ehesten vielleicht noch der Forst. Aber eigentlich auch nicht so wirklich. Denn diejenigen, die vor hundert Jahren den Platz eingerichtet haben, hatten vergessen oder wussten gar nicht, dass da zuvor einiges vertraglich geregelt werden muss. Das gilt auch für die Nachfahren von Richard Friedrich, die einfach so eine Bank für den Platz stifteten. So steht es weiter schlecht um die Aussicht, bis auf die für den Wildwuchs. Der darf bleiben.

 

 

nochmalige Spurensuche an der ehemaligen Holzmühle (05.11.2011)

Talsperre Klingenberg - Staumauer Wasserseite

Talsperre Klingenberg - Staumauer Wasserseite

die neuen Entnahmehorizonte für die Wasserwerke sind gut erkennbar

Talsperre Klingenberg - Staumauer Wasserseite

Blick aus dem Stauraum auf die Sperrmauer

 

Talsperre Klingenberg - die Wilde Weißeritz an der ehem. Holzmühle

Bachbett an der ehem. Holzmühle Richtung TS

Talsperre Klingenberg - die Wilde Weißeritz an der ehem. Holzmühle

alte Wildholzsperre an der ehem. Holzmühle

Talsperre Klingenberg - die Wilde Weißeritz an der ehem. Holzmühle

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

der rechte Schuh von Frau Müllerin oder der hübschen Tochter ???

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

hier der Schuh des Müllers ???

 

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

Bier wurde schon damals getrunken

 

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

Actien-Bierbrauerei zu Reisewitz

 

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

Blick entlang der Wilden Weißeritz zu ehem. Holzmühle

Talsperre Klingenberg - an der ehemaligen Holzmühle

 

Mittwoch, 9. November 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Staumauer im Test

Von Von Franz Herz

Die Sanierung des Bauwerks steht vor dem Abschluss. Ab Januar läuft der Probestau. Funktioniert die ganze Technik?

In seinem Kopf spielt Eckehard Bielitz genau durch, was im nächsten halben Jahr an der Talsperre Klingenberg passiert. Bielitz ist Leiter des Betriebs Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung und damit auch für den Probestau verantwortlich, mit dem die Talsperre ab Januar wieder in Betrieb geht. Gleich nach den Feiertagen wird es losgehen.

„Wir bereiten den Probestau seit rund einem Jahr vor“, sagt Bielitz. In der zuständigen Kommission sind alle dabei, die mit der Talsperre zu tun haben. Das reicht vom Baubetrieb bis zur Landesdirektion, von den Planungsingenieuren bis zur Weißeritzgruppe und den Stadtwerken Dresden, die Wasser aus Klingenberg erhalten.

Die Runde legt das genaue Programm für den Einstau fest. Das wird stufenweise passieren. Einige Meter wird eingestaut. Dann bleibt der Wasserspiegel auf diesem Stand, und ein Messprogramm beginnt. Sogar die Bewegungen der Staumauer werden dabei registriert. Der Wasserdruck steigt und die Mauer wird ein wenig nachgeben. Solange diese Bewegung im Millimeterbereich bleibt, ist das normal. Dafür gibt es ein großes Lot, das in einem Schacht in der Mauer hängt und diese Bewegungen anzeigt.

In der Mauer ist eine Dränageschicht eingebaut. Hier sickert Wasser nach unten, wenn es irgendwo undichte Stellen gibt. Dieses Sickerwasser wird genau gemessen. Doch von diesen Erkenntnissen will sich die Talsperrenverwaltung nicht überraschen lassen. Schon jetzt werden alle Rohrleitungen und die Mauer im trockenen Zustand genau geprüft. „Wenn nachher, bei aufgestauter Talsperre, Arbeiten erforderlich werden, brauchen wir Taucher“, sagt Bielitz.

Während des Probestaus wird geprüft, wann die Trinkwasserversorgung wieder umgestellt werden kann. Das soll sobald wie möglich, schon vor dem Abschluss des Probebetriebs, geschehen. Der wird Mitte 2012 erwartet. Jetzt während der Bauzeit versorgen die Talsperren Rauschenbach und Lichtenberg das Wasserwerk Klingenberg, und die Vorsperre Klingenberg liefert Wasser für Dresden. „Sobald die Wassergüte ausreicht und stabil ist, kommt das Trinkwasser wieder aus Klingenberg“, kündigt der Betriebsleiter an. Das ist günstiger als die jetzigen Behelfslösungen.

Das Probestauprogramm spielt bis dahin verschiedene Situationen durch, wie sie im Alltag an der Talsperre auftreten. Klappt alles wie geplant? Funktioniert die Technik?

Michael Humbsch, der die Sanierung betreut, beschreibt ein Beispiel. Bei dem Umbau haben die Staumeister die Möglichkeit bekommen, Wasser aus fünf verschiedenen Höhen zu nehmen. Das gab es bisher nicht. Wenn nun beispielsweise ein Starkregen braunes Wasser in die Talsperre schwemmt, schwimmt das zuerst oben. Dann ist vorgesehen, diese Schicht gleich über die obere Öffnung abzuleiten, damit das sonstige Wasser sauber bleibt. Ob das funktioniert, muss sich beim Probestau zeigen.

SZ vom 09.11.2011

Eckehard Bielitz, Betriebsleiter Talsperrenverwaltung

SZ vom 09.10.2011

Dieses Foto zeigt den neuen Entnahmeturm und die noch leere Talsperre Klingenberg. Im Turm werden jetzt noch Rohrleitungen und Messeinrichtungen eingebaut. Ob sie funktionieren, wird der Probestau zeigen, der ab Januar beginnt.

Foto: Egbert Kamprath

 

Dienstag, 15. November 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Elektrik wird in die Talsperre eingebaut


Seit vergangener Woche läuft der Einbau der Elektroinstallation an der Staumauer in Klingenberg, informierte Projektleiter Michael Humbsch. Das ist eine komplizierte Installation, von der die Funktion der Talsperre abhängt. Verschiedene Schieber, welche das Wasser lenken, Schütze, die den Durchfluss im Hochwasserentlastungsstollen regeln und die gesamt Überwachungstechnik sind von der Stromversorgung abhängig. Außerdem wird die Einrichtung so ausgestattet, dass sie auch bei einem Netzausfall weiter funktioniert. Das ist gerade bei einem Hochwasser entscheidend. (SZ/fh)

 

wieder auf Spurensuche an der ehemaligen Holzmühle (19.11.2011)

alte Wasserleitung ?

Talsperre Klingenberg - alte Wasserleitung

 

 

Talsperre Klingenberg - alte Wasserleitung

 

der Mühlengeist hat zugeschlagen

Talsperre Klingenberg - Mühlengeist

 

Donnerstag, 15. Dezember 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Genehmigung für Probestau an der Talsperre ist da


Die Landesdirektion Dresden hat jetzt den geplanten Probestau nach der Mauersanierung an der Talsperre Klingenberg genehmigt, informierte Michael Humbsch, der bei der Talsperrenverwaltung für die Sanierung in Klingenberg verantwortlich ist. Der Probestau wird Anfang nächsten Jahres beginnen.

In einem genau festgelegten Programm wird dann die Talsperre schrittweise mit Wasser gefüllt. Parallel zu diesen Schritten läuft ein umfangreiches Messprogramm zur Überwachung der Staumauer und der Wasserqualität. Vor zwei Jahren war der Stausee für die Mauersanierung geleert worden. (SZ/fh)

 

Samstag, 17. Dezember 2011
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Stauraum der Talsperre wieder frei geräumt


Die Wasserseite der Talsperre Klingenberg ist komplett geräumt. Die drei Kräne, die dort standen, sind abgebaut. Die Baustraße, die auf den Grund des Stausees führt, ist weggebaggert. „Nur die Einrichtungen, die auf Dauer auch im Wasser bleiben können, sind geblieben“, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung verantwortlich ist. Damit kann der Probestau im Januar beginnen.

Jetzt werden noch Betonplatten auf dem Grund der Talsperre eingelassen. Diese dienen für Messungen. Erstens wird dort festgestellt, wie viele Ablagerungen sich auf dem Grund der Talsperre gesammelt haben.

Zweitens werden dort Bojen befestigt. Die sind für die Staumeister Anhaltspunkte, wo sie mit dem Boot hinfahren müssen, um Wasserproben aus verschiedenen Tiefen zu nehmen. (SZ/fh)

 

Mittwoch, 28. Dezember 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Wasser in der Talsperre zum Test der Rohrleitungen


In der Talsperre Klingenberg steht schon wieder Wasser. Es ist relativ wenig, rund eine halbe Million Kubikmeter. Dieser Stau dient jetzt zum Test der Rohrleitungen und Verschlüsse in der Staumauer, informiert Michael Humbsch, der für die Mauersanierung verantwortlich ist. Diese Technik ist komplett erneuert worden. Um zu prüfen, ob sie zuverlässig funktioniert, muss sie auch unter Druck gesetzt werden. Dazu steht jetzt bereits ein wenig Wasser im Stauraum.

Der regelrechte Probebetrieb der gesamten Staumauer beginnt AnfangJanuar. Dann ist ein monatelanger Prüfzyklus vorbereitet, der die Sicherheit der Staumauer garantiert. Dafür wird schrittweise der Stausee wieder gefüllt. (SZ/fh)

(Ausgabe Sachsen)

Talsperre Klingenberg wird wieder gefüllt


Höckendorf/Dresden.Die Talsperre Klingenberg im Osterzgebirge wird zu Beginn des kommenden Jahres wieder gefüllt. Damit geht die 2005 begonnene Sanierung ihrem Ende entgegen, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Dresden mit. Rund 85 Millionen Euro standen für das Vorhaben zur Verfügung, um den Hochwasserschutz zu verbessern und die Trinkwasserversorgung für den Großraum Dresden zu garantieren.

Die Talsperre wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. Die gekrümmte Staumauer aus Bruchsteinen steht unter Denkmalschutz. Die Anlage wurde errichtet, nachdem ein Hochwasser 1897 verheerende Schäden im Osterzgebirge hinterlassen hatte. (dpa)

 

Donnerstag, 29. Dezember 2011
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Minister staut das Wasser in Klingenberg

Von Franz Herz

Das Wasser steigt ab Januar in der Talsperre. Wann fließt es zum Wasserwerk?

Ab 4. Januar steigt das Wasser in der Talsperre Klingenberg. In mehreren Stufen wird es angestaut. Für die erste Stufe wird Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am kommenden Mittwoch den Grundablass zudrehen.

Dann wird der Wasserspiegel einige Tage steigen, bis er die erste Stufe erreicht hat. Danach beginnt ein detailliertes Messprogramm, wie Eckehard Bielitz, Betriebsleiter bei der Landestalsperrenverwaltung, informiert. Dabei werden die verschiedensten Situationen durchgespielt, wie sie später an der Talsperre zu erwarten sind. Im Bauprogramm der letzten Jahre ist zwar die alte Staumauer saniert worden, aber darüber hinaus hat sie viele neue Möglichkeiten bekommen, die es bisher in Klingenberg nicht gab.

So kann das Gewässer jetzt über vier Möglichkeiten reguliert werden. Der Hochwasserentlastungsstollen, der normale Betriebsablass in der Mauermitte, der Grundablass, der an der Seite neu eingerichtet wurde, und der Überlauf, über den im Notfall das Wasser strömt, bieten unterschiedliche Möglichkeiten, ein Hochwasser zu kontrollieren. Das Zusammenspiel all dieser Öffnungen, Ventile und Schütze wird während des Probebetriebs durchgespielt.

Wenn der Wasserspiegel in den nächsten Monaten schrittweise steigt, wird auch die Qualität des Wassers laufend überprüft. Sobald es möglich ist, werden dann die Wasserwerke in Klingenberg und in Dresden-Coschütz wieder mit Wasser aus Klingenberg beliefert. Jetzt bekommen sie Wasser aus der Vorsperre Klingenberg und aus der Talsperre Rauschenbach.