2012

Talsperre 

Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember

 

Mittwoch, 4. Januar 2012

(Sächsische Zeitung)


Talsperre Klingenberg wird wieder gefüllt


Wasser marsch: Die Talsperre Klingenberg hat keinen trockenen Füße mehr. Damit ist eine weitere Etappe der Sanierung beendet. Bis Ende 2013 wird am Wasserglas Dresdens aber weiter gebaut.

Höckendorf/Dresden. Die knapp 100 Jahre alte Talsperre Klingenberg im Osterzgebirge wird seit Mittwoch wieder mit Wasser gefüllt. In den vergangenen zwei Jahren stand das mächtige Bauwerk trocken. In dieser Zeit war die Wasserseite der denkmalgeschützten Staumauer aus Bruchsteinen abgedichtet worden, zudem wurden sämtliche Rohrleitungen und Ventile erneuert. Nun sollen die andere Seite der Mauer und die Mauerkrone saniert werden. Die Inbetriebnahme wird sich nach Angaben des Umweltministeriums noch bis Ende 2013 hinziehen.

Die Sanierung des Bauwerkes, das für die Wasserversorgung des Großraumes Dresden und den Hochwasserschutz im Osterzgebirge wichtig ist, hatte 2005 begonnen. Beim Jahrhunderthochwasser von 2002 - damals war das Staubecken fast vollständig gefüllt - waren Anlagen der Talsperre stark zerstört worden. Mit der Sanierung werde sie nun so fit gemacht, dass sie für weitere hundert Jahre genutzt werden kann, wie Umweltminister Frank Kupfer (CDU) laut Mitteilung sagte. Die dazu zur Verfügung gestellten 85 Millionen Euro seien deshalb gut angelegtes Geld.

Die Talsperre war zwischen 1908 und 1914 errichtet worden, nachdem ein Hochwasser 1897 verheerende Schäden im Osterzgebirge hinterlassen hatte. Sie wird von der Wilden Weißeritz gespeist. Nach Abschluss der Sanierung wird die Talsperre Klingenberg im Verbund mit den Talsperren Lehnmühle, Rauschenbach und Lichtenberg den gesamten Weißeritzkreis, die Stadt Freital und 60 Prozent der Stadt Dresden wieder mit Trinkwasser versorgen. (dpa)

SZ vom 04.01.2012 - Talsperre Klingenberg

Die Talsperre Klingenberg wird seit Mittwoch wieder mit Wasser gefüllt. Foto: dpa

 

MDR Sachsen

Osterzgebirge Talsperre Klingenberg wird geflutet

Die Trinkwassertalsperre Klingenberg im Osterzgebirge wird seit Mittwoch wieder mit Wasser gefüllt. Wie der Betriebsleiter für das Obere Elbtal der Landestalsperrenverwaltung, Eckehard Bielitz, MDR INFO sagte, wird der Prozess einige Monate dauern. Die Talsperre werde voraussichtlich im Sommer oder sogar erst im Herbst vollständig geflutet sein. Das hänge vor allem von den Regenmengen ab.

 

MDR Sachsen 04.01.2012

In Klingenberg ist wieder Stau ...

... aber nur für die Wassermassen, denn nach sechs Jahren Sanierungszeit ist die Talsperre wieder geöffnet. Doch eh die "große Wanne" wieder voll wird, werden noch Monate vergehen.

04.01.2012, 14:00 Uhr | 02:35 min

Bielitz zufolge gab es bereits seit den 1990er-Jahren Planungen für die Sanierung der Talsperre Klingenberg. Beim Hochwasser 2002 sei die Talsperre dann aber so stark beschädigt worden, dass die Reparatur dringend notwendig gewesen sei. So sei unter anderem die Vorsperre gebrochen, die unter anderem Schlamm und Geröll auffängt. Und auch in der Talsperre selbst habe es viele Schäden gegeben.

 

Anlage steht unter Denkmalschutz

Die Talsperre war seit 2005 saniert worden. Rund 85 Millionen Euro wurden nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums investiert, um den Hochwasserschutz zu verbessern und die Trinkwasserversorgung für den Großraum Dresden zu garantieren. Ursprünglich waren 70 Millionen Euro vorgesehen. Um während der Bauzeit die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt und von Freital zu gewährleisten, wurde ein drei Kilometer langer Ausweichstollen gebohrt. Umweltminister Frank Kupfer lobte am Montag die Arbeit der Experten. Die 350.000 Menschen hätten von den "enormen Anstrengungen" nichts gespürt. Die Talsperre Klingenberg sichert 60 Prozent des Wasserbedarfs in Dresden und 100 Prozent des Trinkwasserzweckverbandes Weißeritzgruppe. Das Fassungsvermögen beträgt, gemeinsam mit der benachbarten Talsperre Lehnmühle, neun Millionen Kubikmeter.

MDR Sachsen 04.01.2012 - Talsperre Klingenberg

In den vergangenen zwei Jahren wurde die Wasserseite der Staumauer neu abgedichtet. Rechte: Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Mit dem Einlassen des Wassers sind die Bauarbeiten an der Talsperre aber noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben des Umweltministeriums steht bis zum Ende der Bauarbeiten im Jahr 2013 noch ein "umfangreiches Probestau- und Inbetriebnahmeprogramm" bevor. Erst danach könne die reguläre Wasserversorgung erfolgen. In den kommenden Monaten würden das Mauerwerk auf der Luftseite und die Mauerkrone instandgesetzt, hieß es weiter. Die Talsperre Klingenberg, die von der Wilden Weißeritz gespeist wird, wurde zwischen 1908 und 1914 erbaut. Die Anlage wurde errichtet, nachdem ein Hochwasser 1897 verheerende Schäden im Osterzgebirge hinterlassen hatte. Die gekrümmte Staumauer aus Bruchsteinen steht unter Denkmalschutz.

"Mit der Sanierung wurde das knapp hundert Jahre alte Bauwerk an die aktuellen technischen und hydrologischen Erfordernisse angepasst, so dass es nun für weitere hundert Jahre genutzt werden kann." Umweltministerium Sachsen

 

T-Online.de

Talsperre Klingenberg wird geflutet

04.01.2012, 15:45 Uhr | dapd

T-Online.de - Talsperre Klingenberg 2012

Nach sechsjähriger Sanierung füllt sich die Talsperre Klingenberg wieder mit Wasser. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) startete am Mittwoch die Flutung für den Probebetrieb. Im nächsten Jahr sollen die letzten Bauarbeiten beendet werden.

Die 85 Millionen Euro teure Sanierung war nach knapp 100-jährigem Betrieb und wegen Schäden an der Hochwasserentlastungsanlage durch die Flut 2002 notwendig geworden. Die Talsperre, die von der Wilden Weißeritz gespeist wird, dient dem Hochwasserschutz und der Trinkwasserversorgung für den Großraum Dresden.

 

Donnerstag, 5. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

Mauer ist wieder dicht


Der Kern blieb. Wie ist die Oberfläche jetzt aufgebaut?

 

Die Staumauer der Talsperre Klingenberg ist aus Natursteinen aufgeschichtet. Entscheidend für ihre Funktion ist die Dichtschicht, die die Mauer auf der Wasserseite wie eine Haut verkleidet. Die wurde in den letzten beiden Jahren erneuert. Vier Lagen haben die Bauarbeiter neu aufgetragen, erst eine Ausgleichsschicht für eine ebene Oberfläche. Darauf kamen eine Gleitschicht, eine Dränagewand aus Hohlziegeln und außen die entscheidende Lage aus wasserdichtem Beton. Die Mauer, die 33 Meter hoch und oben 310 Meter lang ist, hat damit eine neue Dichthaut. (SZ/fh)

SZ vom 05.01.2012 - Talsperre Klingenberg

Vier verschiedene Lagen dichten jetzt die Mauer wieder ab. Foto: E. Kamprath

 

Donnerstag, 5. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

Das ist Sachsens teuerste Mauer

Für 85 Millionen Euro wird die Talsperre Klingenberg auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Sie kann auf Flut und Trockenheit reagieren.

Von Franz Herz

Im Schaltraum an der Talsperre Klingenberg dröhnt ein Elektromotor. Er schließt ein Schütz am Grundablass. Es ruckt und stoppt das Wasser. Durch die Fußbodengitter schwappt sogar etwas auf den Fußboden. Gestern hat Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) den Grundablass der Talsperre geschlossen. Jetzt fließen nur noch 50 Liter pro Minute aus der Sperre in die Wilde Weißeritz. Der Rest wird aufgestaut. In den nächsten Monaten läuft der Probestau.

Damit gehen die Bauarbeiten an der Talsperre Klingenberg in ihre Endphase. Hier läuft zurzeit das größte Wasserbauprojekt überhaupt in Sachsen. Deutschlandweit ist es sogar das größte Hochwasserschutzvorhaben im Binnenland, berichtete der Minister. Genauso wichtig ist, dass aus Klingenberg Trinkwasservorrat für eine halbe Million Menschen fließt.

Für 85Millionen Euro hat die Landestalsperrenverwaltung die 100 Jahre alte Talsperre auf den heutigen Stand der Technik gebracht und die Mauer saniert. Damit können die Staumeister besser auf Hochwasser wie auf Trockenheit reagieren. Das Bauwerk ist jetzt so ausgelegt, dass es ein Hochwasser mit 225 Kubikmeter in der Sekunde überstehen wird. Im August 2002 sind 145Kubikmeter in der Sekunde gekommen. Es gibt jetzt einen Entlastungsstollen und einen zusätzlichen Auslass, welche die Sperre bisher nicht hatte.

Angesichts des Klimawandels rechnen Experten auch mit trockenen Phasen. Hier gibt es jetzt bessere Möglichkeiten, das wertvolle Trinkwasser gut zu nutzen. Außerdem wurden im Zug des Baus 50Kilometer Leitungen gebaut, die Wasser aus den Talsperren Rauschenbach und Lichtenberg nach Klingenberg leiten. Derzeit ersetzen sie das Klingenberger Wasser.

Wenn der Probestau dieses Jahr erfolgreich beendet wird, ist diese Versorgung nicht mehr nötig. Sie bleibt aber bestehen und kann im Notfall genutzt werden, damit niemand auf dem Trockenen sitzt.

SZ vom 05.01.2012 - Talsperre Klingenberg

Das Wasser steht wieder vor der Staumauer in Klingenberg. In den nächsten Monaten läuft der Probebetrieb. Stufenweise wird der Stausee gefüllt. Wenn die Wasserqualität wieder ausreicht, bekommen die Wasserwerke Klingenberg und Dresden-Coschütz wieder von hier ihr Rohwasser. Das kann aber noch Monate dauern. Foto: Egbert Kamprath

 

Donnerstag, 5. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

Ein Knopfdruck reicht


Die Technik wurde komplett erneuert. Was kann sie jetzt?

Gegenüber der Bauzeit der Talsperre Klingenberg vor hundert Jahren haben sich vor allem die Möglichkeiten zur elektronischen Überwachung und Steuerung verbessert. Diese Technik wurde nicht saniert, sondern komplett neu eingebaut und mit vielen zusätzlichen Funktionen ergänzt. Heute werden die Wasserströme automatisch gesteuert. Später haben die Staumeister von ihrem Schaltpult aus alle Funktionen unter Kontrolle. So reichte gestern auch ein ministerieller Knopfdruck, um das schwere Schütz zu bewegen und den Probestau zu starten.(SZ/fh)

SZ vom 05.01.2012 - Talsperre Klingenberg

Minister Frank Kupfer gibt das Startsignal zum Probestau. Foto: E. Kamprath

Video - Beginn Wiedereinstau - von FRM!

Mittwoch, 18. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Probestau geht schneller als geplant


Der Probestau an der Talsperre Klingenberg hat die erste Etappe schneller erreicht als geplant, informierte Michael Humbsch, der Projektverantwortliche bei der Landestalsperrenverwaltung. Seit einer Woche stehen 2,2 Millionen Kubikmeter Wasser im Stausee. Auf diesem Stand bleibt er jetzt eine Zeit lang, während ein Messprogramm läuft. Das Messprogramm war eigentlich für kommende Woche geplant.

Damit wird das Verhalten der Staumauer untersucht. Das Sickerwasser wird gemessen, das durch die neue Dichtschicht dringt, und andere Eigenschaften der Staumauer. Wenn die Resultate vorliegen, trifft sich dann eine Probestaukommission. Sie beurteilt, ob alles in Ordnung ist und gibt dann die nächste Stufe des Probestaus frei. Dann wird der Wasserspiegel erneut um zehn Meter steigen, und das Messprogramm beginnt den nächsten Turnus. (SZ/fh)

 

Freitag, 20. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

KLINGENBERG

Mauerkrone in Klingenberg fertig betoniert

Von Franz Herz

Die Bauleute können wieder über die Mauer gehen. Sie bauen die Straße wieder auf – sogar mit den originalen Steinen.

Die Mauerkrone der Sperrmauer in Klingenberg ist fertig betoniert. „Damit ist es für die Bauleute möglich von einer Mauerseite auf die andere zu gehen oder zu fahren“, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung verantwortlich ist.

Für die Öffentlichkeit bleibt die Mauerkrone weiter gesperrt. Sie ist nach wie vor eine Baustelle. Die Betonoberfläche ist noch nicht der richtige Weg, der normalerweise über die Mauer führt. Der wird erst im Frühjahr wieder aufgebaut. „Wir wollen diese Arbeiten jetzt nicht wegen des Wetterrisikos beginnen“, sagt Humbsch. Bis März müssen die Bauleute im Osterzgebirge noch mit Winter rechnen, der die Arbeiten unterbricht. Es ist sinnvoller, erst im Frühjahr weiterzuarbeiten, wenn das Wetter beständiger ist.

Die Bauleute werden dann die Straße auf dem Beton aufbauen. Technisch gesehen ist das dann ganz normaler Straßenbau, allerdings mit einer Besonderheit. Wegen des Denkmalschutzes werden die Originalpflastersteine, die vorher drauf waren, wieder verwendet.

Die Arbeiten auf der Mauerkrone beginnen erst jetzt, weil sie auch möglich sind, wenn das Wasser in der Talsperre steht. Bis Ende letzten Jahres konzentrierte sich der Bau vor allem auf die Schritte, die nur bei abgelassener Sperre möglich waren.

 

29.01.2012 aktueller Füllstand

Talsperre Klingenberg - Blick auf die Mauerkrone

Talsperre Klingenberg - Blick auf die Mauerkrone und Kaskaden

Talsperre Klingenberg - Blick auf die Mauerkrone

Talsperre Klingenberg - Blick auf die Mauerkrone

Talsperre Klingenberg

Talsperre Klingenberg - Füllstand am 29.01.2012

Talsperre Klingenberg - ehemalige Mühle

Blick zu den Resten der ehemaligen Mühle - eigentlich ist nicht's mehr zu sehen

 

Samstag, 11. Februar 2012
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Das Wasser in der Talsperre steigt weiter

Von Franz Herz

Der Probestau geht in die nächste Phase. Zehn Meter wird der Wasserspiegel in die Höhe gehen. Nicht nur die Wand wird getestet.

Die Probestaukommission für die Talsperre Klingenberg hat grünes Licht für die zweite Phase des Wiederanstaus gegeben. Jetzt steigt der Wasserspiegel erneut um zehn Meter, informiert Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Mauersanierung verantwortlich ist. Dieser Anstieg wird aber länger dauern, als bei den ersten zehn Metern. Denn dafür ist ungefähr die doppelte Menge Wasser erforderlich. Bei der ersten Anstauphase kamen rund zweieinhalb Millionen Kubikmeter in die Talsperre, jetzt werden es fünf Millionen sein. Je nach Wetter kann das bis Ende Februar dauern. Damit nimmt der Druck auf die Staumauer und die dort eingebauten Armaturen zu. Beim Probestau wird genau verfolgt, wie die Anlagen darauf reagieren.

Trinkwasser in der Prüfung

Außerdem haben am gestrigen Freitag die Talsperrenverwaltung und die Wasserversorger Weißeritzgruppe und Drewag abgesprochen, wie sie sich vorbereiten, damit wieder Wasser aus der Talsperre Klingenberg für die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz fließen kann. Dafür müssen die Rohrleitungen getestet werden und die neuen Möglichkeiten, welche die Staumauer jetzt bietet. So wurde dort ein Entnahmeturm angebaut, mit dem aus fünf verschiedenen Höhen Wasser abgezapft werden kann. Das Zusammenspiel dieser neuen Möglichkeiten wird in vielen Varianten durchgespielt, ehe die Schieber wieder umgelegt werden. Derzeit bekommt Coschütz sein Rohwasser aus der Vorsperre in Klingenberg. Das Wasserwerk Klingenberg der Weißeritzgruppe erhält Wasser aus der Talsperre Lichtenberg.

 

Mittwoch, 15. Februar 2012
(Sächsische Zeitung)


KLINGENBERG

Eine Million Kubikmeter Wasser neu gestaut


Seit die zweite Stufe des Probestaus in der Talsperre Klingenberg gestartet ist, wurden eine Million Kubikmeter Wasser zusätzlich angestaut. Gestern betrug der Inhalt der Talsperre insgesamt 3,35Millionen Kubikmeter, informierte die Talsperrenverwaltung. Er steigt jetzt kontinuierlich weiter.

Derzeit fließt wesentlich mehr Wasser in das Staubecken, als unten wieder in die Wilde Weißeritz abgegeben wird. Jede Sekunde strömen zwei- bis dreitausend Liter oben rein. Während unten nur die vorgeschriebene Mindestmenge in die Wilde Weißeritz fließt. Das sind 55Liter pro Sekunde. (SZ/fh)